EP Review, Reviews

Morgan Rose – Controlled Chaos – EP Review

morgan-rose-controlled-chaos-ep-review

Genre: Industrial, Nu Metal, Alternative Metal

Land: USA

Morgan Rose, eigentlich Trommler bei Sevendust, geht nun auch Solo-Wege. Wobei er auch Clint Lowery, Gitarrist bei Sevendust, mit an Bord geholt hat. Komplettiert wird das Projekt mit Jason Christopher, den man vor allem als Basser bei Prong und Corey Taylor kennt.

Nachdem mich Clints Solowerk durchaus überzeugen konnte, legte Sevendust ein recht schwaches Album vor. So stellt sich dem geneigten Fan hier natürlich die Frage, wo sich nun Morgan mit seinem Debut einreiht. Eines lässt sich aber schon vorneweg sagen: Ein Leerlauf wie das aktuelle Sevendust Album ist dieses Solo Debut keineswegs.

Eine EP ist aber auch nicht so schwierig zu konzipieren wie ein Full Length Album. Bei einer EP ist es wesentlich einfacher, aus einer geringeren Anzahl an Tracks den passenden Spannungsbogen zu kreieren. Bei einem kompletten Album reichen dagegen ein paar gute Songs nicht aus.

Das Intro zeigt einerseits nicht nur die wohl größte Schwäche von „Controlled Chaos“, sondern auch dessen große Stärke. Es fungiert als reine Überleitung zu The Answer, was wirklich gut funktioniert und dem Track die nötige Wirkung verleiht. Jede Nummer hat ein vom Sound des Songs losgelöstes Outro als Verbindung zum folgenden Track. Die Übergänge an sich passen zwar immer ziemlich gut, jedoch ergeben sie meist auch einen zu harten Break zum aktuellen Song als Resultat. Es wäre hier wohl auf Dauer besser gewesen, die Outros losgelöst vom gerade laufenden Track entweder als eigenständige Intros oder als Intro im dazugehörigen Song zu nutzen.

Das ist aber auch schon der einzige wirkliche Kritikpunkt. Man hört allen Musikern die Erfahrung an. Ich finde, man kann einen gewissen Sevendust-Touch heraushören, jedoch wird uns hier viel mehr Abwechslung geboten. So klingt The Answer musikalisch nach Alterantive Metal, ähnlich der Hauptband des Musikers, und versprüht mit den Vocals ein gewisses Grungegefühl, vermengt mit dem Industrial/Crossover Flair der frühen Slipknot, ohne aber deren Härte zu erreichen. Interessanterweise scheint der Fokus vor allem auf den harten Riffs zu liegen, nicht wie erwartet auf den Drums.

In Faster Man wird die Atmosphäre großgeschrieben. Hier liegt der Fokus vermehrt auf dem Drumming, mit ein paar aus dem Hintergrund eindringenden Riffs. Im Refrain kommt ein extremes Alice In Chains Gefühl auf. Der Song hätte so auch ganz leicht auf „Black Gives Way To Blue“ gepasst.

Das folgende Clarity ist ohne Frage der massentauglichste Song der EP. Disharmonische Riffs, dazu ein Morgan, der in den Strophen schon beinahe seine Worte haucht, um dann im Refrain mit Power, vor allem aber Druck die Worte heraus zu pressen. Die Riffs erzeugen in Kombination mit dem Drumming eine spacige Atmosphäre.

Eine kleine Zeitreise löst Come Alive aus. Wieder kommen mir hier bei den Vocals Slipknot in den Sinn. Instrumentell klingt speziell das Intro wie frisch aus den 2000ern und erinnert mich total an die Nu Metal Ära. Starkes Drumming und ein abwechslungsreicher Gesang zeichnen auch diesen Song aus. Während in den Strophen gerappt wird, knallt uns Morgan im Refrain einen Hybrid aus Screams und Cleans um die Ohren.

Die größte Überraschung ist aber ohne Frage das abschließende Exhale. Eine Pianoballade, die stilistisch sowas von aus dem Rahmen fällt, sich aber dennoch angenehm gut in das Gesamtkonzept dieser EP einfügen kann. Der Hall auf der Stimme klingt wunderbar, ebenso wie die hohen Töne, die Morgan zum ersten Mal auf dieser feinen Sammlung raushaut. Nach den anderen schnellen und harten Nummern wurde dieser Song wirklich gut ans Ende der Tracklist gewählt, um so die Temperatur des Hörers noch einmal angenehm herunterzufahren.

Fazit:

Es macht mich schon fast traurig, diese EP zuhören. Warum Sevendust so auf Nummer sicher gegangen sind und den Drang zum Experimentieren verloren haben, ist wirklich bedauerlich.

„Controlled Chaos“ ist ein feiner, kleiner Dreher, dem nur die ausufernden Outros etwas im Weg stehen. Ändert man das mit einem möglichen Nachfolger und lässt den ruhigen Momenten etwas mehr Platz, könnte uns da in der Zukunft wirklich noch was Sauspannendes erwarten.

So reicht es aktuell für 7,5 von 10 Bängs.

„Controlled Chaos“ erschien am 27. November via Rise Records und ist als CD, Digitales Album und Stream erhältlich.


Line-Up:

Morgan Rose – Drums/Vocals

Clint Lowery – Guitar

Jason Christopher – Bass


Tracklist:

1. Intro

2. The Answer

3. Faster Man

4. Clarity

5. Come Alive

6. Exhale


Morgan Rose auf Facebook

Morgan Rose auf Instagram

Morgan Rose Homepage

Share

Patrick

geb. 1993, Musik-Fan seit 2010, Verlobt, Ein Sohn, Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk, Alternative Rock. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

Danke für deinen Besuch.
Vielleicht willst du uns ja auch auf Facebook kennenlernen?
Danke für dein „Gefällt mir“!

Translate »