UNIVERSUM25 trotzen der Weltuntergangsstimmung und bringen das ausverkaufte „Im Wizemann“ zum Beben – Konzertbericht vom Auftritt in Stuttgart von der „Die Maschinen wollen leben -Tour 2026“

Stuttgart, 21.02.2026

Nachdem erst am Freitag das Zweitlingswerk „Die Maschinen wollen leben“ von Universum25 veröffentlicht wurde,startete am Tag davor bereits die kleine zum Albumrelease gehörende Tour durch Deutschland, bei der bei insgesamt 5 Gigs erstmals das neue Album live präsentiert wurde.

Am Tag nach dem Release gastierten U25 im ausverkauften „Club“ des Kulturzentrum „Im Wizemann“ in Stuttgart. Eigentlich hatte ich auch wegen des großen Erfolges der Debutscheibe damit gerechnet, dass diese Tour in der deutlich größeren Halle des Wizemanns stattfinden würde, doch war an diesem Abend die Halle durch die parallel stattfindende Wahlveranstaltung von „Bündnis90/die Grünen“ zur Landtagswahl in BW belegt, die mit ihrem Spitzenkandidat Cem Ozdemir ihr Programm für die im März stattfindende Landtagswahlen in BW vorstellten und die Bevölkerung zur Diskussion eingeladen hatten. Wäre sicherlich auch mal eine interessante Veranstaltung gewesen, doch wenn ich schon mal die Wahl vor der Wahl habe, fällt mir heute die Entscheidung deutlich leichter. Mein Kreuz wird natürlich bei U25 gemacht.

Um kurz vor 21 Uhr starten Universum25 mit „Wenn Roboter träumen“ gleich mal mit dem Albumopener und gleichzeitig ersten neuen Songs in den Abend, der eine gelungene Auswahl ihrer bisherigen 3 Veröffentlichungen verspricht und bei dem auch Songs der Bands der beteilgten Musiker ihren Platz auf der Setlist finden werden. Das starke „Irgendwann“ von Fiddler’s Green macht als erste U25-Version den Anfang und wird gleich mal richtig abgefeiert, bevor sich „Ich geb Dir mehr“ als harten Stampfer und absolute Livegranate entpuppt, der sehr intensiv und beinahe nachfühlbar die Geschehnisse des „Milgram Experiments“ aus den 60er Jahren inhaltlich behandelt.


Der Song kann fast als Slogan für den heutigen Abend herhalten, bei dem das Wizemann-Publikum immer noch einen draufgesetzt bekommt und die Stimmung kontinuierlich ansteigt, im Gegensatz zum titelgebenden Experiment allerdings ganz ungezwungen, freiwillig und ohne Stromstöße.
Trotz derVerzögerungen bei der Veröffentlichung des Albums und dem Umstand, dass die ersten Gigs schon vor dem Releasedatum stattfanden, sind in Stuttgart die U25-Fans auch bei den neuen Songs bereits sehr textsicher und Frontmann Michael Robert Rhein kann seine Bedenken wegen der verspäteten Veröffentlichung schnell beiseiteschieben und sich zu jeder Zeit auf die Unterstützung der 550 begeisterten Besucher verlassen.

Natürlich kommen auch die Songs des Debuts wie „Das ist die Neue Zeit“ und „Harte Kost“ sehr gut an und gemeinsam wird ein ganz spezielles Menü aus Lügen und Intrigen im Kochtopf zusammengerührt, bevor das große „Wir Warten“ startet, dessen Refrain mit voller Inbrunst aus allen Kehlen mitgesungen wird. Sicherlich nicht nur Dank des eingängigen Refrains – nein vermutlich findet sich jeder Einzelne Fan in kleinen Stücken im Text wieder.

Mit „Einsamkeit“ gib es das erste ruhigere Stück des Abends und der rechte Fuß hebt sich etwas vom Gaspedal. Die emotionale Ballade macht auch live etwas nachdenklich und lässt beim Zuhören die Gedanken schweifen. Starkes Stück.

Doch soll natürlich die traurige Seite der Welt schnell beiseite geschoben werden und mit „Ebbe und Flut“ von Slime sowie dem bärenstarken „Manchmal Frag ich mich“ von Michael erster Band Nr.13 gibt’s zwei weitere Coverversionen, die wieder richtig abgehen. Letzterer gehört für mich zu den besten Songs von U25, geschrieben vom „Gesangesgott Michael, als er noch ungeküsst war“, so Gunar zu seinem Frontmann. Starker Inhalt und die Stimme von Michael machen den Song zu einem der Highlights des Abends.

Immer gut gelaunt verteilten die 5 Musiker immer wieder augenzwinkernd Seitenhiebe und auch viel Lob untereinander, was sehr authentisch rüberkommt und mehr als einmal Lacher im Publikum wie auch auf der Bühne hervorruft. Immer wieder wird von Michael auch das Publikum bei den Ansagen mit eingebunden und so entwickelt sich schnell eine sehr lockere Beziehung zwischen Fans und Band.

Man merkt den U25-Musikern an, dass sie mit allen Wassern gewaschen sind und die Band sich inzwischen zu einer eingeschworenen Gemeinschaft entwickelt hat, die nicht nur ein weiteres Musikerprojekt darstellt – nein hier steht eine echte Band auf der Bühne, die die besten Seiten der Bands In Extremo, Slime, Fiddlers Green, Eisbrecher und Dritte Wahl vereinigt und sich in kürzester Zeit einen festen Platz in der Szene erspielt haben.

Für die Verzögerung bei der Veröffentlichung und das lange Warten entschuldigen sich Michael und Gunar Schroeder dann auch offiziell bei ihren Fans, dass sie selbst so schlampig waren und die Songs ja eigentlich seit einem Jahr fertig waren, dann jedoch jeder mit sich selbst beschäftigt war. Und auch das Alter spielte wohl eine Rolle…bei dieser nach Gunars eigenen Angaben „unorganisierten Truppe“.

Doch war die Verzögerung kein Hinderungsgrund für die meisten Fans, trotz der Kürze der Zeit schon die neuen Songs des Albums komplett anzuhören.

Mit „Vor deiner Tür“ packen U25 dann ein echtes Liebeslied aus, denn mit dem „Liebesliederexperten“ Michael Robert Rhein hat man ja den perfekten Sänger in der Band, auch wenn Gunar mit seiner Band Dritte Wahl „mehr Liebeslieder im Programm haben“, so der Gitarrist schelmisch. Schließlich gelten Dritte Wahl nach eigener Aussage ja „als die Scorpions des Punk Rock“. Starke Ballade, bei der die 550 Fans mit voller Begeisterung lauthals einstimmen.


Danach geht’s mit „Nur Wegen Dir“ wieder kräftig nach vorne, bevor es mit „Horizont in Flammen“ noch einen kleinen Lichtblick in all dem Dunkel der aktuellen Zeit geben soll.

Beim folgenden eindringlichen „Gardinen zu“ entschuldigte sich Michael, dass auch er sich immer mal wieder selbst erwischt, wie er seine Gardinen zuzieht und selbst auch mal wegschaut. Michael mahnt uns alle daher, einfach öfters mal hinzusehen, wenn es irgendwo Probleme und Hilfsbedarf gibt, denn schließlich „scheint uns die Sonne aus dem Arsch“. Trotz des ernsten Hintergrundes des Songs entwickelt sich „Gardinen zu“ sofort zu einem der Höhepunkte des Gigs, der auch bei den Fans sehr gut ankommt.
Mit lauten „Zugabe“-Rufen werden U25 natürlich nach kurzer Unterbrechung nochmals auf die Bühne zurückgeholt. Zum grandiosen Finale mit „Der Traum ist aus“ und „Am Morgen danach“ holen U25 nochmals zwei der Fanlieblinge aus ihrem kleinen aber sehr feinen Repertoire, die einen würdigen Abschluss eines phantastischen Gigs bilden.

Wie schon bei der Premierentour 2024 an gleicher Stelle haben UNIVERSUM25 ihre Fans an diesem Samstagabend auf ganzer Linie begeistert und einen mitreißenden Auftritt abgeliefert, der zu jeder Sekunde das Publikum faszinierte. U25 haben es innerhalb von knapp 2 Jahren geschafft, die DNA von 5 teils doch unterschiedlichen Bands so zu kombinieren und mit einer Art Genmanipulation ihren ganz eigenen Stil zu schaffen und ihre Fans mit ihrer Musik und ihren Texten in den Bann zu ziehen. Trotz ihrer sehr nachdenklichen Inhalte und dem meist ernsten Hintergrund der besungenen Ausblicke unser aller Probleme der Gegenwart und Zukunft schaffen es die 5 Musiker mit ihrer Ausstrahlung, das Publikum sofort in einen Partymodus zu versetzen. Live werden die Songs mit deutlich mehr Härte gespielt, versprühen aber trotz der inhaltlichen Intensität immer ein gewisses positives Feeling, das einfach Spaß beim Zuhören macht.

Alle Fans von gutem Deutschrock, die die Band noch nicht kennen oder noch klein Konzert besucht haben, sollten sich U25 unbedingt einmal anhören, denn sowohl auf Scheibe wie auch Live sind UNIVERSUM25 eine echte Bank, die zwischen den großen Bands der nationalen Szene ihren festen Platz gefunden hat.


Bleibt zu hoffen, dass ich auch bei der anstehenden Landtagswahl im März das richtige Entscheidung treffe, bei der heutigen Wahl der Location Im Wizemann habe ich das Kreuz auf alle Fälle an der richtigen Stelle gemacht. Entgegen der oftmaligen Versprechungen in der Politik bekam ich bei UNIVERSUM25 zu 100% das was ich gewählt habe und was mir im Vorfeld versprochen wurde.
95 min erstklassiger Deutschrock, beste Stimmung und ein Konzert, das sehr positiv in Erinnerung bleibt.

Als Support waren bei der „Die Maschinen wollen Leben“-Tour übrigens die Rostocker Jungs von SOAB mit dabei, die mit ihrem Deutschrock irgendwo zwischen „Matscho-Rock, Hiphop und Deutsch-Rap angesiedelt waren. Die fünf Musiker versuchten die Fans im Wizemann einzuheizen, was ihnen auch einigermaßen gut gelang. Zwar waren die ersten Reihen in der Show gut eingebunden, doch insgesamt hielt sich die Begeisterung Im Wizemann doch etwas in Grenzen und das Stimmungsbarometer erreichte nicht ganz das erhoffte Level.

Mir persönlich waren die Songs etwas zu sehr vom „Manta-Feeling“ geprägt, was auch noch durch die “Vokuhila“ des Frontmannes optisch untermal wurde. Auch das selbstbezeichnete Image als „lustige Saufband“ ist mir etwas zu prolohaft.

Songs wie „Alles was mal war“ oder „Kilometer“ waren zwar ganz nett anzuhören, konnten mich aber Inhaltlich wie auch musikalisch nicht richtig abholen. Und auch im Publikum sah man das ein oder andere fragende Gesicht bei Songs wie „Maulmische“, „Überfall“ oder „Dinos aus dem All“.

Zu wenig für Begeisterungsstürme, SOAB waren nicht ganz mein Ding.

UNIBVERSUM25 online: Webseite / Facebook / Instagramm / Youtube

SOAB online: Webseite / Facebook / Instagramm / Youtube


Fotocredits : Live It Loud Pix by Thomas Jenne

By Thomas

Musikalisch bin ich seit den 80er vor allem im melodischen Hard& Heavy-Dschungel unterwegs und immer auf der Suche nach neuen und alten Perlen. Meine absoluten Faves sind Queenaryche, Y&T, Die Toten Hosen... u.v.a.....inzwischen kann ich mich aber auch für Mittelalterrockband wie Feuerschwanz oder Saltataio Mortis absolut begeistern. Ab und an geht mein Blick aber auch mal über den Tellerrand in Richtung Speed/Trash/Death...solange Melodien erkennbar sind. Auch wenn ich schon zu der Ü50-Fraktion gehöre, findet man mich bei Konzerten und Festivals fast immer Front of Stage, denn Sitzplatz beim Rockkonzerten, das passt bei mir einfach nicht zusammen. Erst wenn es ohne Rollator mal nicht mehr gehen sollte, ist die Tribüne vielleicht ne Alternative.

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