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Live Review – Therapy?, Wulkatal Trio – 31.01.2019, WUK Wien

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Vorbei am WUK Beisl, einmal quer durch den Hof und die roten Backsteingebäude und schon steht man vor der Halle des WUK Wien, in der Therapy? also in Kürze ihr erst zweites Wien Konzert der seit nunmehr 29 Jahren anhaltenden Karriere geben werden.
Und hier stehen sie bereits artig in der Reihe und warten: All die ehemals ‚großen‘ Brüder, die in den 1990ern ihre kleinen Teenie Geschwister mit den MCs von Troublegum (zweites  Major-Label-Album von 1994) auf die richtige Seite der Musik zogen – von Boygroup Geplänkel weg mitten rein in die kritische, provokante und reale Welt der englischen Vorstadt, die mit diesem Album anspruchsvoll Religion und Glaube hinterleuchtet. Dieses Meisterstück ist es auch, dass Therapy? in die englischen Album Charts auf Platz 5 katapultiert und sie weltbekannt macht.

Angesichts der Kälte, die einem beim Anstehen vor dem Einlass in die Glieder fährt, freut man sich darauf, eingeheizt zu bekommen von der meiner Meinung nach heute international absolut unterbewerteten Headliner Band aus England.

Den Abend eröffnet das vierköpfige Wulkatal Trio; wenn man die erst halbvolle Halle betritt, während die Jungs ihre Nummern darbieten, wird einem schnell klar, dass sowohl der Name der Band als auch der einheitliche Look der Musiker im Banana – Hawaii – Hemd trügen. Wer hier Bierzeltatmosphäre zum Mitschunkeln sucht, ist fehl am Platz und wird unmittelbar eines Besseren belehrt. Sie rocken verhalten, doch sie rocken!

Nach dem burgenländischen Rock geht die Umbauphase der kompakten WUK Bühne ruhig und routiniert vonstatten. Man merkt sofort, dass hier die alten Hasen mit jahrzehntelanger Bühnenerfahrung am Werk sind.
Pünktlich um 21:10 geht es dann los und Andy Cairns gibt sich zeitgleich mit Michael Mc Keegan am Bass und Neil Cooper an den Drums die Ehre.

Die Setlist ist gut durchmischt und die Songs begleiten einen durch beinahe alle Alben der Band. Angefangen mit Wreck it like Beckett, über Die laughing, Kakistrocy (oh ja: It’s Ok Not To Be Ok!), Save me, Trigger inside, Accelerator, Screamager und etlichen mehr ist alles dabei, was die Menge textsicher mitgröhlt. Als dann zu Ehren von Michael McKeegan und seiner Vorliebe für Heavy Metal das Breaking the law Intro von Judas Priest angespielt wird, rastet auch der letzte Anwesende völlig aus. Letzteres ist auch dem sehr gut abgemischten Sound geschuldet.
Zwischen den Songs spürt man zweifellos wie viel Freude die Band beim Spielen hat. Dass Andy, Michael und Neil ein Dauergrinsen im Gesicht haben, liegt wohl nicht nur an der Tatsache, dass Drummer Neil Cooper seinen Geburtstag an diesem Abend feiert, sondern an der Authentizität und Selbstverständlichkeit, mit der die Bühne hier erfüllt wird.


In ihrer Laufbahn veröffentlichten Therapy? um Gründungsmitglied Andy Cairns sage und schreibe fünfzehn Alben! Das letzte Meisterwerk Cleave (Release 21.09.2018) gibt den künstlerischen Höhepunkt und zeugt von Provokation, Individualismus und Aufsehen erregender Kreativität. Diese Band hat eine Message, und sie wollen, dass sie jeder hört. Alleine aus diesem Grund bekommen Therapy? von mir volle 10/10 Bangs und ihr die Empfehlung zum Kauf des aktuellen Albums.

 

 

Setlist des Abends:
Wreck it Like Beckett
Expelled
Nausea
Die Laughing
Kakistocracy
Turn
Callow
Opal Mantra
Isolation (Joy Division cover)
I Stand Alone
Save Me From the Ordinary
A Moment of Clarity
Diane (Hüsker Dü cover)
Trigger Inside
Screamager
Teethgrinder
Potato Junkie
Stop It You’re Killing Me

Encore:
Unbeliever
Church of Noise
Crutch
Insecurity
Accelerator
Stories
Nowhere (‘Breaking the Law’ Intro von Judas Priest)
Knives
Success? Success Is Survival

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MetalliCat

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Adriana alias MetalliCat - KittyCat mit Vorliebe für metallerne Klänge; besonders im progressiven Rock und Metal, Postrock, Poprock, Stonerrock und Alternative zu Hause.

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