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KALTENBACH OPEN AIR 2018 – Nichts für Weicheier! Ein Live Review.

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Wenns aus Kübeln schüttet, die Temperaturen sich dem Nullpunkt zuneigen, und laute harte Töne über den Semmering ballern… Dann ist es Zeit für das Kaltenbach Open Air 2018. Kaltenbach – Nomen est omen. Und den Beinamen „härtestes Festival Österreichs“ hat es sich damit (fast) verdient. Es war gar nicht sooo hart. Nur nass und kalt.

Aber wie sagte schon Charles Goodyear? „Es gibt kein schlechtes Wetter. Es gibt nur unpassende Bekleidung.“ Und dann erfand er den Gummistiefel. Und auch die Metal Fans sind keinesfalls wetterscheu, sondern eher kreativ, was die Regenbekleidung betrifft.

Zum Festival selbst:

Bei einem Lineup mit mehr als 30 Bands erwartet man sich ein Riesen Fest mit mehreren Bühnen und tausenden growlenden Metalfans. Nicht so in Kaltenbach. In drei Tagen werden 33 Bands über die grosse, und professionell gehandelte Bühne gejagt. Und die Leute vom Kulturverein haben es echt drauf. Die Organisation und der Ablauf funktionieren absolut reibungslos. Ebenso wie der Getränkeausschank, das leckere Futter und die Super Presse- und Künstlerbetreuung dafür zuerst ein mal ein RIESEN Lob und RIESEN DANKE in die Steiermark.

Warum sich aber nur rund 1500 Besucher auf die steirische Seite des Semmering verirren, ist mir ein Rätsel. Die Veranstaltung, und speziell das Line Up hätten sich mehr verdient. Das Line Up geizte nämlich nicht mit grossen Namen und interessanten Bands aus aller Herren Länder. Aber wahrscheinlich sind viele Metalheads einfach nur verwärmt…

Einige Bands möchte ich hier doch erwähnen, aber leider kann ich wirklich nicht auf alle eingehen. Es waren einfach zu viele. Und schliesslich muss man manchmal auch schlafen, ein Bier trinken, oder aufs Klo. Auf jeden Fall wars ein Hammer Fest.

Hier einige Galerien und Eindrücke:

HIRAX aus Kalifornien (USA) haben eine Hammer Show geliefert. Ausserdem hat Katon, der Sänger nachher mit Uli Bier getrunken, und ein Interview gegeben. Livebericht und Interview hier…

Goatwhore aus New Orleans (US) spielten ein mörderisch geiles Set. Death Metal vom Feinsten!
Die US Trasher von Toxic Holocaust haben wir schon in Wacken bewundert.

Weitere Bilder der Show von Toxic Holocaust und mehr von Freitag gibts bei uns auf Instagram.

Am Samstag ging es weiter. Ein Riesen Programm. Wieder einmal fanden wir nicht die Zeit, alle Bands zu fotografieren. Aber ein paar Eindrücke können wir Euch schon vermitteln!

Cruachan – Folk Metal aus Dublin (Irland)

Nervosa aus Brasilien sind in der Szene keine Unbekannten. Prika, Karen und Fernanda sind die weiblichen Aushängeschilder von Napalm Records. Mit ihrem heissen, klassischem Trash machen die Mädels einfach Spass. Und das Posen auf der Bühne beherrschen sie perfekt!

Origin kommen aus dem US Bundesstaat Kansas. Sie spielen sehr technischen, brutalen und schnellen Death Metal. Und das machen die Jungs absolut genial. Speed und Spass auf der Bühne. Das hat das Publikum mitgenommen, und die Band wurde ordendlich gefeiert.

Tsjuder aus Norwegen kamen fantasievoll, wie man es sich von Black Metallern vorstellt. Coole Maskerade und ein Sound, der direkt in die Birne fährt. Shouter Berserk macht seine Sache gut, und die Band wirkt wie aus einem Guss. Ein absoluter Live Genuss! (Reimt sich, ist also GUT!)

Mit einem wahrlich klerikalen Bühnenaufbau mit umgedrehten Kreuzen, geheimnisvollen versteckten Gegenständen am vorderen Bühnenrand überraschten die Headliner, die Salzburger Death Metaller Belphegor das Publikum. Was folgte war ein Wechselbad der Gefühle.

Während des unendlich langen, anfänglich stimmungsgeladenen, später nervenden Intro, schwappten Wellen von Weihrauch über die Bühne. Eigentlich waren es keine Wellen, eher ein Zunami. Dass Weihrauch eine psychedelische Wirkung hat, merkte man auch, als der Stagehand versuchte, die geheimnisvollen Gegenstände möglichst mystisch auszupacken. Das verwendete Gaffatape war zu stark, und die Sache sah eher lächerlich aus.

Das man nach einem Intro unbedingt nochmal die Gitarre checken und den Bass stimmen muss, ist mir ein Rätsel. Belphegor taten aber genau das, nachdem sie unter grossem Jubel die Bühne betreten hatten.

Das Set der Band selbst war, wie man es sich von echten Death Metallern erwartet. Düster, druckvoll und gewaltig. Nicht umsonst ist Belphegor momentan ein österreichisches Aushängeschild in der internationalen Death Szene. Wenn sie es geschafft hätten, den Anfang ihres Gigs in Kaltenbach professioneller zu gestalten, hätten sie auch uns gefallen. So haben sie das Niveau dieses ausgezeichneten Festivals um einen ganzen Punkt gesenkt.

FAZIT

Das Kaltenbach Open Air war die lange Anreise wert. Für das Wetter kann niemand was, und für die eine oder andere Starallüre wollen wir den Veranstalter nicht trietzen. Von uns kriegen die Mädels und Jungs 10 Bängs für das gelungene Fest!

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Uli

Uli

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