Interview

Sonata Arctica – Interview über das neue Album Talviyö, Erfolg und Zukunftspläne

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Am 6.September ist es wieder so weit. Sonata Arctica bringen mit Talviyö ihr nun 10. Full-Length-Album heraus. Im Juli bestand die Möglichkeit Sänger Toni Kakko und Gitarrist Elias Viljanen zum Interview zu treffen und diese Chance habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Lennart (rockmagazine.net): Meine erste Frage geht an Toni. Ich habe auf Metal Archives gelesen, dass Du im letzten Dezember mit dem Orden des Löwen von Finnland als Ritter, vergleichb ar mit unserem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurdest. Hat sich seit dem bei Dir irgendetwas verändert und vielleicht für heute wichtiger: Soll ich Dich mit Sir anreden?
Toni Kakko (Sonata Arctica) (lacht) Gut, es ist unterschiedlich im Vergleich zu einer britischen Auszeichnung die man von der Queen erhält. Es ist natürlich eine große Ehre und zeigt das ich eine genügsame Person bin und das ich etwas gutes im Leben getan habe. Ich glaube, dass ich der erste ausgezeichnete aus der Welt des Metals bin. Normalerweise kommen die Künstler, die ausgezeichnet werden, aus den „klassischen“ Kulturfeldern, wie Malerei, Schauspielerei oder klassische Musik und ich hoffe, dass anderen Metal-Musikern die gleiche Ehre zu teil wird. In Finnland haben wir eine große Auswahl an Musikern, die noch nicht ausgezeichnet wurden, wie zum Beispiel Tuomas Holopainen (Nightwish).

Lennart (rockmagazine.net): Ich glaube da könnten wir uns jetzt stundenlang mit Namen von genialen Bands batteln.
Doch kommen wir lieber zu eurem neuen Album. Warum heißt euer Album Talviyö und nicht Winternight oder auf Deutsch Winternacht?
Toni Kakko (Sonata Arctica): (lacht) Wir haben die Winternacht glaube ich im Albumcover, auf dem man eine klassische nordische Winternacht sieht und es fühlte sich im Kern essentiell an, den finnischen Namen zu verwenden. Ebenso wirkt ein finnisches Wort exotischer und die meisten wissen zu Erst nicht die Bedeutung. Zu Erst hatten wir talvi, was Winter bedeutet, im Kopf, doch das wirkte uns zu Simpel und wir waren gespannt, wie alle so Talviyö aussprechen. Das hatten wir schon so ähnlich bei unserem Debüt Ecliliptica, wo es die kuriosesten Aussprachen gab.

Lennart (rockmagazine.net): Als ich mir das Album das erste Mal angehört habe, dachte ich mir, dass der Titel eine Metapher sein könnte. Der Winter steht ja zum Beispiel für das Ende oder die Kälte. Liege ich mit meiner Vermutung richtig und wenn ja, ging die Metapher vielleicht in eine andere Richtung?
Toni Kakko (Sonata Arctica): Der Gedanke für das Grundkonzept mit Titel und Cover kam uns schon vor Jahren und wir wollten eine Naturfotografie haben und ich glaube es ist ein wunderschönes Foto geworden. Wir haben einen Künstler gefunden, der auf seiner Website einen Ordner mit einem Haufen an tollen Winterfotos hatte. Er wurde auch mehrfach für seine Fotografien ausgezeichnet. Er lebt ungefähr 100km südlich von unserer Heimatstadt und heißt Onni Wiljami Kinnunen. Also habe ich ihn kontaktiert und gefragt ob eine Zusammenarbeit möglich ist und er hat zugesagt. So hatten wir die Qual der Wahl aus mehreren Bildern auszusuchen und uns für dieses entschieden. Ursprünglich fehlte aber der Mond, der Wolf und die Sterne und so mussten wir dann doch etwas nachhelfen. Der Wald und die Landschaft drumherum sind aber eine originale Fotografie. Da hatten wir noch keinen Namen für das Album, aber wie oben geschildert, hat sich daraus der Albumtitel ergeben.

Lennart (rockmagazine.net): Ward ihr ihm ein Begriff, als Du ihn angeschrieben hast?
Toni Kakko (Sonata Arctica): Ja, er kannte uns und zum Glück sind wir in Finnland keine No Names.

Lennart (rockmagazine.net): Fühlt ihr euch eigentlich als „Home Town Heroes“?
Toni Kakko (Sonata Arctica): Ich fühle mich selbst nicht als Held, aber für einige scheinen wir das zu sein.

Lennart (rockmagazine.net) Habt ihr bei der Arbeit zum neuen Album etwas verändert?
Toni Kakko (Sonata Arctica): Wir hatten jetzt bei Talviö das erste Mal einen Producer. Er ist der gleiche, der auch auf Tour sich um alles kümmert. Wir hatten in letzter Zeit mehrfach gehört, dass es live so wunderbar läuft und da wollten wir das Gleiche auch im Studio. Wenn man immer wieder das Gleiche macht, kommt man in so einen Trott rein, der für das Album nicht gut ist. Wir haben dieses Mal auch so viel wie möglich live eingespielt, so sind zum Beispiel Schlagzeug und Bass immer parallel eingespielt worden, was irgendwie für ein natürlichere Gefühl beim Hören sorgt. Im Nachhinein haben wir dann noch einiges etwas verfeinert. So ist die Basedrum auf dem Album kräftiger, als sie im Studio war.
Elias Viljanen (Sonata Arctica): Bei den Gitarren war es dasselbe. Ich hatte nur ein paar Überlappungen an den Gitarrenspuren.

Lennart (rockmagazine.net): Im Opener Message To The Sun seid ihr etwas in die Richtung eurer älteren Werke gegangen. War dies geplant, um eventuell Fans des alten Zeugs wieder zu gewinnen, oder kam dies aus Zufall?
Toni Kakko (Sonata Arctica): Der Song kam einfach beim schreiben und wir glauben, dass er sicher auch Fans des alten Materials gefallen wird. Unser Laben für den Japanischen Markt wollte es gerne als Japan-Special-Song haben, aber wir haben uns dagegen entschieden, weil er das Album wunderbar kräftig eröffnet. Es ist vielleicht eine gewisse Irreführung, weil er sich schon vom Rest des Albums unterscheidet, aber Massage To The Sun bringt sehr schön die Stimmung vom Album wieder. Im Tiefen wird sowas immer Teil von Sonata Arctica bleiben, aber nicht mehr im Vordergrund stehen.

Lennart (rockmagazine.net): 2019 ist jetzt das 20. Jahr, in dem Ihr unter dem Namen Sonata Arctica spielt und ihr ward im Frühjahr auch auf Akustik-Tour. Wie war euer Fazit und ist noch eine Special Tour zum Beispiel mit Orchester geplant?
Toni Kakko (Sonata Arctica): Die Tour war sehr erfolgreich und wir hatten viele ausverkaufte Shows. Wir haben für die Tour auch viele Titel etwas umgeschrieben, damit sie als Akustik-Version funktionieren. Wenn es die finanziellen Mittel zulassen hätten wir schon Lust mal mit einem Orchester etwas zu machen. Auf der Akustik-Tour hatten wir schon einen Extra-Musiker dabei um eine zweite Gitarre, zweites Keyboard oder eine Flöte dabei zu haben. Er hatte einen großen Anteil an der entstandenen Atmosphäre.

Lennart (rockmagazine.net): Habt ihr nach all der Zeit noch irgendwelche Zukunftspläne oder Ziele?
Toni Kakko (Sonata Arctica): Wenn man alt wird, denkt man dran, dass das nächste Album das Letzte sein kann und die nächste Tour die letzte sein kann und wir sollten einfach jeden Moment, den wir als Musiker haben, genießen. Man weiß nie was noch kommt, besonders im Alter von 44 weiß man nicht wie lange man noch durchhält. (lacht) Viele Leute haben dieses Alter nicht erreichen können. Deswegen gibt es aktuell keine weitreichenden Zukunftspläne. Wir wollen natürlich gerne 2021/2022 ein weiteres Album aufnehmen und wir wollen irgendwann mal in Island und Südafrika spielen, beziehungsweise auf dem afrikanischen Kontinent waren wir noch gar nicht.

Lennart (rockmagazine.net): Gibt es noch irgendeinen Traum mit der Band? Also zum Beispiel die erfolgreichste finnische Metalband aller Zeiten zu werden oder das das Videospiel mit euch endlich rauskommt?
Toni Kakko (Sonata Arctica): Die Sache mit dem Videospiel ist jetzt schon ein paar Jahre her und ich glaube es wird nicht mehr kommen, weil die Videospielfirma andere große Projekte angegangen ist. Zu der Zeit haben sie glaube ich gerade an World of Warcraft oder so etwas gearbeitet.

Insgesamt wäre es schon super noch einige besonderen Shows oder Touren zu spielen. Es ist angedacht im nächsten Sommer etwas besonderes zu bringen, was mich beim dran denken zum Lächeln bringt. Leider kann ich Dir aktuell noch nichts drüber verraten.
Die größte finnische Band ever zu werden hört sich natürlich erstmal cool an, ist aber zum Einen unrealistisch und zum Anderen sind wir froh noch unsere Privatsphäre halten zu können und in Ruhe über die Straße gehen zu können. Immer wenn ich mit Tuomas Holopainen unterwegs bin, wird er immer auf der Straße von Menschen angesprochen und es ist eventuell etwas too much.
Insgesamt wollen wir aber so lange wie möglich Musik machen und auf Tour gehen.

Mehr Informationen zur Band findet ihr auf deren Social Media Kanälen: 
http://www.sonataarctica.info/
https://www.facebook.com/sonataarctica/

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Lennart

Lennart

erst 19, dafür seit dem 6. Lebensjahr vom Heavy Metal mit nahezu all seinen Subgenres in Gefangenschaft genommen und dabei sehr oft auf Konzerten und Festivals unterwegs.

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