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NIGHTWISH – Epischer Auftritt vor 12.000 begeisterten Fans! – Konzertbericht vom Gig in Stuttgart

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Nachdem die ‚Human. :II: Nature.‘-Tour der finnischen Symphonic-Metaller von Nightwish durch Europa vier Mal verschoben werden musste, konnte am letzten Sonntag nun endlich doch das große Deutschlandfinale in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart vor ca. 12.000 Zuschauern stattfinden. Als Support für die Tour hatte sich die finnische Metalinstitution von Tuomas Holopainen mit den Disco Metallern von Turmion Kätilöt (dt. Die Hebammen des Verderbens) und Beast in Black verstärkt, um das Publikum nach der langen Wartezeit entsprechend auf Touren zu bringen.

Die Befürchtung einer erneuten Verschiebung des Auftritts wegen der im August bekannt gewordenen Brustkrebserkrankung von Frontfrau Floor Jansen wurde glücklicherweise nicht war, sodass der Abschluss für Deutschland planmäßig stattfinden konnte. Bei tiefsten Wintertemperaturen bildeten sich schon früh am Abend lange Schlangen vor der Halle, um sich rechtzeitig die besten Plätze vor der großen Bühne zu sichern.

Um 18:55 starten Turmion Kätilöt den musikalischen Teil des finnischen Abends. Die meisten dürften die Band bislang noch nicht live gesehen haben und so dauert es eine Weile, bis das Publikum richtig warm mit der Musik wird. Dies liegt wohl auch an den Texten der Band, die ihre Songs meist auf finnisch präsentieren. Turmion Kätilöt spielen einen Mix aus Industrial Metal mit Techno- und Disco-Beats, die trotz der in unseren Breiten eher fremden Sprache doch auf eine gewisse Art eingängig klingen.

Die beiden Frontmänner Petja „MC Raaka Pee“ Turunen und  Saku „Shaq-U“ Solin übernehmen gemeinsam die Main-Vocals und rocken ordentlich ab, sodass nach einigen Songs auch das Publikum im Takt mitwippt. Wenn auch einige Fans die Band ordentlich abfeiern, dürfte sich die Begeisterung auf breiter Basis jedoch in Grenzen gehalten haben. Zu unterschiedlich war das Gebotene der Finnen im Vergleich zu den Erwartungen an den Headliner, weshalb wohl die Mehrzahl der Besucher am heutigen Abend gekommen waren.
Nichts desto trotz nutzen Turmion Kätilöt ihre knapp 25 Minuten auf der Bühne wie auch nach der Show, um für ihre eigene Headlinershow am 23. Februar 2023 im Stuttgarter Wizemann Werbung zu machen.

Nach kurzer Umbaupause folgt mit Beast in Black der zweite finnische Support des Abends und es wird sofort deutlich, dass die Band eine eindeutig größere Schnittmenge an Fans mit Nightwish aufzuweisen hat. Gleich mit dem ersten Tönen von ‚Blade Runner‘ vom aktuellen Album ‚Dark Connection‘ geht das Publikum mit den Synthy-Beats der Finnen richtig mit. Ihre Songs sind doch einer größeren Zuschauermenge bekannt und so stoßen die Hits aus den drei bisherigen Albumveröffentlichungen wie ‚Midnight Rendezvous‘, ‚Sweet True Lies‘ oder ‚Beast in Black‘ auf gute Resonanz beim Publikum und es wird kräftig mitgesungen. Auf der Bühne wird geposed was das Zeugs hält, in Zweier- und Dreiergruppen, vor und zurück, die beiden Sechssaiter Kasperi Heikkinen (Ex-U.D.O.) und Anton Kabanen (Ex-Battle Beast) sowie der Mann am Bass Mate Molnar erweisen sich als eingespieltes Team.

 

Musikalisch ist die gebotene Mucke jedoch eine gewisse Gratwanderung. Schon auf Platte versprühte die Band ordentlich Ohrwurm Charakter, kann andererseits durch die andauernden discomäßigen Elektro-Keys nach gewisser Zeit aber auf die Nerven gehen.

Leider überzeugt der Live-Sound während des gesamten Auftritts nicht und wird sehr von den vom Band eingespielten Playback-Disco-Tönen dominiert, so dass man die einzelnen Instrumente nur sehr schwer aus dem Gewumse der Boxen heraushören kann. Während die Gitarren zumindest bei den Soli noch zu erkennen sind, fällt das Schlagzeug eigentlich komplett aus, es ist nur ein hölzernes Geklopfe auf die Kessel zu vernehmen. Das hat mit einem Metal-Schlagzeug nicht viel zu tun. Sehr schade, denn ein guter Sound ist essentiell für die Songs von Beast in Black. Zumindest Frontmann und Sänger Yannis Papadopoulos kann man einigermaßen verstehen, so dass auch der Abschlusssong des 50 minütigen Auftritts ‚End of the World‘ kräftig abgefeiert wird. Insgesamt kann mich die Performance nicht richtig überzeugen, zu sehr verhagelt der Sound den gut gemeinten Auftritt. Das musikalische Können der einzelnen Musiker war leider zu keiner Zeit richtig erkennbar, zu sehr überlagerte das Wummern aus den Boxen alles andere.

 

Noch eine halbe Stunde warten, dann fällt um 20 Uhr 45 endlich der Vorhang, der die Bühne vor neugierigen Blicken schützen soll. Wie schon beim Streaming-Event startet das Intro von ‚Music‘, die fünf Musiker betreten nacheinander die Bühne, den Abschluss macht Sängerin Floor Jansen und tritt unter tosendem Beifall ins Rampenlicht. Leider spart man sich den kompletten Eröffnungstitel des aktuellen Albums und geht statt dessen nach dem Intro direkt in ‚Noise‘ über. Das Publikum ist schlagartig von Null auf Hundert und singt lautstark mit. Soundtechnisch spielt Nightwish in einer ganz anderer Liga und so macht die Show weitaus mehr Spaß als bei den Vorbands.

Der Auftritt wird mit zahlreichen Pyros veredelt und auch die riesige Videowall macht den Auftritt zu einem optischen Leckerbissen in der Vorweihnachtszeit. Glücklicherweise merkt man Floor die Folgen Ihrer überstandenen OP nicht an, sie macht auch keinerlei Kompromisse und lässt ihre – inzwischen etwas kürzer geschnittenen Haare – wieder beim Headbangen wild kreisen.

Auf ‚Storytime‘ aus der Olzen-Era folgt mit ‚Tribal‘ ein weiterer neuer Song vom aktuellen Album ‚Human. :II: Nature.‘. Der etwas abgehackte, für Nightwish eher untypische Song wirkt live um einiges bombastischer als auf Platte. Mit den stakkatoartigen Riffs und Feuerfontänen bekommt der Song einen okkulten Touch, nicht nur wegen der „Uh-Ah“-Rufe und dem Totenschädel auf der Videowall.

Nach den balladesken ‚Elan‘ gibt Floor den Rudelführer und präsentiert ‚7 Days to the Wolves‘. Hier unterstützt sie Troy am Mikro mit Backing-Vocals und Emppu zaubert klasse ein gefühlvolles Solo auf die Bühne. Als Kai an den Drums nach dem Break auf die Tube drückt, geht richtig die Post ab, Floor ist nicht mehr zu halten und läuft erstmals zu Höchstform auf.

‚Dark Chest of Wonder‘ bleibt auch ohne Tarja wie immer eine absolute Livegranate. Troy übernimmt dann bei ‚Harvest‘ den Gesang, Floor unterstützt als zweite Stimme. Mit tollen Bildern im Hintergrund kommt richtige Herbststimmung im kalten Winter auf. Das Solo auf der Pipe verdeutlicht einmal mehr, welch großer Gewinn die Hinzunahme von Troy darstellt, der dank seiner vielfältigen musikalischen Fähigkeiten ganz neue Elemente in den Sound von Nightwish einfließen lässt. Auch bei ‚I Want My Tears Back‘ folgen nochmals Troys Pipes und verleihen dem Song den typisch irischen Touch, man möchte am liebsten in Riverdance-Manier das Tanzbein schwingen.

Erstklassig ist das folgende ‚Sahara‘ in orientalischem Sound Gewand und gelungener optischer Untermalung. Hier zaubert Bandleader Tuomas Holopainen einen gewaltigen Klangteppich an seinen Keyboards aufs Parkett.

Im Anschluss folgt der ruhigste Moment in der ansonsten durchweg energiegeladenen Show. Zusammen mit Troy präsentiert Floor ‚Our Decades in the Sun‘ in einer Akustik-Version – nur mit Gitarre und Mikro auf einem Barhockern sitzend. Das Publikum sorgt dabei mit hunderten Handylichtern im gesamten Rund der Halle für den passenden optischen Rahmen. Nach dem weihnachtlich anmutenden Lichtermeer nutzt Troy gleich noch die Gelegenheit zu einer kleinen Anekdote von einem Besuch der Band auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt, der ihnen unvergessliche Erinnerungen schon vor dem eigentlichen Weihnachtsfest bescherte. Der Band habe dort etwas wahrhaft Böses aufgelauert, „There`s evil lurking in this city“ so Troy, „and its name is …Glühwein“, was zu lautem Gelächter im Publikum führte. Glücklicherweise merkt man den Musikern die Folgen des Ausfluges nicht mehr an und so kann der Gig ohne Einschränkungen mit einem ihrer größten Hits fortgeführt werden.

Bei ‚Nemo‘ zeigt Floor ihr außergewöhnliches Talent auch für die allerhöchsten Tonlagen. Waren vor einigen Jahren bei diesem Song hier und da noch einige Wackler zu vernehmen, so schafft es Floor inzwischen wie ihre Vor-Vorgängerin Tarja Turunnen auch im höchsten Sopran jeden Ton genau zu treffen. Eine Ausnahmesängerin, die nicht nur bei ‚Sing mein Song‘ im TV das Publikum begeistern konnte.

Mit ‚Shoemaker‘ folgt einer der Höhepunkte des Abends. Ein epischer Track, der auch live alle Register zieht und die Extraklasse der Band verdeutlicht. Tragend beginnend, steigert sich der Song und wechselt mehrfach das Tempo. Von Troy gesangstechnisch unterstützt, sorgt dieses Gesamtkunstwerk für Gänsehaut pur, besonders der Solopart von Floor sorgt für unbändige Begeisterung.

Als der Anfang von ‚Last Ride of the Day‘ ertönt, wird dem Stuttgarter Publikum dann erstmals bewusst, dass sich der Auftritt langsam dem Ende nähert. Hunderte Feuerstöße untermalen den schnellen Kracher und treiben dabei den Gasverbrauch ordentlich in die Höhe. Kai sorgt hier wie schon während des gesamten Auftritts für den nötigen Doppelwumms an den Drums. Beim folgenden ‚Ghost Love Score‘ brennt er ein wahres Feuerwerk mit Tuomas an den Keyboards ab, ehe Floor erneut ihre Sopranstimme in den Mittelpunkt stellen kann.

Danach ist leider schon das Ende des Gigs erreicht, die knapp 80 Minuten vergingen wie im Flug. Mit ‚The Greatest Show on Earth‘ folgt noch der überlange Übersong von Floors Nightwish-Debutalbum, der die letzten Jahre regelmäßig am Ende eines jeden Nightwish-Gigs auf der Setlist auftauchte. Auch heute in Stuttgart bildet der Song mit seinen knapp 20 Minuten Spielzeit einen krönenden Abschluss eines phantastischen Auftritts der finnisch/niederländisch/britischen Band. Tuomas hat hier nochmals ausreichend Gelegenheit, sich mit dem Keyboard zu präsentieren. Nach Floors Einsatz wird dann der Schalter umgelegt und nochmals Vollgas geben, headbanging und Mähne schütteln ist wieder angesagt. Das sirenenhafte Gesangssolo und der mahnende Sprechgesang von Floor sowie die tolle optische Untermalung des Songthemas  auf der Videowall, der Song ist mit seinem ‚We were here‘-Refrain einfach grandios und das perfekte Finale für jede Nightwish-Show.

Dann ist leider endgültig das Ende der Show erreicht und die Band kann sich ihren verdienten Beifall beim begeisterten Publikum abholen. Hier hat Floor nochmals einen allerletzten Soloauftritt und singt beim Outro aus ‚All the Works of Nature Which Adorn the World: Ⅷ. Ad Astra‘ noch live den hohen Solopart. Mir läuft es vor Begeisterung eiskalt den Rücken runter, sicherlich auch für das Publikum ein emotionaler Höhepunkt.

Fazit:
Was für ein geiler Auftritt einer fantastischen Band. Es gibt wohl nur wenige Bands, die Nightwish musikalisch das Wasser reichen können. Auch wenn Neu-Bassist Jukka Koskinen leider nicht die Aura und Ausstrahlung eines Marko Hietala besitzt und meist dezent im Hintergrund agiert, ist die Band nun wieder vollzählig. Was nicht ist, kann ja noch werden!

So konzentriert sich wohl auch künftig das Hauptaugenmerk bei den Shows von Nightwish eindeutig auf die sympathische Frontfrau Floor Jansen aus den Niederlanden mit ihrer göttlichen Stimme.

Glücklicherweise hat Floor den Kampf gegen den Krebs (hoffentlich für immer) gewonnen. Als Fan kann man nur dankbar sein, dass die Band von einem weiteren Schicksalsschlag und möglichen Wechsel am Mikro verschont geblieben ist, gab es in den vergangenen Jahren doch schon einige markante Veränderungen im Bandgefüge.

Mastermind Tuomas Holopainen hat es trotzdem verstanden, trotz dieser immer wiederkehrenden Personalwechseln in den letzten 25 Jahren die Qualität mit jedem Album erneut auf ein neues Level zu heben und hat sicherlich eine der Supergroups der Neuzeit erschaffen, die weltweit für Furore sorgt.
Wenn in den nächsten Jahren nach und nach die ganz großen Bands abdanken werden, die Symphonic-Metaller von Nightwish stehen parat, um in die Fußstapfen von Bands wie Deep Purple, Iron Maiden, AC/DC oder den Scorpions zu treten.

Lineup Turmion Kätilöt:

Petja „MC Raaka Pee“ Turunen – Gesang
Saku „Shaq-U“ Solin – Gesang
Hannu „Master Bates“ Voutilainen – Bass
Janne „Run-Q“ Tolsa – Keyboard
DQ – Schlagzeug
Miikka „Bobby Undertaker“ Närhi – Gitarre

Setlist Turmion Kätilöt:

  1. Naitu
  2. Verta ja lihaa
  3. Sormenjälki
  4. Isä meidän
  5. Grand Ball
  6. Sikiö

Lineup Beast in Black:

Yannis Papadopoulos – Vocals
Kasperi Heikkinen – Gitarre
Anton Kabanen  – Gitarre
Atte Palokangas – Drums
Mate Molnar – Bass

Setlist Beast in Black:

  1. Blade Runner
  2. Moonlight Rendezvous
  3. Beast in Black
  4. Die by the Blade
  5. Sweet True Lies
  6. One Night in Tokyo
  7. From Hell With Love
  8. Blind and Frozen
  9. End of the World

Lineup Nightwish:

Floor Jansen – Gesang
Emppu Vuorinen – Gitarre
Tuomas Holopainen – Keyboard   
Troy Donockley – Gitarre, Mandoline, Uilleann Pipes,Tin Whistle
Kai Hahto – Schlagzeug
Jukka Koskinen – Bass

Setlist Nightwish:

  1. Music (Intro)
  2. Noise
  3. Storytime
  4. Tribal
  5. Élan
  6. 7 Days to the Wolves
  7. Dark Chest of Wonders
  8. Harvest
  9. I Want My Tears Back
  10. Sahara
  11. Our Decades in the Sun (Acoustic)
  12. Nemo
  13. Shoemaker
  14. Last Ride of the Day
  15. Ghost Love Score
  16. The Greatest Show on Earth
  17. All the Works of Nature Which Adorn the World: Ⅷ. Ad Astra (Floor sang a part)


Fotocredits: Emeraldpics by Oliver Haremsa

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Thomas

Musikalisch bin ich seit den 80er vor allem im melodischen Hard& Heavy-Dschungel unterwegs und immer auf der Suche nach neuen und alten Perlen. Meine absoluten Faves sind Queenaryche, Y&T, Die Toten Hosen... u.v.a.....inzwischen kann ich mich aber auch für Mittelalterrockband wie Feuerschwanz oder Saltataio Mortis absolut begeistern. Ab und an geht mein Blick aber auch mal über den Tellerrand in Richtung Speed/Trash/Death...solange Melodien erkennbar sind. Auch wenn ich schon zu der Ü50-Fraktion gehöre, findet man mich bei Konzerten und Festivals fast immer Front of Stage, denn Sitzplatz beim Rockkonzerten, das passt bei mir einfach nicht zusammen. Erst wenn es ohne Rollator mal nicht mehr gehen sollte, ist die Tribüne vielleicht ne Alternative.

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