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Brocelian – Guardians of Brocéliande – Album Review

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Die Natur und besonders der Wald hat schon diverse Künstler, auch im Metal, inspirieren können und zu diesen kann man auch meine heutige Band zählen: Die Münchener von Brocelian fanden ihre Inspiration bei einem sagenumwobenen Wald in der Bretagne mit dem Namen „Brocéliande“.

Die Band existiert bereits seit 2009 und kann bisher schon eine Demo, sowie das 2014 erschienene Debüt Lifelines aufweisen. Auch auf der Bühne hat die Band schon mit dem ein oder anderen Künstler zusammen spielen können: So konnte man zum Beispiel mit Leaves Eyes, Xandria, Serenity, Lacrimas Profundere oder Tanzwut auftreten. Pünktlich zum 10-jährigen Bandjubiläum erscheint via Massacre Records das zweite Album. Beim Wachen über Brocéliande gab es Unterstützung von Chris Rieger (Bass – Hydra) und Noris Nijenhuis (Drums – Atrocity, Leavey Eyes).

Credit Stefan Heilemann

Musikalisch erkenne ich im Album zwei Teile. Der erste wird mit Wrath of Nature und Chor eröffnet, welcher von einer E-Gitarre mit schöner Melodie abgelöst wird. In der Strophe beweist uns Sängerin Susan, dass sie clean, aber auch operal abliefern kann. Beim Opener erkenne ich musikalisch leider nicht den Zorn. Wenn dies so gewollt ist und die Band uns sagen will, dass die Natur ihre Wut uns noch nicht komplett offenbart hat, wäre das natürlich genial. A Life For You beginnt mit Klavier und startet mit einem recht folkigen und eingängigen Refrain. Überzeugen kann mich der musikalische Teil. Speed of Light beginnt sehr düster, bis wir zu einer recht harten Strophe kommen. Der Refrain erscheint im Kontrast dagegen recht positiv. Dennoch ist es für mich atmosphärisch der gelungenste Song der ersten Hälfte. Es folgt mit dem Titeltrack Guardians of Brocéliande eine Nummer, die nach choraler Eröffnung plötzlich mit Gitarren, welche an Heidevolk erinnern, daherkommt. Sonst finde ich die Variante, den Text im Refrain lang zu ziehen, interessant. Am Ende des Stückes hoffe ich, dass der Schlachtruf das nächste Mal etwas kräftiger kommt, denn mit dem sorgt man nicht wirklich für Einschüchterung bei möglichen Angreifern. Zum Ende der ersten Hälfte bringt man mit The Last Melody noch eine Ballade. Der Song ist sehr stimmig und kommt mit einem epischen Refrain.
In der ersten Hälfte haben Brocelian auf viele folkige Elemente, viele Streicher und viele chorale Parts gesetzt. Die Songs setzen mehr auf das Atmospärische.

Now it´s Time legt darauf mit E-Gitarre los und zeigt einen Power Metal typischen up-Tempo Refrain und bietet das erste Mal Potential etwas für die Nackenmuskulatur zu tun. Im Kontrast zum ersten Teil erscheint hier die Musik deutlich positiver und es wird mehr auf Tempo gesetzt, was definitiv Abwechslung bringt. The Sign hält das hohe Tempo, bringt aber mehr Geige in den Song. Der Refrain zieht ordentlich und es fällt mir erneut die Gesangsarbeit von Susan positiv auf. Im nächsten Song haben wir den ersten Gast am Gesang: Oliver Tim  (The Crossways) harmoniert mit seiner tiefen Stimme gut mit Susan, ist aber dezent genug um ihr nicht die Show zu stehlen. Escape From Alcatraz kann ebenso mit einem Breakdown mit Chor und einem kräftigen Ende im Gedächtnis bleiben. Im darauffolgenden Fire Of My Heart können wir mit Alicja Mroczka ein weiteres The Crossways-Mitglied hören. Auch sie ist von der Stimmfarbe deutlich tiefer als Susan und bietet so einen schönen Kontrast zu ihr, besonders wenn Susan ins Operale geht. Die wiederholte Streichermelodie hat etwas eingängiges, aber mir fehlt dabei noch irgendwas. Den Abschluss des Albums macht mit Summer Days erneut eine Ballade. Man setzt auf Akustik Gitarre und Geige und bringt so als Rahmen die Folkelemente noch einmal nach vorne.

Albumfazit:

Brocelian bieten ein sehr variables Album, welches aus diversen Einflüssen aus Rock, Power-, Symphonic- und Folk Metal zusammensetzt ist. Gesanglich hat man mit Susan eine gute Besetzung gewählt und auch melodisch gibt es die ein oder andere gute Idee. Leider fehlt mir aber an einigen Stellen noch das letzte Bisschen, um mich richtig mitzureißen, was auch daran liegen kann, das man durch die Songreihenfolge das Album etwas zweigeteilt hat. Das Album ist dennoch für Leute, die gerne folkigen Symphonic Metal hören, die 37 Minuten Lebenszeit definitiv wert.
Ich gebe dem neuen Album von Brocelian 7 von 10 Bangs und werde die Band im Auge behalten.

Das Album ist ab 19. Juli als CD und Digital erhältlich.

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Lennart

Lennart

erst 19, dafür seit dem 6. Lebensjahr vom Heavy Metal mit nahezu all seinen Subgenres in Gefangenschaft genommen und dabei sehr oft auf Konzerten und Festivals unterwegs.

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