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Nightmare Constellation – Palingenesis – Keine Kompromisse – Album Review

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2019 ist für mich das Jahr, in dem ich mich, in erster Linie privat, für das Genre Deathcore geöffnet habe und mittlerweile finde ich auch großes Gefallen an diesem äußerst brutalen Genre. Hätte ich mich nicht musikalisch weiterentwickelt, hätte ich sicherlich auch nie die Jungs von Nightmare Constellation so zu schätzen gewusst.

Nightmare Constellation wirklich in ein Genre zu stecken erweist sich als ziemlich schwere Aufgabe. Eine große Portion Progressive Metal hier, ein bisschen Deathcore hier und on top noch eine Prise Metalcore. Was einen bei „Palingenesis“ jedoch wirklich erwartet, kann man trotzdem nicht wirklich erfassen.

Der mit einem wunderbar atmosphärischen Intro ausgestattete Opener The Fear leitet dann doch eher ruhig und irgendwie an Horror ala Lovecraft erinnernd ein, bevor uns ein fettes Riff in Empfang nimmt, unterstützt von wummenden Drums und ordentlich brutalen Screams. Nach dem doch sehr spektakulären Einstieg geht es dann also etwas klassischer zu, was aber nichts an dem wirklichen hohen Niveau des Songs ändert.

Das folgende Breath stellt für mich bereits den schwächsten Track des Albums dar. Deathcore im Stile von Humanity´s Last Breath. Gelegentlich werden Pig Squeals eingeworfen, die mich bereits nicht sonderlich mitreißen können und auch der nicht direkt gutturale aber auch nicht cleane Gesang im letzten Drittel der Nummer hauen mich leider nicht so sehr vom Hocker. Ein weiterer Grund, warum Breath für mich das Schlusslicht bildet, sind die extrem ausgeklügelten anderen Songs. Würden diese nicht alleine vom Arrangement jedem Zweifel überhaben sein, wäre auch Breath ein saustarker Track.

Oftmals schaffen es Longtracks nicht über die gesamte Laufzeit zu fesseln. Dementsprechend skeptisch gehe ich meist an solche heran. Das groovige Bloom and Decay stellt hier ein positives Beispiel dar. Zwar mit einer Länge von „nur“ etwas über acht Minuten trotzdem ein Paradebeispiel, wie an einen solchen Track herangegangen werden sollte. Nach dem bereits erwähnten groovigen Intro wird immer wieder etwas Tempo raus genommen, wieder ein paar fette Riffs abgefeuert, ordentliche Basslines entfesselt und auch immer wieder vertrackt dahin gearbeitet.

Ein etwas anderer Weg wird mit The Sole Reason bestritten. Anfangs erinnert es etwas an Slipknot, bis mit einem Djent-Part auch die Cleans einzug finden. Nachdem man mit diesem Part zusätzlich überraschen konnte, mündet dieser in einem satten Breakdown, welche wieder mit Toms Screams untermalt wird.

Aber die wohl größte Überraschung erwartet uns mit Haze. Startend als Halbballade mit weiterem und noch mal erweitertem Einsatz der wunderbaren Clean-Vocals, wechseln sich hier die anfänglichen ruhigen Parts, welche mich an Metallica erinnern, mit dem brutalen Sound den Nightmare Constellation über weite Strecken auch auf dem Rest des Albums zu bieten haben. Man kann eine Zerrissenheit heraus hören, die einen direkt mit zieht.

Fazit:
Auch jetzt kann ich „Palingenesis“ nicht direkt einem Genre zuordnen. Will ich aber auch gar nicht. Klar ist für mich jedoch, dass alle jene, die mit Progressive Metal, Djent, Deathcore und Metalcore etwas anfangen können, hier unbedingt rein hören sollten.

„Palingenesis“ bietet ausgeklügeltes und zum Nachdenken animierendes Songwriting und macht auch instrumental sehr viel richtig. Keine Längen. Keine Langeweile. Mit Ausnahme von Breath trägt auch jeder Track seine eigene Note.

Ich vergebe 9 von 10 Bängs.

„Palingenesis“ erscheint am 8. November und wird als CD, Digitales Album und Stream erhältlich sein.

Line-Up:
Tom Stover – Vocals & Drums
Patrick Schatz – Guitars
Dominik Schatz – Bass

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[ROCKMAGAZINE Leserbewertung: 2 Durchschnitt: 5]
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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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