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Sleeping With Sirens – How It Feels To Be Lost – Der Sumerian-Effekt – Album Review

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Es gibt ein paar Labels, die stehen für durchwegs gute Veröffentlichungen. Eines dieser Labels ist Sumerian Records, die neue Heimat von Sleeping With Sirens, welches es scheinbar auch schafft Scheiße in Gold zu verwandeln.

Das liest sich im ersten Moment sicherlich nicht unbedingt positiv auf die frühere Musik der Band um Sänger Kellin Quinn bezogen, trifft es aber ganz gut. Von Album zu Album entfernten sich die Jungs immer mehr von ihrer „harten“ Seite und landeten mit dem letzten Album „Gossip“ dann endgültig im Pop, wenn auch noch mit Gitarren. Schadensbegrenzung so zu sagen.

Nun sind sie aber weg vom Major Warner Bros. Records und auch wieder weg vom Pop. Was sich aber trotz allem nie ändert ist das super gespürt für die richtigen Single-Auskopplungen. So konnte mich der Opener Leave It All Behind als erster Vorgeschmack schon sehr überzeugen, was aber bisher noch jede Single der Mannen schaffte.

Uns erwartet hier eine Post-Hardcore-Nummer mit Fokus auf dem Klargesang. Okay so kannte man sie auch schon zu „with ears to see and eyes to hear“-Zeiten. Was ist also nun anders? Kellin screamt wieder. Eigentlich auch nichts neues, aber wurde auf früheren Veröffentlichungen sehr sparsam mit den Screams gearbeitet sind sie hier um einiges präsenter als gewohnt und das ist auch gut so.

Mit Never Enough wird dann Alternative Rock ausgepackt, der sehr Bass lastig ist und mit Benji Madden (Good Charlotte) ein interessantes Feature aufweist, ist Benji in seiner Band ja doch in erster Linie an der Gitarre und nicht am Mikro zu finden. Klar, eine gewisse Ähnlichkeit zur Stimme von Joel ist schon da, erkannt hätte ich ihn aber wirklich nicht.

Neben einigen Tracks die sich stilistisch irgendwo zwischen Leave It All Behind und Never Enough einreihen, werden auch andere, ruhigere Töne angestimmt die mir interessanterweise sogar besser gefallen als die kantigeren Songs. Zum einen Ghost, das schon mit seinem atmosphärischen Intro heraussticht und mit Streichern abgerundet wird, trotzdem aber im Refrain zu einem kleinen Biest wird. Und, was ich mir eigentlich nicht dachte, die unglaublichen Höhen die Kellin hier stimmlich wieder erklimmt sind der Wahnsinn und verpassen einem einfach Gänsehaut.

Mein Highlight ist jedoch die Elektro Rock Nummer Another Nightmare. Startend mit einem interessanten Beat und etwas Autotune für Kellins Stimme, bis im Refrain die Instrumentalfraktion wieder nach vorne prescht und den Song ab der zweiten Strophe in eine fette Drum´n´Bass Nummer verwandelt. Super dynamisch, super tanzbar, aber immer noch heavy und dazu wirklich starke Lyrics. So was bitte, bitte in Zukunft öfter.

Medicine (Devil In My Head) arbeitet auch etwas mit elektronischen Elementen. Nicht so viel wie Another Nightmare aber wagt auch einen Schritt aus der Komfortzone. Irgendwo zwischen Punk, Metalcore und Elektro positioniert haben wir es hier mit dem härtesten Track der Bandgeschichte zu tun.

Nach diesem Prügel werden wir mit Dying To Believe ruhiger aus dem elf Tracks umfassenden Album rausgeworfen. Eine Power-Ballade, die sich immer weiter steigert und auch wieder mit einer handvoll Screams aufwarten kann.

Fazit:
Mit „How It Feels To Be Lost“ haben Sleeping With Sirens ohne Frage ihr stärkstes Album veröffentlicht und ich hätte mir nicht gedacht das ich jemals von einem SWS Album so angetan sein könnte.

Hier wurde ein Weg eingeschlagen, den sie hoffentlich für die Zukunft beibehalten. Sowohl musikalisch als auch lyrisch wird hier wirklich was geboten.

Ich vergebe 8 von 10 Bängs.

„How It Feels To Be Lost“ erschien am 6. September via Sumerian Records und ist als CD, Vinyl, Digitales Album und Stream erhältlich.

Line-Up:
Kellin Quinn – Vocals
Nick Martin – Guitar
Jack Fowler – Guitar
Jusitn Hills – Bass
Gabe Barham – Drums (seit 30. August 2019 nicht mehr Mitglied der Band)

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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