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Mother´s Cake – Live at Bergisel – CD Review

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Off The Beaten Track“ ist das erste Live-Projekt der Band Mother‘s Cake, drei Jungs die stilistisch weit zerstreut irgendwo zwischen Funk, Psychedelic und Hard Rock einzuordnen sind. Nachdem die Band ihre erste Platte „Creation’s Finest“ veröffentlicht hatten, pickten sie sich fünf Songs heraus und gingen mit drei weiteren Gastmusikern (für Percussion, Keys und Vocals) ins Studio. Kritiker und Fans beschreiben das Album damals wie heute gerne mit dem Satz „Out of this world.“

Wer sich die 40 Minuten Zeit nimmt und zuhört wird vermutlich auch verstehen warum. Die Songs sind viel weiter ausgebaut als die Originale, teilweise wurden ganz neue Parts geschrieben. Zudem herrscht auf der Platte von Beginn bis Schluss keine Sekunde Ruhe, die Songs gehen nahtlos ineinander über, was sich mehr als positiv auf den Zuhörer auswirkt. Der befindet sich nämlich auf einer Reise.

Als die Band nun vor ein paar Monaten angekündigt hat, ein neues Live-Projekt zu veröffentlichen, welches von der musikalischen und visuellen Idee an Off The Beaten Track anknüpfen soll, war ich natürlich gespannt. Das Ganze spielt sich im Bergisel-Stadion ab, wo Mitte Januar die schneebedeckte Schisprungschanze als riesige Leinwand für Visuals und die Lichtshow dient.

Und hier mal meine Kritik:

Intro/Streetjaman:
Die Band steigt wuchtig ein und baut mit dem Intro ordentlich Spannung auf, man sieht aber jetzt schon, dass es verdammt kalt ist. Das Intro ist vorbei und Mother’s Cake geht zum ersten Song über, ganz ohne Unterbrechung. Sehr stimmig.

The Killer:
Übergangslos geht es auch in den nächsten Song, The Killer. Ich habe mit diesem Track noch nie wirklich etwas anfangen können und obwohl zumindest in der Bridge etwas mehr experimentiert wurde, konnte mich auch die Live-Version nicht überzeugen.
Hide & Seek:
Und jetzt: Was ist da los? Kein ausgetüftelter Übergangs-Jam zwischen The Killer und Hide & Seek? Keine Reise? Wirklich sehr schade. Dafür wird der Song mit unglaublich viel Energie gespielt und kommt mit gleich zwei Überraschungen daher: Zuerst singt Drummer Jan eine starke Sololine und als dann ab der Bridge Andreas Haslacher die Keys links liegen lässt und zum Saxophon greift, wird das ganze Arrangement wirklich schön. Die Stadionakustik bringt in dem Moment die nötige Tiefe, die Lichtkulisse tut ihr Übriges.
Isolation:
Auch hier leider wieder kein schöner Übergang, es wird aufgehört und neu gestartet. Wird wohl nix mehr mit meiner Reise. Aber auch hier wurde wieder richtig viel experimentiert und die Jungs lassen den Song so richtig glänzen, nichts im Vergleich zum Original.
Blank Soul:
Ein neuer Song den keiner kennt? Sehr cool, erinnert an die Idee von „Invisible“ auf OTBT. Der Track wird angefeuert von einem hypnotisierendem Stoner/Psych Riff und Krismer legt ein denkwürdiges Solo hin.
Gojira:
Jetzt pickt sich die Band für den Ender noch einen einzigen Song aus dem zweiten Album „Love The Filth“ und nehmen ausgerechnet Gojira? Da hätte ich doch lieber Insanity gesehen. Nichtsdestotrotz wird nochmal richtig aufs Gas gedrückt, die Platte endet mit viel Energie. Hätte man aber meiner Meinung nach weitaus interessanter lösen können.

Fazit:

Trotz Minusgraden haben die Künstler eine unglaubliche Performance abgelegt, leider jedoch musste die Soundqualität sehr unter der Akustik des Stadions leiden. Benni’s Bass verschwindet trauriger weise immer wieder im Mix und es wird zu Einheitsbrei. Da würde mich doch sehr interessieren was im Studio möglich gewesen wäre. Charly Mair hat sich in OTBT schon an den Percussions bewährt und liefert auch auf diesem Album wieder ab. Andreas Haslacher spielt experimentierfreudige Keys und hat mich auch mit dem Saxophon sehr positiv überrascht. Dennoch schade, dass Herr Tentschert dieses Mal nicht mit von der Partie ist. Wer sich richtig auf die Musik einlassen will, sollte sich „Live at Bergisel“ aber auf jeden Fall mit Video ansehen, nur so entfaltet sich der ganze Zauber der Platte.
Alles in allem ein abwechslungsreiches Album mit vielen Höhepunkten, aber definitiv nicht „Out of this world.“
Ich gebe mal 8 von 10 Bängs…

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Jonas

Jonas

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