Genre: Heavy Metal

Seit 1995 halten Wolf die Fahne des traditionellen Heavy Metal schon hoch. Trends kommen und gehen, irgendwelche selbsternannten Retter des Genres tauchen regelmäßig auf, aber die Schweden machen derweil einfach ihr Ding. Und auch auf Album Nummer zehn wird nicht plötzlich der neumodische Schnickschnack ausgepackt, sondern standesgemäß gerifft, was die Klampfen hergeben.

Der Opener Death Satellite macht gleich ordentlich Dampf. Mit seinem hymnischen Refrain springt schon nach den ersten Takten die Luftgitarre ungefragt aus dem Schrank. The Music Of Erich Zann nimmt anschließend den Fuß etwas vom Gaspedal, setzt auf mystische Atmosphäre und überzeugt mit einem 70er-Jahre-Flair, das ordentlich durch die Boxen dröhnt. Auch Walburgis Night beginnt düster und fährt klassische Riffs auf, während Street Of Necropolis mit stampfendem Rhythmus dafür sorgt, dass die Nackenmuskulatur nicht einrostet.

Bei Waltz Post-Mortem wird es dann etwas schräg. Zum Headbangen reicht es allemal, nur hat der Titel offenbar einen anderen Takt im Sinn als Heavy Metal. Walzergefühle kommen hier jedenfalls keine auf. Aber nicht tragisch, solange der Schädel in Bewegung bleibt. Der folgende Titeltrack ist Heavy Metal vom Feinsten und lässt wenig Raum für Diskussionen. Above The Fallen geht es dann etwas gemächlicher an, bringt dafür aber eine ordentliche Portion Atmosphäre mit.

Weniger überzeugend fällt Doppelgänger aus. Im Vergleich zum restlichen Material wirkt die Nummer eher wie ein Füller, den man bei der Albumplanung vielleicht noch einmal kritisch hätte beäugen dürfen. Dafür macht Dirty Little Secret mit flottem Tempo und einem schön fiesen Refrain wieder ordentlich Boden gut und ist ein würdiger Abschluß für das Album.

Produziert wurde das Album übrigens von Bassist Pontus Egberg in Eigenregie, und soundtechnisch hat der Mann seine Arbeit ordentlich gemacht. Das Cover stammt von Thomas Holm, der unter anderem für seine Arbeiten für Mercyful Fate und King Diamond bekannt ist.

Fazit: Unterm Strich liefern Wolf ein grundsolides Heavy-Metal-Album ab, das sich nicht anbiedert und auch keine Revolution ausruft. Muss es ja auch nicht. Die Schweden wissen schließlich, was sie können, und dass man einen guten Song nicht zwangsläufig mit irgendwelchen modernen Verrenkungen aufhübschen muss. Nicht jeder Treffer landet direkt im Langzeitgedächtnis, aber genügend starke Momente sind vorhanden, um die Matte kreisen zu lassen. Dafür gibt es von mir solide 7,5 von 10 Bängs.

Hour Of The Wolf erscheint am 20 November über Fireflash Records/Edel

Line Up:

Niklas Stålvind – Gesang und Gitarre

Simon Johansson – Gitarren

Pontus Egberg – Bass

Johan Koleberg – Schlagzeug

Track List:

Death Satellite

Music Of Erich Zann

Walpurgis Night

Streets Of Necropolis

Mortem

Hour Of The Wolf

Above The Fallen

Doppelgaenger

Dirty Little Secret

Wolf Homepage/Facebook/Instagram

By Christian B

Ich höre alles von traditionellem Heavy Metal, Black, Death, T(h)rash, Folk. Power über Punkrock und was es sonst noch so alles gibt, gut muss es halt sein. Wobei es mir allerdings die Zehennägel aufstellt, ist langweiliger Prog wie in Dream Theater, Queensrÿche, Opeth und Co. zelebrieren. Da schlafe ich schlichtweg ein.

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