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Set It Off – Midnight – Zurück zu alter Stärke? – CD-Review

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Das Schaffen von Set It Off, bestehend aus Cody Carson (Gesang), Dan Clermont (Gitarre), Zach DeWall (Gitarre) und Maxx Danziger (Schlagzeug), verfolge ich seit dem Release ihres Debut-Albums „Cinematics“ (2012) sehr intensiv. War ihr Mix aus Orchestralem Pop, gepaart mit dem Schwung des Pop-Punks und einer ganz, ganz kleinen Prise Post-Hardcore doch schon reichlich besonders. Zumindest für meine noch „unerfahrenen“ Ohren.

Dann folgte das Meisterwerk „Duality“ (2014). Der minimale Post-Hardcore Faktor vom Erstlingswerk wurde gestrichen und sich auf eher poppigen Sound spezialisiert. Der Orchestrale Pop lag klar im Fokus und so lieferten sie mit „Duality“ ein herrlich abwechlungsreiches und vor Hits strotzendes zweites Album ab.

Und dann? Tja dann kam das verflixte dritte Album. „Upside Down“ (2016) war für mich über weite Strecken ein totaler Flop. Sänger Cody, der eine extrem variable Stimme sein eigen nennt, leierte die Nummern emotionslos runter und auch sonst war dieses Album zwar rockiger als „Duality“ konnte aber nicht mitreißen.

Mit großer Skepsis hörte ich mir also letztes Jahr die erste Single von „Midnight“ Killer In The Mirror an und war positiv überrascht, doch eine starke Single macht natürlich noch lange kein gelungenes Album aus. Doch dieser Vorbote hielt das was er versprach.

Album Nummer 4 beginnt mit dem bereits oben erwähnten Killer In The Mirror. Ein klasse Einstieg. Kommt zwar nicht an The Haunting von „Duality“ ran überzeugt aber mit den gewohnten, auf „Upside Down“ schmerzlich vermissten, Trademarks. Orchestrale Untermalung des, klar dem Mainstream nicht abgeneigten, Pop-Rock Sounds mit einer über allen Dingen erhabenen Stimme. Egal ob in den Höhen, Tiefen oder schon beinahe gerappten Parts. Cody knallt eine so vielseitige und starke Stimme raus vor der sich so mancher Künstler der in Funk und Fernsehen gezeigt wird in acht nehmen sollte.

Ergänzt wird der klassische Set It Off Sound dieses mal (und ich hoffe auch in Zukunft) von einer angenehmen Prise Funk, die die Tracks sehr tanzbar macht (Different Songs). Auch etwas mehr elektronische Spielereien wurden eingearbeitet (For You Forever), überdecken aber nie die Instrumente sondern spenden nur einen feinen Hintergrund-Beat.

Mit Dancing With The Devil und Midnight Thoughts enthält das Album auch zwei Tracks die in einer ähnlichen Liga wie Why Worry und Duality vom zweiten Album spielen.

Natürlich sind auch einige Gastmusiker vertreten. Highlight hier sind für mich ganz klar das amerikanische Duo Wayfarers bestehend aus Sängerin Katie Cecil und dem Instrumentalisten Anthony Purpura zu hören in dem wunderbaren Mid-Tempo Duett Go To Bed Angry. Katie, die mich stimmlich an die Sängerin der Band Against The Current erinnert, harmoniert mit ihrer süsslichen Stimme perfekt mit Cody und macht Go To Bed Angry zu einem meiner Highlights.

Wobei die Mannen um Fronter Cody auf diesem Album wenig falsch machen, jedoch gibt es für mich zwei Tracks die nicht auf das Album passen. Zum einen ist das No Disrespect das zu viel will aber nichts wirklich gut macht. Da bringen auch die Akustik-Gitarre und Lagerfeuerstimmung zum Ende hin nichts. Ebenso wie I Want You (Gone), welches für mich zu poppig klingt. Am meisten stört aber hier das Saxophon von Matt Appleton (Reel Big Fish). Absolut überflüssig.

Nach diesem Reinfall werden ruhigere Töne angeschlagen. Unopened Windows ist eine schöne Klavier und Streicher getragene Ballade. Die Nähe zu Miss Mysterious von „Duality“ ist hier nicht von der Hand zu weisen und gefällt mir sogar besser als eben dieses.

Beendet wird das Album von der Party-Hymne Happy All The Time mit Gastmusiker Skyler Acord (issues, Bass). Neben Skyler ist auch wieder ein Gospelchor vertreten, wie auch schon auf „Duality“. Dieser Track versprüht einfach knapp vier Minuten gute Laune und wirft einen mit einem Grinsen raus.

Fazit:
Ich habe von „Midnight“ wirklich wenig bis gar nichts erwartet und wurde absolut positiv überrascht.
Klar, an das Meisterwerk „Duality“ kommt es nicht ran, dazu ist doch die Hitdichte zu gering, doch ist es wieder ein Schritt in die absolut richtige Richtung.

Nun warte ich nur noch auf den längst überfälligen kommerziellen Durchbruch und vergebe 8 von 10 Bängs.

„Midnight“ erscheint am 1. Februar via Fearless Records und ist als CD, Vinyl (Midnight Blue, limitiert auf 250 Stück), Digitales Album und als Stream vorbestellbar.

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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