CLAWFINGER – Before We All Die – das lang erwartete neue Album

Ein Albumreview

  • VÖ: 20.02.2026

Es ist ja schon einige „Frühschoppen“ her, dass die schwedischen „Rap- Metaller“ ein Studio von innen sahen. Um ganz genau zu sein, wurde 2007 ihr letztes Album veröffentlicht, doch nun hat das Warten ein Ende. Tja, gut Ding, braucht Zeit.

Unter dem Titel „Before We All Die“ veröffentlichten die Schweden am 20.02. ihr langersehntes neues Studiowerk, das sich lyrisch mit den Themen des Umweltkollapses bis zur persönlichen Heuchelei befasst.

Fotocredit: Peter_Bjoens.

Vertraute Wut, neue Tiefe

Insgesamt 12 Tracks präsentieren CLAWFINGER in ihrem neuen Werk, wobei die Protagonisten es selbst als laut, wütend mit schwarzem Humor bezeichnen.

Die große Stärke von Before We All Die liegt in der Balance: Der alte, aggressive Clawfinger-Spirit ist jederzeit spürbar, wird aber ergänzt durch eine Reife, die aus fast zwei Jahrzehnten Lebenserfahrung gewachsen ist. Die Riffs sind hart, die Texte direkt – doch darunter liegt Reflexion statt bloßer Provokation.

Bereits der Opener setzt sofort Akzente, wobei hier CLAWFINGER nicht lange herumfuchteln und sofort auf die „Zwölfe hauen“. Markante Riffs und eine Refrain der sofort im Ohr hängenbleibt. Sehr ähnlich und kraftvoll sind auch die nächsten beiden Songs aufgebaut, die markante Refrains in sich haben. „Big Brother“ punktet mit seiner Dramatik und Spannung, wobei ich mir diesen Song gut als einen Movie- Soundtrack vorstellen könnte. Mit „A Perfect Day“ entfernen sich CLAWFINGER dem Genre des Metal, da dieser Track sehr „raplastig“ ist, und eher ins Repertoire von Will Smith oder als Game- Sountrack für GTA VI passen würde. Aber ja, Geschmäcker sind verschieden. „A Fucking Disgrace“ hebt sich durch seinen coolen Move und fast schon „westernhafte“ Passagen durch das Einsetzen von Lap Steel Gitarren durchaus hervor. Mit dem gleichnamigen Albumtitel finden CLAWFINGER ein perfektes Finale, da der Track nur so von geile Riffs von Beginn an schiebt und zum Moshpit auffordert. Mit dem Song „Before We All Die“ schließt sich somit der Kreis von fetten Songs auf dem, ich wage es jetzt schon zu sagen, zukünftigen Klassiker.

Laut, wütend, bissig und hochpolitisch entfacht die Band ein Feuerwerk an Energie, das sofort klar macht: Diese Rückkehr ist kein nostalgisches Aufwärmen, sondern ein kraftvolles Lebenszeichen. Vom ersten Takt an klingt es, als hätten CLAWFINGER nie eine Pause eingelegt.

FAZIT:

Das lange Warten hat sich definitiv gelohnt, denn CLAWINGER zaubern eine fette Platte aus ihrem „Nähkasten“, das man auf jeden Fall mit ihren Klassikern vergleichen kann. Top Album – von mir gibt es 9 von 10 Bängs

neun von zehn

Tracklist

  1. Scum (03:05)
  2. Ball & Chain (03:16)
  3. Tear You Down (02:54)
  4. Big Brother (03:33)
  5. Linked Together (03:28)
  6. A Perfect Day (03:22)
  7. Going Down (Like Titanic) (04:02)
  8. You Call Yourself a Teacher (02:58)
  9. A Fucking Disgrace (03:11)
  10. Kill The Dream (03:06)
  11. Environmental Patients (03:40)
  12. Before We All Die (04:08)

By Olli C

Passionierter Motorradfahrer sowie "Möchtegern"- Schlagzeuger und Fotograf aus Österreich. Bevorzugt Powermetal, traditionellen Heavy Metal, NWOBHM, Thrash, Melodic Death,Sleeze, Gothic, Symphonic Metal, Glam aber auch Hard Rock. Ist mit seiner Kamera in Wien, Niederösterreich, der Steiermark dem Burgenland, Slowenien, Ungarn und in Tschechien unterwegs für Konzert und Festivalreportagen. Macht jedoch auch Albumreviews und wirft ein Auge auf Undergroundbands. Moderierte früher Metalshows auf diversen Internetplattformen.

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