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Roland im Interview mit Dissorted, über Thrash Metal und ihr neues Album „The Final Divide“.

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Es gibt Neuigkeiten aus der Münchner Metal-Szene. Dissorted haben am 25.10.2019 ihr neues Album The Final Divide herausgebracht und es wurde bereits von meinem geschätzten Kollegen Patrick sehr gut bewertet. Grund genug für mich, etwas mehr über diese Band zu erfahren. Deshalb freue ich mich heute Mirco, den Leadsänger und Sebastian, einen der Gitarristen von Dissorted im Interview zu haben.

Roland (Rockmagazine): Zunächst natürlich erst einmal die Frage, wer sind Dissorted?

Sebastian: Wir sind eine Thrash Metal Band aus München. Unser Leadgitarrist Florian kommt ursprünglich aus Bad Reichenhall und hat da die Band 2004 gegründet. 2009 ist er dann zum Studium nach München gezogen. Danach gab es einige Musikerwechsel aber seit 2013 ist unsere Besetzung in der jetzigen Zusammensetzung konstant.

Roland (Rockmagazine): Wie seid ihr auf Thrash Metal gekommen und vielleicht auch ganz interessant, wie definiert ihr Thrash Metal?

Mirco: Ich würde vielleicht mal mit dem Begriff Thrash Metal anfangen. Ich glaube per Definition geht das ja sehr weit auseinander. Man könnte jetzt von den klassischen Thrash Metalbands wie Metallica, Anthrax, Slayer, Megadeth – den The Big Four – ausgehen aber auch dem ganzen deutschen Teutonen Thrash wie Destruction, Sodom, Kreator und Tankard. Ich würde sagen, wir klingen weder nach den einen noch den anderen. Tendenziell ist es mehr die amerikanische Schule, ein bisschen Testament und Exodus, schon so der etwas straightere, klare und technische Thrash. Da hat sich letztlich dann noch ein wenig klassischer Heavy Metal und ein bisschen Moderne hinzugesellt.

Roland (Rockmagazine): Ich denke, es ist inzwischen schwierig geworden und auch nicht gewollt, seine Musik zu stark in einer Schublade einzugrenzen. Jeder hat so seine Lieblingsbands und möchte seine Musik in dieser Stilrichtung machen, spätestens bei der Bandbio muss man dem Kind aber einen Namen geben.

Mirco: Ich finde die Idee einer Härteskala ganz passend. Die würde etwa bei Rock anfangen und irgendwo bei Deathgrind aufhören. Da gäbe es dann Heavy Metal und Thrash Metal und irgendwo dazwischen bewegen wir uns.

Roland (Rockmagazine): Ihr habt zunächst eine EP herausgebracht, deren Veröffentlichung ihr komplett in Eigenregie durchgezogen habt.

Mirco: Genau, die I, also römisch Eins, im Jahr 2014 mit 5 Songs. Das war unsere erste professionelle Produktion, für die wir 5 Tage im Studio waren. Damit wollten wir den damaligen musikalischen Zustand der Band einfangen und gutes Material für Bewerbungen etc. haben. Die Aufnahme hat uns unheimlich weiter gebracht. Es war damals ein kleiner aber ein richtiger und wichtiger Schritt. Ein Album wie The Final Divide wäre uns damals allerdings noch nicht gelungen.

Roland (Rockmagazine): Eine EP ist auch meistens das erste Lebenszeichen einer Band aber kommen wir auch gleich zu eurem aktuellen Album The Final Divide, das am 25. Oktober 2019 erschienen ist. Ihr habt mit MDD Records / Black Sunset diesmal auch gleich ein Label mit an Bord genommen.

Sebastian: Das Album war fertig , wir waren hoch zufrieden und standen nun vor der Frage, ob wir wieder alles in Eigenregie machen wollen oder uns professionelle Unterstützung durch ein Label suchen sollen.

Mirco: Natürlich war das zunächst nicht ganz so einfach. Man schwimmt in einer riesigen Welle von Bands, die sich bei den Labels bewerben und muss erstmal versuchen die Labels, die infrage kommen einzugrenzen. Sebastian hat sich da viel Mühe gemacht.

Roland (Rockmagazine): Das ist natürlich auch für andere Bands auf Labelsuche eine interessante Frage, wie geht man da vor? Ich denke mal einfach Label in Google einzugeben reicht da nicht aus.

Sebastian: Ich habe zunächst mal Bands aus dem Underground genommen, die ich kenne, die auch vom Stil in unsere Richtung gehen und von denen ich wusste, dass sie bereits bei einem Label sind. Die entsprechenden Labels haben wir dann mit einem kompletten Paket angeschrieben und waren erfreut, dass wir doch gleich einige positive Antworten bekommen haben. Wir haben es aber auch bei großen Labels wie Metal Blade oder AFM probiert. Fragen kostet ja (fast) nichts.

Mirco: Das gab uns die Möglichkeit in Ruhe die Angebote durchzusehen und letztendlich haben wir uns für MDD Records und dem Sublabel Black Sunset entschieden. Ich muss sagen, wir sind bisher sehr zufrieden mit deren Arbeit. Es ist toll wenn man das Gefühl hat, dass da Leute am Ball sind, die zu 100% hinter der Sache stehen.

Roland (Rockmagazine): Erzählt etwas mehr über euer neues Album. Gab es ein Konzept, wer schrieb die Songs, wer die Texte?

Mirco: Bei unserer erste EP haben wir bis auf Bloodshed Divine noch Material aus der vorherigen Besetzung verwendet. Den Song haben wir für unser aktuelles Album noch einmal neu aufgenommen, weil es auch der erste Song ist, der mit unserem neuen Line-Up geschrieben wurde. Die anderen Songs zeigen unsere Entwicklung, sowohl persönlich als auch unsere Erfahrungen während den zahlreichen Livegigs der letzten 5 Jahre. Wir hatten nun genügend Songs zusammen und waren der Meinung, dass jetzt die Zeit reif wäre für ein richtiges Album. Ein wirkliches Konzept hatten wir dabei nicht im Blick, was auch daran liegt, dass die Entstehung der einzelnen Songs zeitlich teilweise weit auseinander liegt. The Final Divide ist daher das erlesene Destillat der letzten 5 Jahre DISSORTED.

Sebastian: Beim Songwriting sind wir eigentlich alle gefordert. Meistens wird zunächst ein grobes Konzept erstellt und dieses innerhalb der Band verteilt. Jeder übt erst mal seinen Teil ein und bei der nächsten Probe schauen wir dann, wie fühlt sich der Song an, läuft er gut oder hackt er noch etwas. Jeder hat natürlich auch noch das letzte Wort zu seiner Spur und kann eigene Ideen einbringen. Teilweise kommen die Songs dann ganz anders raus, als wir sie beim ersten Entwurf geplant hatten.

Mirco: Natürlich können einzelne Entwürfe auch wieder komplett gestrichen werden. Wenn wir z. B. das Gefühl haben, dass der Song nicht richtig zündet oder wir uns einfach nicht so richtig wohlfühlen mit dem Lied. Dann kommt unser sehr effizienter „Shit-Filter“ zum Einsatz.

Ansonsten testen wir den Song noch einmal live und wenn er sowohl dem Publikum als auch uns weiterhin gefällt, haben wir einen neuen Dissorted Song. Was die Lyrics angeht, habe ich während der Probe schon so erste Ideen und arbeite zunächst eine grobe Gesangslinie aus, zu der ich dann auch die Texte schreibe.

Roland (Rockmagazine): Woher nimmst du deine Ideen für die Texte?

Mirco: Ich habe eigentlich keine expliziten Themengebiete, wo ich jetzt sagen würde darüber will ich einen Text schreiben. Manchmal habe ich ein konkretes Thema, manchmal aber auch einfach ein paar gute Textzeilen, die mir in den Sinn kommen. Dann bau ich den Rest meistens darum herum auf. Das Album ist deshalb auch kein Konzeptalbum, da steht jeder Song für sich. Es gibt gewisse Grundstimmungen bzw. wiederkehrende Themen die durchschimmern, aber die mag sich gerne jeder Hörer selbst aus den Texten heraussuchen. Ich möchte dem Zuhörer die Freiheit der eigenen Interpretation lassen.

Wenn ich aber ein Beispiel nennen soll, wäre das der Song Picasso Warhead. Was hat das mit Pablo Picasso zu tun? Eigentlich gar nichts, aber die Textzeile painting the world bloodred, Picasso Warhead klang einfach zu gut um sie nicht zu verwenden. Manchmal geht es nur darum, dass es einfach hängenbleibt und mitreißt. Die Zeile ist mir übrigens beim Verschnaufen im Fitnessstudio eingefallen.

Roland (Rockmagazine): Was sind jetzt mit dem neuen Album eure Pläne für die Zukunft?

Mirco:  Wichtig ist uns vor allem, jetzt die Flamme am Lodern zu halten. Die ersten Rezensionen sind sehr gut, der Support von unserem Label ist prima und das Musikvideo zu Deserter kommt supergeil an. Wir hatten schon in der ersten Woche über 2500 Aufrufe, jetzt sind wir bei knapp 6000. Natürlich müssen wir jetzt nachlegen, damit wir das Level halten. Wir wollen weiterhin geile Underground-Gigs spielen aber unser Ziel sind größere Konzerte und mittelgroße Festivals. Wir sind der Überzeugung, dass wir mit unserer Live-Show einiges bewegen können.

Roland (Rockmagazine): Geht ihr selber noch auf Festivals?

Mirco: Sebastian und ich gehen eigentlich recht gerne auf Festivals, wobei wir aber die kleineren und mittelgroßen bevorzugen. Wir waren z. B. auf dem Schlichtenfest, bei Ottobeuren im Allgäu. Wir sind jedes Mal begeistert über die super Organisation. Einfach und unkompliziert. Schöne Bühne, Bierwagen, Essenswagen, Klowagen und ca. 2000 Besucher. Mehr braucht es nicht. Bei vielen anderen kleinen Festivals ist das auch so, da sind viele Leute mit Herzblut in der Organisation, die sich da richtig reinhängen. Ich sage mal, alles unter 10.000 Besuchern ist für mich als Gast ok. Als Band spielen wir natürlich gern auch vor mehr Leuten, hehe.

Roland (Rockmagazine): Lasst mich noch mal auf euer cooles Video zu Deserter (Age of the Wolf) zurückkommen. Habt ihr euch da Profis gesucht oder war es eine Eigenproduktion?

Sebastian: Im Prinzip war es eine Eigenproduktion mit professioneller Unterstützung. Unser Leadgitarrist Florian hatte Kontakt zum Drummer einer anderen Band, bei der er mal ausgeholfen hatte. Der hat sich viel mit dem Videofilmen beschäftigt und wollte auch etwas mehr in den professionellen Bereich gehen. Er hat sich da sofort super reingehängt und als wir einen Song ausgesucht hatten, sehr schnell eigene Ideen dazu entwickelt. Es war nicht so einfach, ein Storyboard mit den vielen Aufnahmewinkeln und Stellungen der Bandmitglieder zu machen aber letztendlich war das Video in einem Tag abgedreht. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Jack Deena für die hervorragende Arbeit!

Roland (Rockmagazine): Das Coverbild von eurem neuen Album kommt auch sehr gut rüber, war da auch ein Bekannter am Werk?

Mirco: Da gab es den Bekannten leider nicht aber wir hatten vom Produzenten unseres Albums, also dem Jan vom Dreamsound Studio einen Tipp bekommen, doch mal bei archetype-design.it anzufragen. Dani, der Coverartist von archetype hatte schon für einige, auch größere Bands das Artwork gemacht. Die Idee war ja nach dem Namen des Albums The Final Divide, etwas die Zerrissenheit rüberzubringen. Wir dachten zunächst an so eine Art Gletscherspalte, aber am Ende sind die zwei Wurzeln rausgekommen und dazwischen dieser Mensch, von dem man nicht genau weiß, ob er hochgerissen oder runtergezogen wird. Es war so das hin- und hergerissen sein zwischen zwei Polen, das er sehr gut umgesetzt hat. Wir waren so zufrieden mit seiner Arbeit, dass wir sofort T-Shirts mit dem Cover unseres neuen Albums gemacht haben.

Roland (Rockmagazine): Gibt es noch mehr Merch von euch oder zunächst nur die T Shirts?

Mirco: Zunächst gibt’s erstmal nur Shirts und Girlies. Ich bin nicht so der Freund von einer Materialschlacht.

Unser Label hat eine eigene digitale Druckmaschine, mit der man auch in kleiner Stückzahl ganz spezielle Sachen drucken kann. Wenn wir jetzt z. B. bei deiner Geburtstagsfeier spielen würden, könnten wir schnell ein paar spezielle T-Shirts mit unserem Albumcover und einem Spruch wie „I survived Roland‘s Birthday Party“ bedrucken lassen.

Roland (Rockmagazine): Ich werde darauf zurückkommen :).

Das war ein sehr interessantes Interview und ich denke, dass wir damit auch anderen Bands noch den einen oder anderen Tipp geben konnten. Wir von rockmagazine.net werden Dissorted auf jeden Fall auf dem Schirm behalten und weiter über Euch berichten.

Sebastian: Vielen Dank auch von uns an dich und rockmagazine.net. Das Interview hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir finden es echt stark, wie sich euer Magazin gerade auch für die kleineren Bands einsetzt.

„DISSORTED spielen melodischen Thrash Metal und verbinden pfeilschnelle Nackenbrecher a la Exodus und Testament mit traditioneller Kost wie Iced Earth und Megadeth, haben dabei jedoch immer ihre eigene Identität im Fokus.

Mit viel Action und Liebe zum Heavy Metal auf der Bühne haben sich Mirco (v), Florian (g), Sebastian (g), Dillon (b) und Martin (dr) mittlerweile durch mitreißende Konzerte in ganz Deutschland einen Ruf als durchschlagskräftige Live-Band erarbeitet. Die professionell produzierte EP „I“ wurde im September 2014 veröffentlicht. Das Debüt „The Final Divide“ wurde am 25. Oktober 2019 über Black Sunset/MDD Records veröffentlicht!“

Mitglieder der Band

Mirco – Vocals
Flo – Guitar
Sebastian – Guitar
Dillon – Bass
Martin – Drums

Kontakt:

info@dissorted.de
Insta.: dissorted_thrash
FB: @Dissorted

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Roland

Roland

Der Profi Fotograf aus Bayern. Fotoreportagen und Interviews mit Bands sind seine Leidenschaft. Unser Experte für Female Fronted, Glamrock, Capri Sonne und Bands mit seltsamen Namen.

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