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Kadinja – Super 90´ – Does it Djent? – CD-Review

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Ka-was? So ging es mir als ich vor ein paar Wochen durch einen glücklichen Zufall auf diese Band aufmerksam wurde. Kadinja sind eine Progressive-Metal/Djent Band aus der französischen Hauptstadt Paris, die einen ähnlichen Weg wie Periphery und TesseracT eingeschlagen haben und nicht einmal ein Jahr nach Release ihres Debut-Albums „Ascendancy“ schon ihr zweites Werk auf die Menschheit loslassen.

Konnte bereits der erste Longplayer der Formation in Ansätzen überzeugen knallt einen die Wucht von „Super 90`“ förmlich um. Das beginnt schon mit einem mehr als interessanten Einstieg beim Opener und der ersten Single Empire. Es wird direkt ordentlich los gefrickelt und der Sound gewollt „verblecht“, nach ein paar Sekunden zeigt sich jedoch das wirkliche Soundgewand der Djenter und dieses klingt sehr stark nach den oben genannten Aushängeschildern dieses Stils.
Empire gibt auch bereits eine Marschrichtung vor. Verschnaufpausen gibt es nur selten. Die die es aber gibt überzeugen ebenfalls mit hervorragender Instrumentalisierung.

Aber sie klingen nicht wie eine Kopie von Periphery, sondern tragen einen tollen Spirit in sich. Dieser Spirit ist Sänger Philippe Charny. Er wechselt so gekonnt und scheinbar mühelos zwischen brutalen Screams und wirklich wunderschönen Clean-Vocals, die aber einen Zacken kerniger wirken als von Spencer Sotelo und Daniel Tompkins. Und doch auch extrem zerbrechlich wriken. In einem Moment möchte man Philippe beschützend in den Arm nehmen und im nächsten Moment sucht man selbst Schutz vor der Wut die seine Screams freisetzen.

Perfektes Beispiel für dieses grandiose Wechselspiel der Vocals ist der Track Véronique. Eines der absoluten Highlights von „Super 90´“. Er beginnt, für Kadinja-Verhältnisse, recht straight und wenig frickelig. Bis Philippe rein brüllt. An den Gitarren eskaliert es wieder aber noch schneller und frickeliger als auf den anderen Tracks. Und dann kommt der Break in Form des wieder cleanen Refrains und Philippe zeigt wieder seine zarte Seite. Dieses Wechselspiel geht gut vier Minuten und überstreckt sich über zwei Strophen, bis alles ganz zerbrechlich wird und Philippe ins Mikro schluchzt und sich besagtes Schluchzen in schmerzerfüllte Screams verwandelt und ein wundervoll verspielter, aber nicht zu vertrackter Soundteppich dieses Brett ausklingen lässt. Großes Kino und auf dem Rest des Albums unerreicht.

Im gesamt Kontext fällt die Akustik-Version von Episteme, welches als Studio-Version bereits auf dem Erstlingswerk vertreten war, sehr schwach aus. Da mich bereits die Studio-Version nicht abholen konnte. Hätte man sich auch gerne sparen können, vorallem weil er zwischen dem grandiosen Véronique und den Prügler Strive nur untergehen kann.

Und wenn man denkt man hat alles gehört und „Super 90´“ bietet keine Überraschungen mehr kommt der Rausschmeißer Avec Tout Mon Amour (zu deutsch: Mit all meiner Liebe). Die erste Hälfte des 7minüters zeigen Pierre Danel (Gitarre), Quentin Godet (Gitarre), Steve Treguier (Bass) und Morgan Berthet (Drums) noch einmal eindrucksvoll wie routiniert sie mit ihren Instrumenten agieren, bis dann kurz Gang-Vocals eingeworfen werden und Philippe fragt: „Will you save me? ´cause I save you.“. Pure Gänsehaut vermittelt dieser Track den seine Kollegen mit ihren Instrumenten würdig ausklingen lassen und Avec Tout Mon Amour zu meinem Favorit macht.

Fazit:
Obwohl zwischen dem Release von „Ascendancy“ und „Super 90´“ nicht einmal ein Jahr liegt haben sie sich so extrem stark weiterentwickelt. Periphery, die dieses Jahr ebenfalls ein neues Album veröffentlichen sollen, und TesseracT können sich schon mal warm anziehen. Mit Kadinja haben sie äußerst talentierte Konkurrenz im Djent-Bereich.

Fans der oben genannten Bands, aber auch von Animals As Leaders, Monuments, Erra und Northlane sollten unbedingt ein Ohr riskieren.

Ich kann nicht anders als 9 von 10 Bängs zu vergeben.

„Super 90´“ erscheint am 18. Jänner via Arising Empire und ist als CD und digitales Album verfügbar.

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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