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Enter Shikari – Stop The Clocks Tour – Die Band der Stunde – Konzert Review

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Strahlender Sonnenschein hieß mich und meine bessere Hälfte am letzten Mittwoch den 3. April in Oberösterreichs Hauptstadt Linz willkommen. Grund des Aufenthalts war neben einem Interview das ich führen durfte (ebenfalls auf unserer Homepage nachzulesen) die Headliner-Show der britischen Rocker von Enter Shikari, im Rahmen ihrer Stop The Clocks Tour.

Bespielt wurde der Große Saal des Linzer Posthofs. Als Support haben sie die, ebenfalls, britische Band As It Is mit. Ein Line-Up das für mich bereits im vor hinein die Erwartungshaltung extrem hoch ansätzte.

As It Is – Eine Pleite

As It Is haben mich letztes Jahr mit ihrem großartigen dritten Album „The Great Depression“ extrem begeistern können. Klar das ich mir auch einen ähnlich starken Auftritt erwartete.

„We are a band called My Chemical Romance.“, mit diesem Satz stellten sich die Jungs um Sänger Patty Walters nach dem zweiten Track mit gefolgtem Lachen der Zuschauer vor. Die Emo-Schiene von Bands wie eben My Chemical Romance haben sie mit oben erwähnten dritten Album super bedient, live ist das aber nicht der Fall.

Das erste große Problem war der absolut grottenschlechte Sound. Den Gesang konnte man nur mit Müh und Not erkennen oder besser gesagt erahnen. Der Gesang ist auch der nächste große Minus-Punkt.

Patty schaffte nicht ansatzweise in der Qualität der Studio Versionen der „The Great Depression“-Songs zu singen. Die Screams, die ein großer Plus-Punkt des Albums waren, sparte er sich bis auf eine kurze Ausnahme im Rauswerfer The Wounded World komplett.

Sehr schwache Live-Darbietung, die nicht nur auf den schlechten Sound zurück zu führen ist. Leider ist auch das was man hören kann eine absolute Pleite. Sehr schade.

Enter Shikari – Auf in die Stadien der Welt

Nach dem schwachen Sound des As It Is-Sets erfüllte mich die Umbauzeit von knapp 20 Minuten mit einer schlechten Vorahnung. Eine Vorahnung die so absolut nicht eintraf.

Schon das Bühnenbild machte Lust auf die Show: Spiegelsäulen mit LED-Effekten im Rahmen und die vom „The Spark“-Cover bekannte Schiffsradar-Keyboard-Kombi. Die Zeit verging und die Freude stieg.

Um Punkt 21 Uhr wurde es dunkel und mit dem Intro The Spark vom gleichnamigen Album leiteten die Herren aus St. Albans ins Set ein, welches mit The Sights dann auch direkt startete.

Trotz des doch eher ruhigen Einstiegs ins Set gröhlte die komplette Halle vom ersten Ton voll Gas mit und zwar das ganze Set über mit Ausnahme einer Nummer, doch zu dieser weiter unten mehr.

Mit Step Up wurde eine Nummer vom zweiten Album gespielt und spätestens ab diesem Moment kam die energetische Performance angerollt und haute einen um. Sänger Rou bewegt sich wie hypnotisiert und auch der Rest der Band zeigt was in ihnen steckt. Grandios.

So energetisch blieb es auch. Die sehr gut gefüllte Halle bewegte sich eben so intensiv mit. Immer wieder entstanden kleine Mosh-Pits. Zu Paddington Frisk stiegen dann Gitarrist Rory und Bassist Chris ins Publikum hinab und formierten um sich einen geschätzt ca. 80% Prozent der Halle ausfüllenden Mosh-Pit, in dessen Mitte sie weiter munter am Werke waren. Sehr spaßig anzusehen.

Was natürlich nicht verwunderlich war, ist das sich die Maße am meisten zum Klassiker Mothership, von „Take To The Skies“, verausgabte und den Gesang eigentlich zur Gänze übernommen hat. Überraschend Text sicher war die Crowd auch bei der neuen Nummer Stop The Clocks. Zu meiner Schande kannte ich diesen Track bis dato leider nicht. Ein eins A Elektro-Rock Song. Sehr tanzbar und trotzdem auch mit einem gewohnt anspruchsvollen textlichen Inhalt.

Insgesamt war ich von der Umsetzung der Tracks des aktuellen Albums sehr positiv überrascht. Das sie vor allem so gut funktionieren habe ich mir nicht gedacht. Egal ob das mit Trompete (gespielt von Rou) startende ruhige Shinrin-Yoku oder auch das fast jazzige The Revolt Of Atoms. Sehr stark.

Neben dem alles zerstörenden Meltdown war die „The Spark“-Ballade Airfield mein Highlight, die Zugabe aussen vor gelassen.

Die Scheinwerfer richteten sich auf dem an einem, mit dem Band-Logo verzierten, Klavier sitzenden Rou und das erste Mal in diesem 90 Minuten-Set ist Ruhe. Eine wunderschöne Ballade die in der letzten Strophe mit dem Einsätzen von Rob, Rory und Chris wieder sehr dynamisch wurde und erst auch in dieser letzten Strophe setzte die Crowd mit ein. Der Gänsehautmoment schlecht hin.

Nach dem sehr starken Anaesthetist im Reso Remix endete das reguläre Set. Kurze Zeit später standen die Herren wieder an ihren Instrumenten und gaben mit Take My Country Back, Juggernauts und Live Outside eine sehr gut gewählte Zugabe.

Speziell über Live Outside habe ich mich total gefreut. Das Publikum gröhlte wieder lauthals mit, während Rou ordentlich abtanzte. Ein mehr als fulminanter Abschluss.

Was bleibt nun noch zu sagen?
Enter Shikari ist für mich ohne Zweifel die Band der Stunde. Eine Band die sowohl auf Platte als auch Live einfach so viel transportiert.

Meiner Meinung nach arbeiten sie sich Schritt für Schritt an den Status von Queen heran. Ja, eine sicherlich gewagte Aussage aber Enter Shikari ist aktuell für mich die Band mit dem größten Potenzial dies auch vielleicht in noch zwei oder drei Alben zu erreichen.

 

Eine unglaubliche Band. Wer die Möglichkeit hat muss sie unbedingt Live erleben. Eine Tatsache die ihr nicht bereuen werdet.

Ganz klare 10 von 10 Bängs.

Setlist:
The Spark
The Sights
Step Up
Labyrinth
Arguing With Thermometers
Rabble Rouser
Hectic
Gap In The Fence
Shinrin-Yoku
The Revolt Of The Atoms
Paddington Frisk
Gandhi
Mothership
Insomnia
Havoc B
Airfield
Undercover Agents
No Sleep (Interlude)
Stop The Clocks
Qucik-Fire
Sorry You´re Not
The Last Garrison
Meltdown
Anaesthetist Reso Remix

Take My Country Back
Juggernauts
Live Outside

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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