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Mötley Crüe – The Dirt – Schonungslose Lebensbeichte – Album/Film Review

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Die Idee, Mötley Crüe’s Skandalbiografie „The Dirt“ (2001) zu verfilmen, bestand schon sehr lange. Die Rechte dafür erstand einst der Musiksender MTV. Doch nachdem jahrelang nichts Konkretes passierte, erwarb der aufstrebende Streaming-Dienst Netflix 2017 die Rechte zur Verfilmung und landete mit der Besetzung des Rappers Machine Gun Kelly für die Rolle von Tommy Lee einen echten Coup. „Jackass“-Regisseur Jeff Tremaine inszenierte dabei mit Hilfe der vier Crüe-Musiker als Co-Produzenten ein Rock ’n‘ Roll Movie, der die 80er Jahre-Exzesse der Glam Rocker mit all ihren Alkohol-, Drogen- und ausschweifenden Sex-Eskapaden ausgiebig in Szene setzt. Dass die autobiografische Rahmenhandlung dabei manchmal etwas holprig rüberkommt und Wegbegleiter wie Ozzy Osbourne (Christian Gehring), oder David Lee Roth (Tony Cavalero) doch sehr albern und grotesk dargestellt werden, liegt an den insgesamt stark überzeichten Charakteren aller Beteiligten. Die Geschichte der Band in 107 Minuten schlüssig zu erzählen, von prägenden Kindheitserlebnissen, der ersten Begegnung von Tommy Lee und dem gerade von seiner aufstrebenden Band London getrennten Nikki Sixx zur Findung der restlichen Mitglieder, den ersten großen Erfolgen mit dem Album „Shout At The Devil“, Vince Neils tödlichem Autounfall mit Hanoi Rocks Kumpel „Rizzie“ Dingle, Sixx‘ Drogenabsturz bis zum klinischen Tod, Tommy Lee’s Hochzeit mit Filmsternchen Heather Locklear und Mick Mars‘  Kampf mit der Krankheit Spondylitis ankylosans, einer Krankheit, welche die Knochen verhärten lässt, ist ein schwieriges Unterfangen, das dem Regisseur nicht immer geglückt ist.

Gewürzt wird der Film mit deftigen Sexszenen und dem Wahnsinn des Tourlebens, für dessen legendäre Exzesse die vier Kalifornier berüchtigt wurden . Der Film unterhält, dürfte die Fangemeinde aber bestimmt polarisieren, da er natürlich eine gewisse Oberflächlichkeit aufweist. Zusammen mit dem Film erschien am 22.03.2019 der Soundtrack  „The Dirt“, der neben vielen Klassikern auch vier brandneue Stücke enthält, was nach der offiziellen Auflösung im Dezember 2015 doch eine kleine Sensation ist. Der Titeltrack „The Dirt“ (Est. 1981) (feat. Machine Gun Kelly) ist eine sehr moderne Mötley Crüe untypische Nummer und wurde als Titeltrack für den Film komponiert.

„Ride with the Devil“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und wird auch im groovigen Midtempo gehalten. „Crash and Burn“ versucht sich ebenso gar nicht erst am Sound der Frühphase zu orientieren, und das Cover von Madonna’s „Like a Virgin“ dürfte nicht wenige Altfans froh machen, dass 2015 ein Schlussstrich unter eine der erfolgreichsten Karrieren im amerikanischen Rockzirkus mit über 50 Millionen verkaufter Tonträger gezogen wurde. Trost findet man aber reichlich bei den restlichen 14 Tracks, mit Hits wie „Looks That Kill“, „Shout At The Devil“, „Home Sweet Home“, „Girls Girls, Girls“, die vor allem die ersten und erfolgreichsten Jahre bis 1989 abdecken.

Als Fazit kann ich jedem Rockfan empfehlen, sich den unterhaltsamen Streifen anzuschauen. Über die Qualität des Soundracks bin ich geteilter Meinung, zum einen sind die meisten Crüe-Classics vertreten, die neuen Nummern können mich aber alle nicht wirklich überzeugen. So komme ich auf 7/10 Bängs für die Lebensbeichte einer der spektakulärsten Rock-Bands der 80er Jahre!

„The Dirt“ ist sei dem 22.03.2019 auf Netflix zu sehen.

Der Soundtrack ist zeitgleich via Eleven Seven Label Group erschienen

 

 

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Michael

Michael

Baujahr '67. Metalhead seit 1979. Musikalische Vorlieben: NWOBHM, Power Metal, Epic Metal, Bombast Metal, Doom, Melodic Death Metal, Alternative Rock, und alles dazwischen, Hauptsache es ist authentisch! Michael ist unser "wandelndes Musiklexikon". Es gibt nichts, was er nicht weiss. Wahrscheinlich sogar die Anzahl der Leberflecke von Elvis´ verstorbenen Zwillingsbruder Aaron!

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