Sergeant Steel, CoreLeoni und Tyketto – Club Vaudeville, Lindau
Manche Konzertabende sind schon auf dem Papier vielversprechend. Andere entwickeln erst live ihre ganz eigene Magie. Und dann gibt es Abende wie diesen im Club Vaudeville in Lindau, bei denen gleich drei Bands dafür sorgen, dass man mit einem breiten Grinsen nach Hause fährt Drei Bands mit ganz unterschiedlichem Charakter, jede auf ihre Weise ein Erlebnis. Ein Abend voller großartiger Musik, echter Leidenschaft und Erinnerungen, die bleiben.
SERGEANT STEEL – Sex, Schweiß und jede Menge Rock’n’Roll!
Den Auftakt im Club Vaudeville übernahmen Sergeant Steel aus Linz, Österreich. Mit ihrem brandneuen Album Golden Absolution, das gerade einmal zwei Tage zuvor erschienen war, hatten die Jungs auch gleich frischen Stoff im Gepäck. Wer hier allerdings auf brave Rockmusik hoffte, war definitiv an der falschen Adresse. Sergeant Steel stehen für knackigen Hard Rock, zweideutige Texte und eine ordentliche Portion Sex & Rock’n’Roll. Und das Ganze mit einem Augenzwinkern, denn sich selbst allzu ernst zu nehmen, gehört offensichtlich nicht zum Bandkonzept.
Mit „Fight Fire“ ging es direkt los. „Mississippi“, „Fool“ und „Don’t Give“ folgten, und schnell zeigte sich, dass Sergeant Steel live einiges auf dem Kasten haben. Druckvolle Gitarren, eingängige Melodien und eine Band, die sichtlich Spaß an ihrem Auftritt hatte. Auch bei „Hold Fire“, „Back Track“ und „Mama Horny“ blieb die Energie hoch. Vor „Dirty Habits“ lieferte Sänger Phil Vanderkill dann noch die passende Ansage: „Und es bleibt dreckig!“ Treffender hätte er den nächsten Song kaum einleiten können. Ein bisschen schlüpfrig, ein bisschen provokant und immer mit dem nötigen Augenzwinkern, genau das macht den Charme dieser Band aus.
Mit „Cry Out Baby!“ setzten Sergeant Steel zum Schluss noch einen drauf. Was die Jungs da auf der Bühne ablieferten, hatte ordentlich Feuer, und gerade dieser Song schien auch beim Publikum einen Nerv zu treffen. Viele kannten die Band vorher vermutlich nicht einmal, doch die Reaktionen zeigten deutlich, dass der Funke übergesprungen war. Wer als Support-Act einen solchen Eindruck hinterlässt, muss sich um neue Fans wohl keine großen Sorgen machen.






Dass Sergeant Steel nicht nur auf der Bühne eine gute Figur machen, zeigte sich anschließend am Merchstand. Dort gab es ein herzliches Wiedersehen mit Sänger Phil und der gesamten Band. Die Freude war auf beiden Seiten groß, es wurde geplaudert und gelacht. Genau diese unkomplizierte Art macht die Jungs so sympathisch. Keine Starallüren, sondern echte Nähe zu den Fans. Fazit: Sergeant Steel lieferten einen starken Auftakt, der nicht nur musikalisch überzeugte, sondern auch ordentlich Spaß machte. Dreckiger Humor, melodischer Hard Rock, eine energiegeladene Liveperformance und Musiker, die auch abseits der Bühne wissen, wie man mit ihren Fans umgeht. Sex, Spaß und Rock’n’Roll – Sergeant Steel wissen, wie’s geht!
Sergeant Steel
- Webseite: https://www.sergeant-steel.com
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CORELEONI – Dieses Feuer kennt keinen Feierabend!
Brechend voll war der Club Vaudeville, als CoreLeoni zum letzten Konzert ihrer Tour auf die Bühne kamen. Und wer geglaubt hatte, nach so vielen Konzerten wäre langsam die Luft raus, hatte sich ordentlich verschätzt. Diese Band hat noch jede Menge Rock’n’Roll im Getriebe! Da waren die Muskeln geölt, das Gaspedal bis zur Bodenplatte durchgedrückt und das Feuer loderte erst recht. Vor der Bühne wurde mitgesungen, mitgerockt und die Hörner gingen in die Höhe. So darf ein Tourfinale gerne aussehen!
Mit „Walk on Water“ eröffneten CoreLeoni ihren Set, und schon bei „Standing in the Light“ und „Downtown“ war klar, dass dieser Abend ein besonderer werden würde. Die Gitarren hatten Biss, die Soli waren ein Genuss und die ganze Band zeigte eine Bühnenpräsenz, bei der man als Fotografin ordentlich beschäftigt war. Kaum hatte man einen im Sucher, gab es auf der anderen Bühnenseite schon wieder etwas zu entdecken. Mit dem neuen Album Generection haben CoreLeoni außerdem frischen Stoff im Gepäck, der kann sich mehr als hören lassen! Die neuen Nummern fügen sich wunderbar zwischen die Gotthard-Klassiker ein, ohne dabei ihren eigenen Charakter zu verlieren. Genau diese Mischung macht CoreLeoni für mich so reizvoll.






Und dann wäre da noch Gent Bushpepa, was hat dieser Kerl für eine Stimme! Kraftvoll, rau, gefühlvoll und mit einer Leichtigkeit, bei der man einfach nur staunen kann. Der Mann trifft nicht nur die Töne, er gibt den Songs ordentlich Stoff und Charakter. Besonders live merkt man, was für ein Ausnahmesänger da am Mikrofon steht.
Nach „Generation Rock“ war mit „Howling at the Moon“ endlich mein persönlicher Lieblingssong an der Reihe. Live war die Nummer einfach herrlich, diese Gitarren, Gents Stimme und das Zusammenspiel der Band, da hat für mich alles gepasst. Während des Songs waren auch die Musiker von Tyketto kurz mit auf der Bühne. Ein schöner gemeinsamer Moment, der diesen Auftritt noch ein Stück besonderer machte, da heulte man gleich drauflos mit den anderen Wölfen. Nach „Generation Rock“ war mit „Howling at the Moon“ endlich mein persönlicher Lieblingssong an der Reihe. Live war die Nummer einfach herrlich, diese Gitarren, Gents Stimme und das Zusammenspiel der Band, da hat für mich alles gepasst. Während des Songs waren auch die Musiker von Tyketto kurz mit auf der Bühne. Ein schöner gemeinsamer Moment, der diesen Auftritt noch ein Stück besonderer machte, da heulte man gleich drauflos mit den anderen Wölfen.
Und dann diese Gotthard-Klassiker! Die gingen runter wie goldener Honig durch die Kehle.„Sister Moon“, „Make My Day“, „In the Name“ und „Let It Be“ wurden aus voller Kehle mitgesungen und irgendwie dachte man dabei auch an Steve Lee, dessen Todestag am 5. Oktober gerade erst wieder gewesen war. Sechzehn Jahre ist es mittlerweile her, dass diese unverwechselbare Stimme für immer verstummte. Aber die Songs, die er interprediert hat, sind geblieben. Und wenn man sie heute live hört, ist Steve zumindest in Gedanken immer noch ein Stück weit dabei. Schön, dass diese Musik weiterlebt und mit Gent Bushpepa einen Sänger gefunden hat, der ihr seinen eigenen Charakter gibt.



Mit „Like It or Not“, dem Drumsolo, „Lady Marmalade“ und „Firedance“ blieb der Abend abwechslungsreich. Für die Kamera gab es jedenfalls reichlich zu tun!Bei „Mountain Mama“ wurde noch einmal kräftig mitgesungen, ehe „Last Goodbye“ den Schlusspunkt setzte. Ein passender Titel für das Ende einer Tour, auch wenn ich persönlich noch lange nicht genug hatte. CoreLeoni haben mir eines der besten Konzerte seit langem beschert. Leo Leoni und seine Mannschaft musikalisch in Höchstform, Gent Bushpepa mit einer sensationellen Livestimme, ein starkes neues Album und Gotthard-Klassiker, die auch nach all den Jahren nichts von ihrem Reiz verloren haben. Ein Tourfinale mit ordentlich Feuer, großartiger Musik und einer Band, die live einfach verdammt geil ist!
CoreLeoni
- Webseite: https://www.coreleoni.com
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TYKETTO ohne Erwartungen rein und völlig begeistert raus!
Manchmal sind es ausgerechnet jene Konzerte, von denen man sich vorher gar nicht so viel erwartet, die einem hinterher noch tagelang im Kopf herumspuken. Bei Tyketto war das für mich definitiv der Fall. Ich ging ohne große Erwartungen hinein und hatte keine Ahnung, was mich da erwarten würde. Dass ich am Ende dermaßen begeistert sein würde, hätte ich jedenfalls nicht gewettet.
Was für ein Musiker und Liveperformer! Danny hat nicht nur eine fantastische Live Stimme, sondern auch ein unglaubliches Gespür für seine Musik und die Menschen vor der Bühne. Er weiß, wann ein Song Kraft braucht und wann die leiseren Töne viel mehr erzählen. Dazu diese natürliche Ausstrahlung, mit der er das Publikum erreicht, ohne großes Theater veranstalten zu müssen. Tyketto verstehen es, kernigen Rock mit großen Melodien und jeder Menge Gefühl zu verbinden. Besonders die Gitarrenarbeit hatte es mir angetan, knackige Riffs, wunderschöne Soli und immer wieder diese Melodien, die einem direkt ins Ohr gehen. Bass und Schlagzeug verleihen dem Ganzen den nötigen Biss. Hier stimmt einfach die Chemie innerhalb der Band, und genau das macht ihre Musik live so reizvoll. Melodic Rock vom Feinsten, bei dem ordentlich Rock’n’Roll durch die Adern fließt!






Mit „Rescue Me“ eröffneten Tyketto ihr Set. „Wings“ und „Burning Down Inside“ ließen gleich hören, weshalb die Band seit Jahrzehnten ihre Fans begeistert. Große Melodien, knackige Gitarren und Refrains, die sich sofort im Kopf festsetzen. Mit „Higher Than High“, „Meet Me in the Night“ und „Reach“ ging es ebenso abwechslungsreich weiter. Mit ihrem neuen Album Closer to the Sun, das am 20. März 2026 erschienen ist, haben Tyketto außerdem frisches Material im Gepäck. Die neuen Songs passen hervorragend zu den Klassikern und zeigen, dass die Band auch nach all den Jahren noch einiges zu erzählen hat.
Dass Tyketto auch die gefühlvollen Songs draufhaben, bewiesen sie bei „Seasons“ und „Standing Alone“. Da zeigen die Jungs, wie viel Gefühl in ihrer Musik steckt. Die Gitarren klingen wunderbar melodisch, und Danny Vaughn schafft es mit seiner ausdrucksstarken Stimme, für echte Gänsehautmomente zu sorgen. Manchmal braucht es eben gar nicht viel, um einen mitten ins Herz zu treffen.
Aber eine Covernummer gibt es dann doch „Harleys & Indians (Riders in the Sky)“ von Roxette. Eine richtig feine Wahl, denTyketto verpassten dem Song ihre eigene musikalische Handschrift, ohne seinen besonderen Charakter zu verlieren. Gerade bei Coverversionen ist das ja nicht selbstverständlich. Hier hat es ausgezeichnet funktioniert, eine großartige Interpretation!
Mit „We Rise“, „Lay Your Body Down“ und „Sail Away“ zeigten Tyketto noch einmal ihre musikalische Bandbreite. Die Band verstand es wunderbar, zwischen diesen unterschiedlichen Stimmungen zu wechseln, ohne dass der Abend an Schwung verlor.Was für ein Finale! Da hat der Club Vaudeville endgültig gebebt!



Der Klassiker von der Band aus den 80iger Jahren – Forever Young als Finalsong! Ich habe schon viele Konzerte erlebt, aber was sich bei diesem letzten Song abspielte, war schlichtweg sensationell. Der ganze Club sang aus voller Kehle mit, es wurde gerockt und gefeiert, dass es eine wahre Freude war. So eine gewaltige Stimmung habe selbst ich noch selten erlebt! Die Begeisterung war auf beiden Seiten zu spüren. Tyketto hatten den Club fest im Griff, und das Publikum gab ihnen alles zurück. Da war so viel Freude und Energie im Raum, dass man am liebsten gleich noch eine Runde angehängt hätte. Gigantisch! Anders kann ich diesen Abschluss kaum beschreiben. Ich stand da und konnte kaum glauben, wie sehr mich diese Band überrascht hatte. Ohne Erwartungen gekommen und mit einem breiten Grinsen wieder hinausgegangen, besser kann es eigentlich nicht laufen!
Für Tyketto geht die Reise nach Lindau übrigens noch weiter. Ein paar Stationen ihrer Tour stehen noch auf dem Programm, und 2027 wartet mit dem Wacken Open Air bereits das nächste große Abenteuer. Da dürfen sich die Besucher auf eine ordentliche Portion Melodic Rock freuen! Tyketto waren für mich eine der größten Überraschungen dieses Konzertabends. Eine großartige Band mit starken Songs, wunderschönen Melodien und einem Frontmann, der mich sowohl musikalisch als auch mit seiner Bühnenpräsenz restlos begeistert hat. Und dieses „Forever Young“ zum Schluss? Ein Konzertmoment, den ich garantiert nicht so schnell vergessen werde, genau dafür liebe ich Livemusik!
Tyketto
- Webseite: https://www.tyketto.com
- Facebook: https://www.facebook.com/TykettoTheOfficial/
- Instagram: https://www.instagram.com/tykettoofficial/


Für einen weiteren schönen Moment sorgte Gitarrist Chuck Boom, der sich kurzerhand meine Kamera schnappte und ein gemeinsames Foto von uns mit Leo Leoni von CoreLeoni machte. Da wird der Gitarrist mal eben zum Fotografen, auch nicht schlecht! Das Konzert verdient von mir einfach alle möglich verfügbaren HornzUp!!!
Noch ein herzliches DANKEan den Club Vaudeville, der dieses Review möglich gemacht hat

