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Youth Okay – turns – Große Kunst – Album Review

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Wir schreiben das Jahr 2019. Neben den logischen und wichtigen Themen wie dem Klimawandel gibt es noch ein großes Thema das leider immer noch zu wenig Platz in der Gesellschaft findet: Psychische Erkrankungen. Immer noch werden diese schwerwiegenden Erkrankungen als Lappalie abgetan.

Welche schrecklichen Folgen eine solche Erkrankung haben kann musste Sänger Daniel in seiner Familie selbst erleben. Seine Mutter nahm sich das Leben und so wurde das traurige Konzept hinter „turns“ geboren. In erster Linie verarbeitet Daniel mit den elf Tracks seine Erlebnisse und schildert auch wie er diese Zeit wahrnahm.

Das als, wie ich finde, Prolog fungierende The One to Change zeigt aber ein textlich anderes Thema. Der Text ermutigt dazu einfach zu sein wie man ist und das man wenn man seine Ziele verfolgt diese auch erreichen kann und wird. Musikalisch ist der Opener einer der härteren Tracks. Lupenreiner Alternative Rock mit ordentlich Druck. Gesanglich erinnert Daniel sehr an Mario Radetzky (Blackout Problems) und doch hat seine Stimme einen ganz eigenen Charme.

Mit For a Moment ertönen auch das erste Mal Trompete und Posaune, die den Sound von Youth Okay mit prägen. Dominiert von einem angenehm temporeichen und abwechslungsreichen Drumming und durchwoben von ein paar sehr guten Riffs. Das Herzstück sind aber Gesang und die Lyrics. „Please wake me up before you go. Just For a Moment. Now you gone.“ und „It´s okay that you not here, but if I knew that earlier. I´d stay awake before you go.“ sind nur ein paar der Lyrics die einen richtig unangenehm erwischen und betroffen machen.

Für mich stellt aber ohne Frage Supposed to Do das Zentrum des Albums dar. Durch die Trompete und Posaune erzeugte elektronische Beats, an einen Herzschlag erinnerndes Drumming und der sanfte Gesang. Mehr braucht diese Nummer nicht um mir jedes mal eine Gänsehaut und einen fetten Kloss im Hals zu bescheren. „Is it okay that you died? Should I be happy for you know?“ diese Zeile leitet den Umbruch im Song ein. Gitarren gesellen sich dazu. Ein Chor ist im Hintergrund zu vernehmen und dazu werden die Lyrics mit einer Kraft und Inbrunst schon beinahe hinausgeschrien. Ein wunderbares Stück Musik, welches ganz, ganz weit oben in meiner Gunst steht.

Auch die folgenden Songs können nur überzeugen. Ob das jetzt das schwere, düstere What´s it All About, das atmosphärische Mouse in a Maze, das funkig-punkige World on Fire oder das sehr elektronische Left Untold ist. Jede Nummer ist auf den Punkt und fesselt auf Anhieb.

Das abschließende Duo Quite a Lot Alone und Turn Around steht dem in nichts nach. Mit Quite a Lot Alone haben wir den direktesten Track, welcher noch einmal zusammen packt was die Songs zuvor für sich alleine boten, der perfekte Song also um sich ein Bild vom Sound der Band zu machen.

Mit Turn Around wird dann noch La Dispute-Flair eingeworfen, der der Band nach anfänglicher Skepsis durchaus auch sehr gut steht und für einen runden Abschluss sorgt.

Fazit:
Es gibt Bands die haben einfach ein Gespür für gute Musik. Youth Okay dürfte eine dieser Bands sein. Mit diesem Debut haben sie ein unglaublich starkes und intensives Erlebnis geschaffen. An diesen elf Tracks kann man sich einfach nicht satt hören und selbst nach zig Durchläufen hört man etwas neues.

Und wo hat man schon mal Trompete und Posaune die elektronisch verfremdet und wie Synths klingen?

Eine großartige Leistung die ohne Frage 10 von 10 Bängs verdient.

„turns“ erscheint am 4. Oktober via Munich Warehouse und wird als CD, Vinyl, Konzeptbuch (inkl. Download Code), Digitales Album und Stream erhältlich sein.

Line-Up:
Daniel – Gesang
Jakob – Bass
Flo – Gitarre
Leander – Schlagzeug
Leo – Posaune/FX
Christoph – Trompete/FX

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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