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Live Review – Ecclesia Diabolica Evropa 2019 (Behemoth, At the gates und Wolves in the throne room) – 13.01.2019 Arena (Wien)

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Es ist kalt, nass und windig in Wien. Genau das richtige Wetter um sich eines der genialsten Konzertpackages des Jahres anzuschauen. Angekommen am ehemaligen Schlachthofgelände erblickt man eine große Menschenmenge vor dem Eingang. Ein Zeichen dafür, dass der Schuppen restlos ausverkauft ist und Behemoth eine Menge neuer Fans dazu gewonnen hat. Nach dem wir uns ein kleines Bierchen genehmigt haben, blieb es natürlich nicht aus, den Merchandise Stand zu durchstöbern. Hier fielen besonders die exorbitant hohen T-Shirt Preise (zwischen 30 und 35 EUR) von den Herren Behemoth auf. Ok, der Stand hatte viel zu bieten, von Socken bis Stirnband, alles was Mann und Frau im Alltag benötigt.  Zum Glück mussten hier Wolves in the throne room und At the gates bei den Preisen nicht mitziehen.

 

Nach 10 Sekunden jammern auf hohem Niveau sind wir Richtung Bühne, dort hatten sich Wolves in the throne room bereit gemacht. Die Luft war geschwängert durch einen Hauch von Weihrauch und Patschuli. Die autark lebenden Amis aus Olympia, machten keine Gefangene und fesselten mich mit Ihrem atmosphärischen Black Metal. Vor allem der Sound war extrem gut abgemischt und das für einen Opener. Die Zuschauerreaktionen waren durchwegs positiv und es wurde nicht nur Höflichkeitsapplaus gegeben. Top Performance von den Wölfen!

Der Appetit wurde angeregt und nun hatten wir Hunger auf Schwedenhappen aus dem Hause At the gates. Wirklich vorstellen muss ich die Jungs aus Göteborg nicht mehr wirklich. Ich war gespannt, ob die Songs vom letztjährigen Album „To drink from the night itself mich live besser packen als auf Platte. Und was soll ich sagen, sie packten mich bei den Eiern und erzeugten ein süffisantes Grinsen in meinem Gesicht. Wie schon bei WITTR war der Sound hervorragend. Live sind die Skandinavier einfach eine Macht, die ihresgleichen sucht. Tomas (Sänger) erzeugt eine solche Spielfreude und regt sogar zu kleinen Circle Pits an. That´s old school Death Metal, auch wenn nur 2 Songs aus der “Slaugther of the Soul”Phase gespielt. At the Gates bleiben live die Speerspitze des melodischen Death Metal, da ist es selbstverständlich, dass sie zum Abschluss ordentlich vom Publikum abgefeiert werden.

Den Durst gestillt und mit leichter Vorfreude auf Behemoth, wird es in der ohnehin schon vollen Arena noch voller. So müssen sich ungefähr Sardinen in einer Büchse fühlen? Hinter einem schwarzen Vorhang wird die mittelgroße Bühne mit Nebelmaschinen, kleinen Pyros und mystischen Klimbim ausstaffiert. Insbesondere das imposante weiße Pearl Drum-Set von Inferno sticht sofort ins Auge. Nach ca. 15 Minuten Aufbauzeit war es dann soweit. Auf dem schwarzen Vorhang wurde antichristliche Symbolik projiziert und die vier Bandmitglieder erahnte man nur als Schatten dahinter. Das Intro „Solve“ ertönte und bei „Wolves ov siberia“ fiel der Vorhang und es wurde wild und diabolisch gebrettert. Nergal wirkte wie gewohnt erhaben und hatte mit dieser Souveränität das Publikum durchgehend im Griff. Leider gefiel mir der Sound diesmal nicht so gut. Der Gesang geriet ein bisschen in den Hintergrund und wurde vom Drumsound überstimmt. Darüber hinaus waren die Gitarren leicht übersteuert. Trotz diesem Makel, war es eine imposante Show mit einem atemberaubenden Tempo. Die Setlist aus älteren Songs und dem aktuellen „I loved you at the darkest“ war sehr ausgewogen, womit jeder auf seine Kosten gekommen ist. Das Publikum feierte die Polen ausgelassen, man hörte sogar hysterische Schreie, die sonst nur bei Boybands Auftritten wahrgenommen werden. Resultat von dieser Ausgelassenheit – zwei Zugaben – Lucifer und We are the next 1000 years. Welche für mich auch den Höhepunkt des Auftritts bedeuteten.

Fazit: Auch wenn der Behemoth Auftritt vom showtechnischen her sehr imposant waren, konnten Sie musikalisch At the gates nicht das Wasser reichen. Wolves in the throne room ist für mich auch definitiv ein Headliner und als Opener nicht gut geeignet, da Ihre Songs einen länger Spielzeit benötigen. Im Großen und Ganzen war es ein genialer Abend für das Extrem Metal Herz.

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Frank

Frank

41 Jahre jung, Lauscher der härteren Klänge seit 1993, im extremen Genre zu Hause, insbesondere Death-, Black- und Thrashmetal in all seinen Facetten.

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