Interview

Blackout Problems – Michael im Gespräch über DARK – Interview

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Nicht nur, dass „DARK“ bei mir immer noch regelmäßig läuft, Blackout Problems ist auch eine meiner Lieblingsbands. Dementsprechend war meine Freude über ein Interview mit Drummer Michael Dreilich riesig.

Am 16. Februar war es dann so weit und nach einem kleinen Smalltalk, um das Interview locker zu starten, ging es dann auch schnell los.

Patrick (Rockmagazine): Wie geht es dir in dieser schwierigen Corona-Zeit?

Michael: Mir geht’s eigentlich sehr gut weil man merkt, wie privilegiert man doch ist. Selbst, wenn jetzt dem Job oder der Arbeitswelt, in der ich mich normalerweise bewege, ein komplettes Standbein weggerissen wurde ist es trotzdem so, dass ich immer noch sehr beschäftigt bin. Da bin ich sehr dankbar dafür, und deswegen geht’s mir eigentlich arbeitsmäßig, bezogen auf Musik, sehr gut. Da bin ich sehr froh, aber mental ist es einfach eine schwere Aufgabe. Gerade die stark eingeschränkten Kontakte haben einfach einen wahnsinnig negativen Effekt. Das merkt man grad an so Tagen wie Silvester oder Geburtstagen. Entweder es ist gar kein Treffen möglich, oder man muss in Schichten planen, um sich an alles halten zu können. Und das macht alles einfach kompliziert und man merkt, wie einen das belasten kann. Und das merk ich auf alle Fälle. Also bin ich einerseits super happy und super dankbar, was gerade passiert musikalisch. Andererseits wünsch ich mir, dass alles wieder normal wird und wir wieder mehr mit einander interagieren können. Es ist zwar cool, so wie jetzt über Zoom, es wird aber das Echte nie ersetzen können und das wünscht man sich schon wieder zurück.

Patrick (Rockmagazine): Könnt ihr denn eigentlich von der Musik leben?

Michael: Keiner von uns lebt ausschließlich von Blackout Problems, die Band ist ein großer Teil unseres Einkommens, aber jeder hat noch bissl so nebenher ein kleines Ding am Laufen. Egal, ob jetzt Workshops, Schlagzeugstunden, andere Projekte, Studiojobs oder andere Nebenjobs. Wie gesagt, Blackout Problems ist der Hauptfokus und sorgt für den Löwenanteil der Arbeit und auch für einen guten Teil der Einnahmen. Aber ausschließlich von Blackout Problems lebt keiner von uns.

Patrick (Rockmagazine): Wie sind die Rückmeldungen zu „DARK“ bisher?

Michael: Was ich so mitbekommen und gelesen habe, ist es wirklich durchaus sehr, sehr positiv, aber ist irgendwie auch klar, denn die Sachen, die du über die eigenen Social media Kanäle liest, sind selten Kritik. Es gibt wirklich selten jemanden, der dir auf deinen eigenen Kanälen schreibt, das er die Musik nicht mag. Ich glaub, da ist die Hemmschwelle immer noch sehr groß und viele haben vielleicht zu viel Anstand, was das angeht. Es gibt sicher Leute und Fans, denen es nicht gefällt, aber die haben es vielleicht noch nicht so direkt gesagt. Was aber ziemlich cool war: Die digitale Releasewoche. Die hat quasi kompensieren müssen, was normal in einer Releasewoche bei uns abgeht. Normalerweise wäre das sieben Tage am Stück in kleinen Clubs die Platte zu spielen und das hat nun das digitale kompensieren müssen. Und ich find, das hat ziemlich gut funktioniert. Ich hab, glaub ich, noch nie soviel Zeit im Internet verbracht, wie in dieser Woche aber es hat uns viel Kraft gegeben. Es war einfach mega geil das ganze Feedback zu lesen und zu sehen, welche die Lieblingssongs der Leute sind. Das war total cool und von dem her kann ich sagen, das Feedback war eigentlich nur positiv. Es war positiv und zahlreich. Viel zahlreicher als von uns erwartet.

Patrick (Rockmagazine): Grade mit „KAOS“ seid ihr meiner Meinung nach ziemlich durch die Decke gegangen. Man hat schon gemerkt, dass sich der Sound verändert hat. „DARK“ ist aber noch elektronischer, als eben „KAOS“. War das für euch ein Schritt, der logisch war?

Michael: Es ist auf jeden Fall kein Plan vorhanden. Wir sitzen nicht zu viert zusammen und sagen: Ok, wir wollen jetzt elektronischer werden. Auch bei „KAOS“ war es nicht so. Wir haben nicht gesagt, das es so klingt wie es jetzt nun mal klingt, sondern es war ein natürlicher Prozess, eine Findungsphase und die hat auch seine Zeit gebraucht. Wir haben gar nicht großartig in irgendwelchen Stilrichtungen gedacht. Wir haben einfach gesagt, das Wort Dark hat für uns eine ganz eindeutige Bedeutung. Wir wissen, was das für uns ist und was „DARK“ ist oder nicht in den Kosmos passt. So fühlt es sich für mich im nachhinein an, das wir gar nicht großartig kommunizieren konnten, was „DARK“ oder Dark Pop ist. Es ist so eine Gefühlsding. Und das es dann auch schlussendlich elektronischer geworden ist, da gebe ich Jeder und Jedem recht und das ist auch voll ok. Selbst, wenn das alles sehr elektronisch ist, sind das im Kern 4-6 Menschen, wenn wir unseren Produzenten Sebastian (Geistha) und Philip Koch, mit dem wir DRIVEBY geschrieben haben, dazuzählen. Da sind einfach immer noch Menschen dahinter und drumtechnisch sind elektronischen Beats zu 99% echt von mir gespielt. Es klingt nur nicht nach echtem Schlagzeug, sondern nach Samples. Nur weil was elektronisch ist, heißt das nicht, dass das unmenschlich ist oder nicht von innen heraus kommt. Es ist auf jeden Fall nicht so, wie ich es schon mal gehört hab das es jemand gesagt hat: Die Hälfte von den „DARK“ Songs klingt so, als hätte es jemand am Computer geschrieben und Mario hat drüber gesungen. Es darf natürlich jeder sagen und danken was er möchte, aber das muss ich einfach ganz klar sagen, das es das absolute Gegenteil war.

Patrick (Rockmagazine): Was wollt ihr uns mit dem Albumartwork vermitteln?

Michael: Da gibt es mehrere Perspektiven. Wir haben irgendwann bei unseren Socialmedias gesagt, ich glaub es war Mario: Nehmt doch mal Blumen mit. Und dann haben wirklich einige Blumen mitgehabt und dann bei einem Konzert auf die Bühne geworfen und das war total cool und das hat irgendwie gepasst. Dann haben wir eine Story zu einem Song gemacht und da war wieder was mit einer Rose von einem anderen Künstler Oreon. Das war natürlich ein bissl anders, als das jetzige und wir haben dann gesagt: Wir sind selber große Fans von Bands mit starker Bildsprache was Videos und auch Logos angeht, sowie dem Logo von den Dead Kennedys. Dieses DK find ich super geil, das Black Flag Logo oder so Logo-Bands wie Nine Inch Nails. Das sind so krasse Logo-Bands und klar, wir sind nicht die Ersten, die eine Rose nutzen, aber wir haben gesagt, dass passt einfach. Lassen wir uns das als Symbol für uns nehmen. Und dann haben wir überlegt, ok gibt es noch eine andere Bedeutung dafür? Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob das eine offizielle Absicht war. Ich kann mich tatsächlich nicht mehr erinnern, aber was viele Leute sehen, ist die Weiße Rose, die Widerstandsgruppe von Sophie Scholl und anderen Menschen war. Und wenn man die weiße Rose politisch deuten will, dann geht das genau in die Richtung und das ist dieser Widerstand, dieses aufmerksam machen. Damals das Verteilen von Flugblättern durch Sophie Scholl. Auf gar keinen Fall vergleiche ich mich oder die Band mit Sophie Scholl, aber diese Art von Aufmerksam machen und Widerstand soll auf jeden Fall auch darauf anspielen. Also wenn man die weiße Rose politisch deuten und eine Bedeutung rauslesen will, dann geht’s um diese Widerstandsrichtung, genau. Und lustigerweise ist es ähnlich zum Cover des Depeche Mode Albums „Violator“. Ich find Depeche Mode ziemlich cool, also ich kenn jetzt nicht jeden Song, aber die die ich kenne gefallen mir richtig gut und ich finde die Stilrichtung auch ziemlich, ziemlich cool und da haben mich auch schon ein paar Leute darauf angesprochen, ob es was damit zu tun hat, weil auch der Sound ähnlich ist. So ist es aber tatsächlich gar nicht.

Patrick (Rockmagazine): Zum Digi-Pack bzw der Innenseite der Plattenhüllen. Dort steht bringin darkness. Soll das schon eine Anspielung auf den dunkleren Sound des Albums sein?

Michael: Ich glaub, wir hatten das bringin darkness schon vor dem Albumtitel im Kopf gehabt, so als Merch-Idee und dann haben wir uns irgendwie gedacht, das klingt geil so als Eigenschaft, so als Beschreibung für das Ganze. Es hat gar keinen so krassen Grund, sondern hat uns einfach gefallen.

Patrick (Rockmagazine): Ihr habt ja bei der „DARK“ Box die Platte „DARK MOODS“ als Bonus dazu geben, wo Songs drauf sind, die es nicht aufs Album geschafft haben bzw. in veränderter Form auf dem Album gelandet sind. Gibt es auch Songs, die es auf keine von den beiden Platten geschafft haben und wenn ja, was passiert mit diesen?

Michael: Sehr gute Frage. Ja, die gibt’s. Wir haben noch nie so viele Songs geschrieben wie für „DARK“ und wir haben auf jeden Fall 6-7 Songs, die es gibt. Also nicht in einer Endversion, aber die Ideen gibt’s und auch Demos dazu. Mindestens drei davon find ich so gut, dass ich dafür kämpfen werde, dass wir die fertig bekommen und irgendwie in irgendeiner Art und Weise releasen. Also ja gibts auf alle Fälle und werden hoffentlich auch bald gehört werden. Sind coole Sachen dabei.

Patrick (Rockmagazine): Ihr macht jetzt doch schon recht lange gemeinsam Musik. Läuft es dann beim Songwriting und Komponieren wie eine geölte Maschine oder gibt es immer noch gewisse Schwierigkeiten in der Entstehung?

Michael: Wir sind eine sehr basisdemokratische Band und verstehen, dass es vier Teile gibt, die das Ganze ergeben und nicht ein Teil und der Rest setzt das um. Das heißt jedem ist bewusst, dass jedes Viertel über die Albumlänge vertreten sein soll. Mos Backingschreie sind ein Teil von seinem Viertel, Marcus Harmonien sind ein Teil von seinem Viertel, Marios Art zu texten und seine Stimme als Frontmann ist ein Teil von seinem Viertel, meine, teilweise komischen Beats sind ein Teil davon. Dafür soll auf alle Fälle Platz sein. Das gute ist, dass wir alle verstanden haben, was die Band ausmacht und so auch die Songs schreiben, weil theoretisch jeder von uns selbst ein Album schreiben könnte. Die anderen sicherlich mehr als ich. Aber wir haben verstanden, wie gut es sein kann, wenn man sich als Band im gleichen Kosmos bewegt. Ja, es wird immer gewisse Probleme geben, weil es ein sehr emotionaler Prozess ist, das ist auch vollkommen ok, weil das auch so sein sollte aber wir werden das Risiko immer eingehen und werden uns sich immer musikalisch irgendwo treffen können, so das es sicher für jeden passt. Da bin ich sehr stolz auf uns wie wir das so handlen. Wir diskutieren viel aus, probieren viel aus. Mal die Richtung gehen, mal die Richtung gehen. Es ist eigentlich so ein typischer Bandprozess, aber ich bin total happy, wie wir das machen und anscheinend funktioniert es und das freut mich natürlich. Ist dann halt ein Zuspruch wenn man weiß ok, man kann so Art Musik machen, die teilweise sehr eckig und kantig ist und sich vielleicht auch nicht direkt in einer Richtung packen lässt, so dass man es glasklar vermarkten kann. Ich bin sehr froh, dass das so funktioniert und das es trotzdem Leute gibt, die das anerkennen.

Patrick (Rockmagazine): Ihr schafft es, dass eure Alben in sich absolut stimmig und wie aus einem Guss klingen. Ist das euer Anspruch oder entwickelt sich das im Laufe der Aufnahmen?

Michael: Das entsteht auf alle Fälle mit der Zeit und je fertiger die Songs werden, um so mehr bekommt man ein Gefühl, was man möchte. Also was man in der Tracklist so fühlt. Das ist einer meiner Lieblingsabschnitte im ganzen Prozess, wo man so merkt, ok so und so werden die Songs final, so fühlen sich die Songs an, so und so könnte ich mir eine Tracklist vorstellen. Und dann ist das so. Ok, man kommt rein mit dem Song dann macht man das und das, damit man den Hörer an den Punkt bringt. Sowie bei DARLING und HOUSE ON FIRE, da war uns ganz wichtig, dass so zu machen. Bei „KAOS“ und „Holy“ haben wir dem letzten Song eine relativ eindeutige Bedeutung gegeben. Das ist dieser letzte Song auf der Platte, deswegen klingt Charles so wie er klingt und deswegen hat Poets of Protest so ein langes Outro. Hätten wir diese Art bei „DARK“ weitergeführt, hätten wir wahrscheinlich DARLING als letzten Song nehmen müssen, aber wir haben gesagt: He, lasst uns das nicht machen lasst uns den Song mit dem extrem langen instrumental Outro, den wir Live vielleicht als letztes spielen würden, genau in die Mitte packen und dann direkt danach eine super poppige Hip-Hop-Electro Nummer ballern, um einfach da mitten im Album einen krassen Break zu haben. Bei der Vinyl Version haben wir es auch bewusst so gemacht, dass du nach DARLING die Platte drehen musst. Deswegen ist es dann auch so geil, weil GHOSTS am Ende ein etwas schnellerer Song ist. Und bei GHOSTS hab ich gesagt, dass ist so ein Song für ein Konzertintro. Das muss der erste Song bei einer Show sein, der muss direkt ballern und da find ich geil, dass das der letzte Song auf „DARK“ ist, weil der auch irgendwie so einen offenen, unabgeschlossenen Akkord am Ende hat und so die Story etwas offen lässt.

Wir machen uns da wirklich sehr viele Gedanken, wie die Tracks angereiht sind oder schauen uns dann auch an, wie flüssig der Übergang zwischen den einzelnen Songs ist. Solche Kleinigkeiten machen gute Platten aus. Wie lang klingen sie aus, wie lange ist Stille. Ich finde bei „DARK“ ist uns das gut gelungen das du das Album einlegst und es ballert dann direkt los. So unvermittelt, das find ich irgendwie cool.

Patrick (Rockmagazine): Habt ihr Pläne für weitere Streaming-Events bzw. Streaming-Konzerte oder versucht ihr schon Richtung echter Live-Shows zu schielen?

Michael: Das ist eine sehr schwierige Frage. Natürlich muss man sich immer am Gesetz orientieren, was machbar ist. Die Streaming-Shows waren super cool für uns. Es gibt ja schon einige Künstler, für die das keinen großen Unterschied macht, ob das ein Autokonzert ist, oder ein Picknickdeckenkonzert oder ob das ein normales Konzert in einem Club ist. Das ist ja auch total ok, aber was halt für uns entscheidend ist: Damit es wirklich ein Konzert ist, muss das gewisse Kriterien erfüllen. So wie das man so nahe wie möglich an den Leuten ist. Das muss ineinander verschmelzen und das geht einfach nur mit fehlender räumlicher Weite. Man muss einfach ganz eng zusammen stehen und nur dann ist das für uns auch ok, dafür Geld zu verlangen. 20 Euro für ein Picknickdeckenkonzert erschließt sich mir halt nicht so ganz, weil ich ein anderes Verständnis hab was mir ein Konzert geben soll. Andererseits ist mir natürlich klar, dass das, was wir als Konzert verstehen, aktuell nicht möglich ist. Das heißt wir werden das wieder sehr lange ausdiskutieren, was für uns da das Richtige ist und mit was wir uns wohlfühlen und natürlich müssen wir auch schauen, dass wir die Band am Leben erhalten. Also muss man einen Mittelweg finden, den wir alle vertreten können, denn wir werden KEINE Autokonzerte spielen. Wenn jemand das Argument bringt, die Leute kommen ja so oder so mit dem Auto zum Konzert. Ja, ist ok, aber es fühlt sich für uns nicht richtig an, 50 Autos anzuspielen. Das ist einfach ein Quatsch und macht für uns keinen Sinn, weil es für uns kein Entertainment ist. Das kann man nicht mit einem Film im Autokino vergleichen, das macht für mich total Sinn. Jedem ist freigestellt, was er macht bei unserer Show, aber wir wollen jedem ermöglichen, dass er komplett ausrasten kann, wenn er möchte, das ganze Konzert auf der Bühne verbringen und in die Menge springen möchte,  dass das geht und wenn das nicht geht, macht das für uns keinen Sinn. Aber ja, es ist ein schwieriges Thema, das man ausdiskutieren muss und was die Streaming-Shows angeht: Wenn wir dafür einen coolen Rahmen finden, so wie wir es mit der Release-Show gemacht haben, dann werden wir das sicherlich nochmal in Erwägung ziehen. Wir stellen uns auch nicht mit einer Kamera in den Proberaum, dann gibt’s nen beschissenen Sound und sagen dann, hey hier ist eine Streaming-Show. Das macht halt auch wieder keinen Sinn. Aber wenn du eine besondere Location, einen besonderen Anlass oder eine besondere Setlist hast oder gibst dir halt einfach ein bisschen Mühe (lacht), dann ist das, finde ich, total cool und dann kann auch sein, das das nochmal passiert. Aber mal schauen. Mal schauen was rauskommt.

Patrick (Rockmagazine): Bei der Doku Road to Holy hat man erfahren das ihr nicht unbedingt gute Erfahrungen mit Major Labels gemacht habt. Wie ist es dann jetzt dazu gekommen das ihr mit Sony Music zusammen arbeitet und wie habt ihr von der Zusammenarbeit profitiert?

Michael: Ja, wir haben schlechte Erfahrungen mit einem Major gemacht, aber damit wollen wir nicht alle Major verteufeln. Was das damals wirklich bei uns ausgelöst hat war der unbedingte Willen, dass alles selber zu machen und das war genau das Richtige für uns, weil wir über die Jahre verstanden haben, was möglich ist, wenn man das aller selber macht und wie geil das auch sein kann, wenn man Sachen selber macht und selbst aus dem Boden stampft quasi und selber sich da so eine kleine Welt aufbaut und das war ein total wichtiger Lernprozess. Den führen wir auch nach wie vor weiter, denn nur weil Blackout Problems jetzt bei einem Unterlabel von Sony gesigned hat, heißt das nicht, dass wir nicht nebenher das komplette Munich Warehouse Ding nebenbei DIY weiter aufbauen. Für Sony haben wir uns deswegen entschieden, weil wir ein gemeinsames Ziel haben und das Ziel ist, die Band einfach auch in anderen Ländern bekannter zu machen, dass wir schlussendlich noch in viel mehr Länder fahren, dort Konzerte spielen und Leute kennen lernen können. Das ist so das ultimative Ziel der Band. Natürlich möchte das Label auch Platten verkaufen und da muss man sich dann in der Mitte treffen. Das war für uns für „DARK“ so der Schritt, wo wir gesagt haben ok, das macht Sinn. Tatsächlich habe ich diese Frage schon oft beantwortet. Das kommt vielleicht daher, dass wir uns das DIY Ding sogar zu sehr auf die Fahne geschrieben haben, tatsächlich hat sich aber nun mit dem Major nichts geändert. Es ist sogar noch mehr DIY geworden. Es hat einfach einen breiteren Vertrieb und auch promotechnisch für uns einfacher. Aber trotzdem ist die Art, wie wir Interviews machen wollen oder wie viele immer noch sehr aus dem DIY und auch unser Arbeitsethos bleibt im DIY. Es hat keinen monetären Grund, es hat sich nichts geändert und ich hab auch nicht das Gefühl, mich dafür rechtfertigen oder entschuldigen zu müssen, aber ich möchte mal ein bissl Kontext bringen, weil du irgendwann mit deiner DIY Arbeit leichter an Grenzen stößt, vor allem wenn es um internationale Sachen geht und wenn du da eine schon bestehende Struktur dafür nutzen kannst, dann finde ich das vollkommen legitim und wünsche das jeder Band, jeder Künstlerin, jedem Künstler, dass man das ausnutzen kann.

Patrick (Rockmagazine): Noch drei Bands, KünstlerInnen, die du unseren Lesern empfehlen kannst?

Michael: Victoryaz, Lianne La Havas und Blood Orange.

Patrick (Rockmagazine): Und zum Schluss: Gibt es noch etwas, dass du unseren Lesern sagen willst?

Michael: Ich bedanke mich für die Möglichkeit, mit dir sprechen zu können  und das die Leute das lesen und für die tolle Rezension und den Support und das du und vielleicht ein paar Andere, die dieses Interview lesen seit „Holy“ dabei sind, das bedeutet uns wahnsinnig viel. Ohne diesen Support würde es uns nicht gehen. Danke für die Möglichkeit und alles Gute euch.

Patrick (Rockmagazine): Danke für deine Zeit und hoffentlich bist bald live!

Michael: Danke für deine Zeit, so machen wirs!

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Fotocredit: Moritz Schinn

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Patrick

geb. 1993, Musik-Fan seit 2010, Verlobt, Ein Sohn, Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk, Alternative Rock. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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