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SALTATIO MORTIS – BROT UND SPIELE – CD Review

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Ziemlich zwiegespalten lässt mich die Neue von SALTATIO MORTIS da stehen. „BROT UND SPIELE“ ist für mich eine Mischung aus breitentauglichem Kommerz, dem gewohnten Mittelaltersound, und politischer Aussage.

Ich will hier gar nicht auf alle Titel einzeln eingehen, aber doch ein kurzes Resumee ziehen.

Wer die „alten“ SALTATIO MORTIS liebt, findet in den Tracks „Brunhild“, „Heimdall“, „Schon wieder Herbst“, „Tränen des Teufels“ oder „Raghs-e-Pari“ und einigen mehr die gewohnten Dudelsäcke, den Geschichtenerzähler und das fröhliche Gestampfe.

Interessanter ist aber der Stilwechsel, der bei einigen Scheiben schon Besorgnis erregend kommerziell klingt. Nummern wie „Ich werde Wind“ könnte man problemlos bei uns am Fox- und Schlagerabend spielen. Hätte mir jemand erklärt, dass das nicht Peter Maffay oder Wolfgang Petry ist, hätte ich es nicht geglaubt.

Spannend sind Nummern wie „Dorn im Ohr„, „BROT UND SPIELE“ oder „Besorgter Bürger„. Sie beschäftigen sich mit aktuellen, teilweise sehr politischen Themen, wie dem rechten Gedankengut, der Medienwelt, oder einem Statement der Band zur Musik.
Textzeilen wie „Musik mag keine Lösung sein, aber ist ein Dorn im Ohr.“ passen wie die Faust aufs Auge zur Aktion #wirsindmehr, bei der etliche Top Bands ein Statement gegen Rechts abgeben.

Vielleicht ist die Erklärung für den Stilbruch auch im Lied „Mittelalter“ versteckt? „Was hat das Mittelalter bloß aus uns gemacht…“ heisst es hier.

Bei Nummern wie „Epitaph To A Friend“ sehe ich auf jeden Fall den Plattenboss im Hintergrund, der kommandiert: „Macht doch mal was auf Englisch, damit wir auch im Ausland verkaufen…“ – Ich persönlich finde derartige sprachliche Dissonanzen, also eine englische Nummer auf einer ansonsten deutschsprachigen Platte… ganz ehrlich doof.

Ausnahmen dürfen natürlich sein. Bei „Herr Holkin“ ist die Verwendung einer anderen Sprache, ich glaube es ist Mittelhochdeutsch, durchaus angebracht. Eine erfrischende Nummer.

Ich mag den Sound der Band schon lange, und Nummern wie das „Präludium“ freuen mein Ohr, mein Herz und auch die alten Beine.

FAZIT:

Ich will jetzt gar nicht weiter herumpflücken. Mit „BROT UND SPIELE“ haben sich SALTATIO MORTIS teilweise neu erfunden. Vielleicht sind sie auch von der Marketingabteilung neu erfunden worden. Für mich ist die Scheibe OK. Für absolute Stilbrüche wie „Epitaph To A Friend“ oder „Ich werde Wind“ ziehe ich Punkte ab. Für das klare politische Statement gibts Punkte dazu. Es reicht aber trotzdem nicht für die Höchstnote.
8 von 10 Bängs für SALTATIO MORTIS „BROT UND SPIELE“.

 

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Uli

Uli

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