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Emil Bulls – Mixtape – Der Name ist Programm – Album Review

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Mit „Mixtape“ bringen die Münchener Emil Bulls ihr erstes Cover-Album auf den Markt und zeigen was sich seit ihrem legendären Take On Me-Cover bei ihnen verändert hat.

Von der Nu-Metal Band von damals ist so gut wie nichts mehr übrig. Sie schafften den Absprung und zogen in ein neues Genre. Mittlerweile kann man ihren Sound als Alternative Metal mit teils starken Core-Akzenten bezeichnen. So haben sie schon so einige wahrlich starke Alben veröffentlicht, zuletzt im Jahr 2017 mit „Kill Your Demons“.

Fast 20 Jahre hat es gedauert bis uns die Bulls wieder mit Cover-Musik beglückt haben. Anfangs war ich zwar von der ersten Single Survivor (Destiny´s Child) ziemlich enttäuscht. Es wirkte irgendwie saftlos. Gewohnt Emil Bulls-like, aber irgendwas fehlte mir. Dachte ich zumindest. Als ich das ganze dann das erste Mal mittels In-Ears und angemessener Lautstärke beim durchhören des Albums noch einmal hörte war die Meinung eine ganz andere: Satte Gitarren, fette Drumparts und die Geige im Hintergrund gibt dem ganzen eine gewisse Theatralik. Sehr guter Einstieg.

Die unvergleichliche (und das meine ich wirklich ernst) Stimme passt perfekt in die Nummern und wie immer holt Christoph sein volles Repertoire heraus. Wir haben seinen Sprach-Gesang, seine kraftvollen Screams und seine hypnotisierende Klare-Gesangsstimme. Doch wäre seine Stimme nur halb so stark, hätte er seine Bandkollegen James, Stephan, Andy und Fabian die wie gewohnt wild durch das Stil-Sortiment der Band pflügen und so im besten Fall vergessen lassen das es sich hier „nur“ um Cover-Songs handelt.

Eine dieser fast schon nicht mehr erkennbaren Nummern ist Rebel Yell (Billy Idol). Während der Anfang noch einen krachenden Genickbrecher erwarten lässt bricht der Sound nach dem Anfangs-Riff und gibt den Synths mit fettem Bass Raum, komplettiert durch Christophs Stimme. Wenn man denkt das wars mit dem Track knallen einen die Jungs eine volle Breitseite in die Fresse und entfesseln das Biest, die Nähe zu Between The Devil And The Deep Blue Sea kann man hier nicht von der Handweisen. Bevor sich wieder auf den fetten Bass berufen wird explodiert Rebel Yell noch mit einem außerordentlichen Gitarren-Solo. Mehr als starke Nummer.

Doch leider haben sich auch auf dieses Album ein paar Nummern geschlichen die mich nicht überzeugen konnten. Sowie zum Beispiel Grenade (Bruno Mars). Auch abgewandelt passt es meiner Meinung nach nicht zur Band. Vielleicht wäre es besser gewesen sie hätten eine Ballade im Stile von I Don´t Belong Here daraus gemacht und nicht im Mid-Tempo angesiedelt.

Ebenso wie auch You Should See Me In A Crown (Billie Eilish). An sich schon geil aber kann nicht wirklich zünden. Hat starke Momente, stinkt aber neben Songs wie Jesus He Knows Me (Genesis) nur ab und wird von mir meist geskippt.

Fazit:
Braucht man ein Cover-Album wie „Mixtape“? Vermutlich nicht, aber es macht ungemein Spaß. Die Bulls haben hier ein paar richtige Perlen geschaffen und sich nicht verbogen, sondern ganz im Gegenteil, sich noch weiterentwickelt.

Ein paar Abstriche muss ich aber trotzdem machen, da die Songwahl nicht immer ganz gepasst hat. Ich vergebe 8 von 10 Bängs.

„Mixtape“ erscheint am heutigen 24. Mai via AFM Records und ist als CD, Limited Deluxe Edition, Digitales Album und Stream erhältlich.

Line-Up:
Christoph von Freydorf – Vocals, Guitar
Andy Bock – Guitar
James Richardson – Bass
Stephan „Moik“ Karl – Guitar
Fabian Füß – Durms

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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