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Live Review – Steven Wilson – 11.02.2019 Museumsquartier (Halle E) Wien

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Wie passend, dass Wien Steven Wilson an einem verregneten und nasskalten Montagabend im Februar gerade im Museumsquartier empfängt. Alleine schon der Weg zur Halle E, die übrigens zu K&K Zeiten als Winterreithalle der kaiserlichen Hofstallungen diente, ist geschwängert von dem was etlichen kreativen und sozial kritischen künstlerisch begabten Köpfen in Form von Musik, Theater, Gemälden, Tanz, Installationen und vielem mehr entsprang. Das Mastermind des modernen Prog passt perfekt in dieses Ambiente.
Dies wird jedem Anwesenden gleich zu Beginn mit dem Intro klar. Ein Kurzfilm wird eingeblendet in dessen zentraler Message der Begriff TRUTH („Wahrheit“) steht. Das Publikum lässt sich bereitwillig und schnell in den Bann des charismatischen Künstlers ziehen, noch bevor dieser die Bühne überhaupt betritt. Sie alle wissen, was sie erwartet; sind sie doch alle erfahrene ProgRocker, die die vermeintlich selbe Show des Künstlers vor nicht einmal einem Jahr (14.02.18, Gasometer Wien) bereits miterlebten.
Doch dieses Konzert ist anders, obwohl es ebenfalls die To the bone Tour darstellt; zumindest, was das gespielte Set angeht.

Der Sound ist an diesem Abend kristallklar, perfekt abgemischt und hält das gesamte Konzert bis in die letzte Ecke stand. Pures Hörvergnügen von der Front Row bis in die letzte Sitzreihe der rund 2000 Menschen fassenden Halle. Die Videowall wird akzentuiert und mustergütig eingesetzt. Man weiß, wie man optisch die Stimmung hält und die Zuhörer bannt ohne sie zu überfordern.
Steven Wilson honoriert das treue Publikum und den Antrieb an einem Montag in so guter Stimmung zu sein. Die Setlist liest sich wie das „Who is who“ der Vorzeigesongs aus der Feder des 1967 in UK geborenen Autodidakten.
Pariah, home invasion, the same asylum as before, get all you deserve bilden mit ancestral die solide Basis des ersten Set, bevor es in eine 15 minütige Pause geht. Es wäre nicht das Wiener Publikum, das zumindest einen Song nach der Pause benötigt um wieder in Höchstform zu kommen. Doch spätestens bei permanating sind sie alle wieder fit und tanzen, was das Zeug hält.

 


Die zweite Hälfte des gespielten Sets ist experimenteller als die erste Hälfte, in der progressive Elemente nur im Ansatz ausgespielt wurden. Jetzt, bei Songs wie Index, song of I, lazarus und detonation explodiert die Stimmung auf der Bühne wahrlich. Das Keyboard von Adam Holzman, das Schlagzeug von Craig Blundell, der Bass von Nick Beggs und vor allem die Gitarre von Alex Hutchings bespielen progressive Elemente, die nach Vorbildern suchen. Hier sind echte Profis und Vollblutmusiker auf der Bühne. Es wird live experimentiert und das in bester Laune.

Dass dieses Mal im Encore Blackfield Songs gespielt werden erfreut, dass the raven that refused to sing wieder den Abschluss bilden darf, ebenso.

Zurück bleibt ein etwas wehmütiges Publikum, das sehr genau weiß, dass dieser Auftritt (übrigens 185 Minuten (!!!) volle Spielzeit), wie von Steven Wilson in einem Preshow Video angekündigt, der vorerst letzte für eine längere Zeit in Österreich war. Wir mutmaßen, was dies bedeutet: Wilson wird wahrscheinlich wieder ins Studio gehen um zu produzieren. Und wir freuen uns darauf, was dieser kreative Kopf uns als nächstes für den Plattenteller präsentiert. Bis dahin dürfen wir seine bisherigen Alben, derer es ja nun wirklich schon einige gibt, spielen. Also seid genügsam, Freunde des ProgRock.
Das aktuelle Album to the bone eignet sich übrigens auch bestens für Prog Neulinge!

 

Set 1
Intro  „Truth“ Kurzfilm
Nowhere Now
Pariah
Home Invasion
Regret #9
Don’t Hate Me (Porcupine Tree)
The Same Asylum as Before
Get All You Deserve
Ancestral

 

 

Set 2
Cenotaph (Intro Film)
No Twilight Within the Courts of the Sun
Index
Permanating
Song of I
Lazarus (Porcupine Tree)
Detonation
Song of Unborn
Vermillioncore
Sleep Together (Porcupine Tree)

Encore
Blackfield (Blackfield, nur Steven Wilson und Adam Holzman)
Sentimental (Porcupine Tree, nur Steven Wilson und Adam Holzman)
The Sound of Muzak (Porcupine Tree)
The Raven that refused to sing

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MetalliCat

MetalliCat

Adriana alias MetalliCat - KittyCat mit Vorliebe für metallerne Klänge; besonders im progressiven Rock und Metal, Postrock, Poprock, Stonerrock und Alternative zu Hause.

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