Bilder / Video, Film Reviews, Reviews

Full Circle – Last Exit Rock ’n‘ Roll – Seelenstriptease – Film Review

full-circle-last-exit-rock-n-roll-seelenstriptease-film-review

Am 26.4.2019 erscheint „FULL CIRCLE – Last Exit Rock´n´Roll“, ein Film über die Suche nach der eigenen Wahrheit, von und mit Andy Brings featuring Skid Row, Doro Pesch, Tom Angelripper (Sodom), Liz Baffoe u.v.m. auf Blu-ray via Arising Empire/Vertrieb Warner. Passend dazu – der Kreis könnte sich nicht besser schließen – veröffentlichen Double Crush Syndrome eine neue Single inklusive Video – ein Cover des Skid Row Songs ‚Riot Act’ inklusive Video mit Gastaufritt von Scotti Hill (Skid Row).

Soweit die Pressemitteilung -und nach dem Mötley Crüe Streifen „The Dirt“  freute ich mich auf einen weiteren unterhaltsamen Film, der mir Einblick, dieses Mal in dokumentarischer Form, hinter die Kulissen des Rockbiz geben würde. Allerdings wurde mir schon nach wenigen Minuten klar, dass hier eine ganz andere Sicht der Dinge auf das Leben eines Künstlers dargestellt werden sollte. In erster Linie von der gescheiterten Karriere des Musikers Andy Brings, der eine lediglich Fußnote in der Geschichte der deutschen Kult Thrasher Sodom mit dem Album „Tapping The Vain“ als junger Gitarrist mitgeschrieben hat. In den folgenden zähen 90 Minuten versucht Andy Brings in Gesprächen mit Tom Angelripper, Doro Pesch, dem Fotografen Moritz „Mumpi“ Künster, den Schauspielern Markus „The Duke“ Sauk und Liz Baffoe, den Skid Row Jungs und einigen anderen Weggefährten und befreundeten Künstlern, seine Motivation als Musiker nach dem krachenden Scheitern als Gitarrist bei Sodom mit platten Durchhalteparolen zu erklären und als besondere Gabe zu stilisieren. „Niemals aufgeben und immer nach vorne schauen“ als Erkenntnis seiner langen Selbstfindung wird dabei als sein Credo verkauft.

Was mich dabei stört, ist nicht der Seelenstriptease, den Andy Brings in dem Film betreibt, sondern das hier jemand, der es einfach nicht gebacken bekommen hat, versucht, dies als etwas Besonderes zu verkaufen. Jede Kassiererin an der Supermarktkasse, jeder Kumpel im Kohleschacht muss sich jeden Tag genauso den Herausforderungen des Lebens stellen und in seinem Job sein Bestes geben, ohne dass da jemand ein Wort darüber verlieren muss. Hinfallen, aufstehen, Krone richten und weiter geht das Leben, wer kennt das nicht?

Nur wenige Musiker, Sportler oder Schauspieler ect. sind privilegiert, als Vollprofis von Ihrer Arbeit leben zu können. Für die meisten wird es nicht mehr als ein zeitaufwändiges, mit Leidenschaft gelebtes Hobby bleiben. Im Gegensatz zu thematisch ähnlich gelagerten Kultfilmen wie „The Story Of Anvil“ oder Metallica’s „Some Kind Of Monster“ wirken die Geschichten der Mitwirkenden, bis auf wenige Ausnahmen, erschreckend banal. Selten hat mich die Lebensgeschichte eines Musikers so gelangweilt, wie die des Andy Brings. Seine aktuelle Band Double Crush Syndrome bekommt im Film übrigens im Zuge seines Ego- und Selbstbemitleidungstripps nur eine minimale Bühne. Das ergibt für mich alles in allem 1/10 Bängs für einen verschwendeten Abend!

Der eine Bäng geht an den Regisseur Alexander Waldhelm, der dies alles zumindest in schöne Bilder verpackt hat.

ROCKMAGAZINE Leserbewertung - Hier kannst du deine Bewertung abgeben
[ROCKMAGAZINE Leserbewertung: 3 Durchschnitt: 2.3]
Share
Michael

Michael

Baujahr '67. Metalhead seit 1979. Musikalische Vorlieben: NWOBHM, Power Metal, Epic Metal, Bombast Metal, Doom, Melodic Death Metal, Alternative Rock, und alles dazwischen, Hauptsache es ist authentisch! Michael ist unser "wandelndes Musiklexikon". Es gibt nichts, was er nicht weiss. Wahrscheinlich sogar die Anzahl der Leberflecke von Elvis´ verstorbenen Zwillingsbruder Aaron!

Danke für deinen Besuch.
Vielleicht willst du uns ja auch auf Facebook kennenlernen?
Danke für dein „Gefällt mir“!