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MUSE Live in Köln – Konzertreview – Ein höllisch heißer Abend

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Puuh, das war wohl der heisseste Scheiss, den ich je erleben durfte. Allerdings nicht nur, was die Musik angeht, sondern auch wegen der unbarmherzigen Temperaturen, die gestern beim Open Air im Rhein Energie Stadion angesagt waren. Das würde hier auf dem Lounge Balkon definitiv kein Spaziergang, soviel stand mal fest.

Zunächst aber legen um 18 Uhr THE AMAZONS los, vier sympathische Jungs aus Reading, UK. Sie spielen eine schöne Mischung aus Indie und Hard Rock und legen vom Fleck weg gut vor. Leider kann ich nur 3 der Songs auf dem Balkon verfolgen, denn die tief stehende Sonne brennt mich dermaßen in den Kunstledersitz, dass ich fürchte, wie ein Vampir in Rauch aufzugehen. Also hinein in die wohltemperierte Lounge. Dennoch bekomme ich mit, dass nach einer guten halben Stunde das Publikum wohlwollend applaudiert – dann treten die Amazonen ab.

Um 19 Uhr betritt ANDY BURROWS die Stage und irgendwie klingelt da was bei mir. Nein, Herr Burrows ist kein Newcomer, war er doch von 2004 bis 2009 Drummer bei RAZORLIGHT – nun aber gewissermaßen als Singer/Songwriter unterwegs. Und da macht er einen echt guten Job – Hut ab. Mich erinnert er schwer an SUPERTRAMP und RODGER HODGSON, die Musik lädt zum Klatschen und Mitsingen ein, aber leider, leider…
Zu viel Sonne, Rest siehe oben.

Nun bleibt noch Zeit bis 20.30 Uhr, um mich runterzukühlen und ich gebe zu, dass klappt mit Klimaanlage und eiskaltem Geldermann Rose ganz hervorragend.
Aber dann: zu einer gekürzten Version von ALGORITHM starten MATT BELLAMY und seine beiden Mitstreiter durch!
Die Bühne leuchtet und pulsiert in den tollsten Farben (die Sonne ist Gottlob endlich verschwunden), so dass ich mich an ein gigantisches PC Spiel erinnert fühle. Das Ganze wird noch dramatisch von einer Reihe schwarz verhüllter Gestalten unterstrichen, deren Anzüge mit Leuchtbändern besetzt sind, die psychedelisch blinken. Ein Hammer Einstieg!

Bei dem Song PSYCHO klappt mir dann der Mund auf – und bleibt es bis zum Ende des Konzertes. Sechs weißgekleidete – ja, was Akrobaten? Tänzer? – bewegen sich senkrecht über die riesige LED Leinwand und egal, wohin sie auch springen und laufen : sie sind SYNCHRON und ebenso die pinkfarbenen Kreise, in denen sie sich bewegen! Wahnsinn! Und wir sind erst bei Song Nr 3!

Weiter geht es schließlich mit PROPAGANDA, PLUG IN BABY und PRAY (HIGH VALYRIAN). Jetzt verlässt MR BELLAMY die Bühne im Innenraum und stürzt sich in die Menge. Er rennt an unglaublich vielen Menschen vorbei, klatscht ab, schüttelt Hände, auch ein, zwei Hugs sind drin – der Innenraum ist kurz davor durchzudrehen.

Und das Feuerwerk brennt weiter HYSTERIA, TIME IS RUNNING OUT oder das grossartige STARLIGHTMUSE geben alles und noch viel mehr, denn nach gut zwei Dritteln der Show taucht plötzlich auch noch der riesige Robotermann MURPH auf und schenkt uns seine Anwesenheit bis zum Ende. Nach ca 2 Stunden 15 ist dann mit ALGORITHM, einem Medley (u.a. ASSASSIN und REAPER) und KNIGHTS OF CYDONIA der Flug durch die PC Simulation vorbei und ich mache vorsichtig den Mund wieder zu. Was für eine irre Show!

Und speziell zu MATT BELLAMY sei noch folgendes gesagt : er ist nicht nur ein Sahneschnittchen mit hohem Naschfaktor, nein, er sang und spielte sich gestern Abend echt auf das ultimativ letzte Level. Stimmlich super, spitze an der Gitarre und am Keyboard und mit einer Mörder Kondition an diesem unglaublich heissen Abend. Der war über 2 Stunden ununterbrochen in Bewegung und zum Schluss noch nicht mal „hinterm Atem“.
Natürlich waren auch seine Mitstreiter CHRIS und DOMINIC grossartig und haben sensationell geliefert, aber Mastermind BELLAMY war das schlagende Herz dieses fantastischen Auftritts.

SIMULATION THEORY – an diesem Abend war rein gar nichts theoretisch. Hier gab es ganz praktisch mächtig was auf Augen und Ohren – bei übrigens perfektem Sound von Anfang an. Als das Licht in den Stadionpylonen angeht, kann ich meinen Kiefer wieder störungsfrei bewegen, ich wringe mir das Wasser aus meinem pitschnassen Shört und wanke auf simulationswackeligen Stelzen zurück in die LOUNGE. Was für ein mörderisch heißer Abend –
Danke MUSE – darauf ein letztes Kölsch und Gute Nacht… Ich geb mal 9/10 Bängs. Und einen weniger nur wegen der Hitze!

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Katja

Katja

Ich heiße Katja, gestählt vom Leben und der unsäglichen Musik der 90er Jahre. Seit etwas über 1 Jahr begeistertes Mitglied bei Heavy Metal Fans und ebenso begeisterte Vinylsammlerin. Musikmässig mag ich vor allem guten alten Hard Rock wie Def Leppard & Co - und im Heavy Metal alles, was mich spontan klatschen und Mitsingen lässt.

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