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Edward De Rosa – Zeitgeist – Review zu einem Riff-Gewitter aus Italien

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Edward De Rosa, seines Zeichens Gitarrist bei Soul Of Steel und Session-Musiker für die Symphonic Metal Band „Elegy Of Madness“, bringt mit Zeitgeist sein Solo-Debut unter die Leute. Und hat sich dabei Unterstützung von Luca Basile (Keyboard), Francesco Paolo Caputo (Drums) und Giacomo Voli (Vocals, „Rhapsody Of Fire“/“Teodasia“)

Den Beginn macht das kurze Instrumental-Intro „Tempus Fugit“. Es startet mit sirenenartigen Geräuschen bevor Streicher einsetzen und eine absolut epische Atmosphäre erzeugen. Ich würde sogar behaupten es startet wie ein Fantasy-Epos ala Herr der Ringe. Mehr als gelungener Start. Und dann? Nun dann kommt schon eine gewisse Ernüchterung.
Scheint „Tempus Fugit“ noch einen flüssigen Übergang, ein klangliches Konzept zu startet, wirft dies schon der Opener „Legend: The Omega Man“ über den Haufen. Von Sekunde 1 wird das reinste Riff-Gewitter gestartet. Ohne Frage alles auf den Punkt. Starke Riffs, starkes Drumming und auch sehr abwechslungsreicher Gesang. Doch schade das man das klangliche Konzept nicht richtig in den Folgetrack und auch nicht in den Rest des Albums transportieren konnte.

Jeder Track ist für sich gesehen wirklich mehr als nur gut hörbar. Auch wenn man sagen muss das meist keine große Abwechslung geboten wird, doch das macht die Power und Können aller Musiker wieder wet.

Die Highlights sind für mich das Instrumentalstück „Replicants“, von dem gern mehr am Album sein können hätte. Man versinkt förmlich in der wunderbar prügelnden Klangwand und bekommt wieder göttliche Riffs von De Rosa um die Ohren geschmettert.

Die Ballade von Zeitgeist, wenn man sie denn so bezeichnen kann, „Tywysoges“ bietet nicht nur Akustikgitarre und Flöte, die einen in einen in einen Wald befördern, sondern auch eine Gastsängerin. Virginia Pavone und Giacomo Voli harmonieren hier gut. Der ruhige Beginn wird nach knapp 2,5 Minuten wieder durch das mittlerweile typische De Rosa Klanggewand ersetzt, findet aber wieder zum Wald zurück und lässt „Tywysoges“ wunderbar auslaufen.

„Fight For Life“ das ca. nach der Hälfte der Laufzeit mit einem italienisch-sprachigen Gesang aufwartet, welcher der Atmosphäre des Tracks die nötige Tiefe gibt und anschließend in einem wiederholten Riff-Gewitter ausartet, das sich bis zum letzten Drittel des Tracks ins unermässliche steigert um dann einzubrechen und noch einmal neue Fahrt aufnimmt.

Ebenfalls erwähnenswert ist der Beginn von „Cybersteria“ der mich total an „Bohemian Rhapsody“ erinnert. Sehr geil gemacht, das war es aber dann leider mit der Abwechslung. Es folgt der schon vom Rest des Albums bekannte Aufbau.

Was ist Zeitgeist nun also? Ein technisch und handwerkliches Top-Album, leider sorgt der Gesang teilweise für etwas Langeweile und trübt meiner Meinung nach etwas das Hörvergnügen.
Sieht man sich Tracks wie „Replicants“ und „Fight For Life“ kann man erahnen wie geil ein Instrumental-Album hätte sein können. So kann ich aus meiner Sicht nur 7 von 10 Bängs vergeben und hoffe das er für das nächste Album auf Gesang zur Gänze verzichtet. Fans von Progressive Power Metal sollten trotzdem auf jeden Fall mal rein hören.
Das Album wurde am 26. Oktober bei Revalve Records veröffentlicht.

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Patrick

Patrick

geb. 1993 Musik-Fan seit 2010 Verlobt Ein Sohn Bevorzugte Genre: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk

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