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Ice Nine Kills – The American Nightmare Tour – Live @ Strom, München am 10.9. – Konzert Review

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Lang ist es her seit ich das letzte Mal für ein Konzert den Weg nach München auf mich nahm und dazu auch noch in eine Location die ich bisher nur vom Namen kannte: Das Strom. Der Grund war ein Auftritt der Metalcore Truppe Ice Nine Kills. Tourauftakt und dann auch gleich ausverkauft.

Das Strom ist eine kleine, unscheinbare Location. Der Einlass verlief schnell und reibungslos. Unser erster Weg führte uns zum Merch-Stand, welcher recht überschaubar ausfiel. Schnell also mit dem Tour-Shirt und der DVD-Edition von „The Silver Scream“ ausgestattet bahnten wir uns einen Weg um einen guten Platz zwischen den ganzen wirklich großen Fans vor Ort zuergattern.

Nicht wie angekündigt um 20:45, sondern erst kurz nach 21 Uhr startete die Sause.

Awake The Dreamer – Support mit Headliner Potenzial

Als Opener fungierten die Schweden von Awake The Dreamer. Kennt ihr noch nicht? Kann ich euch nicht verübeln. Die Band, die Metalcore spielt, veröffentlicht am 20. September ihr Debut-Album.

Ohne eine Sekunde zu vergeuden gaben die Jungs sofort Vollgas und knüppelten knapp 25 Minuten dahin. Vom Publikum wurde die Musik der Jungs sehr positiv aufgenommen, was in einer Reihe brutaler Circle Pits resultierte.

Knackige Screams, dazu wunderbare Cleans ummantelt von einem sehr dynamischen und sehr hart gespieltem Metalcore.

Die Nähe zu ihren Landsleuten und Label-Kollegen Imminence und Aviana ist nicht von der Hand zu weisen, nicht ganz so eingängig wie Imminence und nicht ganz so hart wie Aviana. Spannend wird wie die Mucke auf CD klingen wird. Als Anheizer nicht nur mehr als perfekt, auch als Headliner würden sie sicherlich eine menge Spaß machen.

Ice Nine Kills – Ein Fest für Horror-Fans

Knapp zehn Minuten nachdem Awake The Dreamer die Bühne verlassen hatten startete klassische Horrorfilmmusik ala Psycho. Klar also das nicht nur wir damit rechneten das das Set von Ice Nine Kills nun startet, doch dem war nicht so. Weitere zehn Minuten wurde diese Musik gespielt. In dieser Zeit wurde noch der Soundcheck gemacht. Einerseits eine interessante Idee, anderer seits hat es mich um ehrlich zu sein auch etwas genervt.

Als dann also der Raum dunkel wurde und 60er Jukebox-Musik startete war es endlich so weit. Nach und nach betraten die Mitglieder der Band die Bühne, während dem Intro vom Opener The American Nightmare betrat dann auch Sänger Spencer Charnas die Bühne, gekleidet als eine Mischung aus Jason Vorhees (Freitag der 13.) und Freddy Krueger (A Nightmare On Elm Street). Die ersten Töne erklangen und schon war kein Halten mehr.

Die Leute gaben ordentlich Gas und hatten sichtlich und spürbar Spaß an dem Gebotenen. Immer wieder im Laufe des gut einstündigen Sets entstand direkt neben mir ein, für die Größe der Venue, ein sehr ordentlicher Circle-Pit. Der auf A Nightmare On Elm Street basierende Opener spülte all meine Zweifel weg. Sowohl gesanglich, als auch instrumental eine extrem starke Leistung.

In erster Linie wurden Songs vom aktuellen Album „The Silver Scream“ performt. Etwas verfrüht leitete die Band mit Merry Axe-Mas die besinnliche Zeit ein. Wer die Nummer jedoch kennt weiß das dahinter einer der härtesten Songs der Kombo steckt. Spencer und seine Mannen brüllten sich die Seelen aus dem Laib.

Mit Thank God It´s Friday begaben wir uns zum Camp Crystal Lake. Dem Ort an dem im Horrorklassiker Freitag der 13. der Junge Jason Vorhees ermordet wird. Sehr unterhaltsam: Zum Ende des Songs wird, wie auch schon am Album, eine Spokenword Einlage aus der Sicht von Jasons Mutter abgespielt. Dazu begab sich eine junge Frau mit Perücke und Oma-Jäckchen auf die Bühne und verkörperte die liebende und mordende Mutter Vorhees.

Mit dem Folgenden A Grave Mistake (inspiriert von The Crow) wurden etwas ruhigere Töne angestimmt, die die Menge aber trotzdem aus voller Kehle mitsang. Ein Beweis dafür das Ice Nine Kills wirklich hervorragende Musiker und Songwriter sind. Eines meiner Highlights des Auftritts.

Das sie sich für eine Vielzahl der „The Silver Scream“ Songs auch Live etwas einfallen lassen haben zeigte auch wieder Rocking The Boat (inspiriert von Der Weisse Hai), welches im Refrain die vorherigen Alben zitiert. Dort betrat im letzten Drittel des Tracks eine Person in einem aufblasbaren Hai die Bühne, was für den Lacher des Abends sorgte und für mich absolut überraschend war.

Neben den Songs des aktuellen Albums wurden auch eine handvoll Nummer vom Vorgänger „Every Trick In The Book“ gespielt. Wenig überraschend The Nature Of The Beast, Communion Of The Cursed und Me, Myself And Hyde. Unerwartet war aber die Ballade von „Every Trick In The Book“ Tess-Timony ebenfalls dabei.

Im vorletzten Track Stabbing In The Dark (inspiriert von Halloween) trieb dann Michael Myers sein Unwesen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Spencer setzte sich die Maske von Myers auf und als wieder eine junge Frau auf die Bühne kam inszenierte die Band den Mord an der jungen Frau. Passt, wie auch schon bei Thank God It´s Friday, perfekt in das Konzept des Albums und der Tour.

Nach einer kurzen Unterbrechung kam der vermutlich sehnlichst erwartete Song, der auch das Album beendet. IT Is The End (inspiriert von ES). Aus der Perspektive von Pennywise verführt Spencer anfangs, wie auch im Film, den kleinen Georgie. Musikalisch eine Perle, welche mit einem fetten Ska-Einschlag daher kommt (übrigens hatten Ice Nine Kills als Ska-Band angefangen) und extrem starke Screams und einen perfekten Abschluss bot. Besonders witzig: Am Anfang der Nummer betrat zusätzlich eine als Mickey Mouse verkleidete Person die Bühne, die verängstigt auf der Bühne nach Schutz vor Spencer suchte. Ein Seitenhieb nach dem Spielverbot in Disney´s House Of Blues in Orlando, wenig überraschend prangt ein als Freddy Krueger verkleideter Mickey Mouse auf dem Tour-Shirt. Übrigens eines der coolsten Shirts die ich bisher gesehen habe.

Mit den finalen Worten „We All Float Down Here“ werden wir in die Münchner Nacht entlassen.

Fazit:
Ice Nine Kills haben einen großartigen Auftritt abgeliefert, der mir wieder ein mal zeigt das gerade die kürzeren Konzerte mich mehr fesseln als ein Konzert über zwei bis drei Stunden.

Die Menge wurde mitgerissen, der Schweiß floss und die Stimme war weg. So wünsche ich mir ein Konzert.

Mir fehlten zwar noch Hell In The Hallways und, meiner Meinung nach, die stärkste Nummer der Band The Greatest Story Ever Told, trotzdem ein solides Set ohne Hänger mit einer extrem stark performenden Band.

Ich vergebe 9,5 von 10 Bängs.

Setlist:
The American Nightmare
Merry Axe-Mas
SAVAGES
The Jig Is Up
Thank God It´s Friday
A Grave Mistake
The Nature Of The Beast
Rocking The Boat
Me, Myself And Hyde
Tess-Timony
Communion Of The Cursed
Stabbing In The Dark

IT Is The End

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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