Interview

Breathe Atlantis – Soulmade – Interview zum Highlight-Album

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Nach dem Release des großartigen Albums „Soulmade“ konnte ich Drummer Markus einige Fragen zur aktuellen Veröffentlichung der Band stellen.

Patrick (Rockmagazine):Wie war denn bis jetzt die Reaktion der „alten“ Fans auf „Soulmade“?

Markus: Wir sind immer noch sprachlos von den Reaktionen auf die neuen Songs. Wir haben uns natürlich schon während der Produktion gefragt, wie das Album von den Leuten, die uns teilweise schon seit unseren ersten Veröffentlichungen verfolgen, angenommen wird. Und sowohl bei den Live-Shows, als auch die Kommentare zu den Videos in den sozialen Netzwerken sind für uns eine riesige und unheimlich wichtige Bestätigung unseren Weg weiter zu gehen.

Patrick (Rockmagazine): „Soulmade“ ist schon ein ziemlicher Umbruch im Sound der Band. Wie kam es zu dieser krassen Entwicklung?

Markus: Man könnte es einerseits als ‚ziemlichen Umbruch‘ sehen, ich würde es eher als konsequente Weiterentwicklung beschreiben. Schon auf „SHORELINES“, unserem ersten Album, haben wir trotz vertrackter Song-Strukturen und vielen Shouts immer wieder auf cleane, melodische Vocallines gesetzt. Auf „FUTURESTORIES“ dann wurden die Shouts schon deutlich weniger, trotz relativ harter Gitarrenriff-lastiger Musik. Jetzt sind wir in dieser Entwicklung mit „SOULMADE“ einen Schritt weiter gegangen und fühlen uns sehr wohl damit. Es fühlt sich natürlich an die Songs zu performen und die Songs entwickeln bei den Shows ihren ganz eigenen Drive.

Patrick (Rockmagazine): Wie handhabt ihr die Entstehung eines Albums. Verschließt ihr euch vor äußeren Einflüssen, speziell vor Musik anderer Bands, oder lasst ihr das mit einfließen?

Markus: Dass man sich ganz abkapselt und komplett von äußeren Einflüssen abschirmt halte ich für etwas illusorisch. Vielleicht gibt es Musiker, die versuchen auf diese Weise ihren Zugang zum Kreativen Arbeiten zu finden. Für uns ist das aber nicht wirklich zielführend. Auf „SOULMADE“ haben wir speziell die Erfahrungen und Einflüsse, die wir in den vergangenen Jahren, als wir als Musiker etwas herumgekommen sind und uns weiterentwickelt haben, gemacht haben, thematisiert. Sie haben unser Leben beeinflusst und nehmen einen Großteil von uns ein. Wir könnten uns keine bessere Inspiration vorstellen als über etwas zu schreiben, was einen selbst wirklich unmittelbar berührt, beeinflusst und mit dem man sich auseinander setzten muss.

Patrick (Rockmagazine): I Think It Isn´t Fair ist mit eines meiner absoluten Highlights des Albums. Worum es geht ist mittlerweile schon durch andere Interviews bekannt (Sänger Nico verarbeitet im Track den Tod seines besten Freundes) und macht den Track noch mal um eine Vielzahl emotionaler. Meine Frage hierzu wäre: Wie ist es für euch so persönliche Texte zu schreiben?

Markus: Wie gesagt handelt eigentlich jeder Song auf „SOULMADE“ von einem Thema, das uns direkt berührt und beeinflusst. Nico hat diesen Weg gewählt um einerseits die Freundschaft zu einem geliebten Menschen zu Ehren, andererseits ist der Song aber bestimmt auch ein Stück weit eine Hilfe einen so krassen Einschnitt ins Leben zu verarbeiten. Es gibt bestimmt viele, denen ähnliches zugestoßen ist. Im besten Fall kann der Song jemand anderem eine kleine Stütze oder emotionale Hilfe sein. So persönliche Dinge anzusprechen und ehrlich seine Seele zu öffnen kann befreiend sein und macht denke ich einen Song erst authentisch.

Patrick (Rockmagazine): Was ist denn die Story hinter At Night?

Markus: In At Night geht es darum, dass man in der modernen Welt eigentlich kaum noch zur Ruhe kommt. Also wirklich zur Ruhe. Dass man, wenn es für den Körper oder die Seele nötig wäre, einfach eine Pause einlegt. Einen ganzen Tag einfach gar nichts tut, außer das, was einen glücklich macht, runter kommen lässt oder einen Ausgleich schafft zum Alltag, dem Stress dem man ausgesetzt ist oder den Verpflichtungen, die einen einnehmen. Der Song beschreibt den Idealzustand es einfach so zu machen, wie man selbst es für richtig hält. Etwas zu verschieben auf den nächsten Tag oder die nächste Woche und sich Zeit für sich zu nehmen.

Patrick (Rockmagazine): Wie stehen aus heutiger Sicht die Chancen den alten Stil von „Shorelines“ wieder aufleben zu lassen?

Markus: Schlecht. Es liegen einige Jahre zwischen unserem ersten Release „SHORELINES“ und „SOULMADE“ wir haben in diesen Jahren eine ziemlich intensive Entwicklung durchgemacht. Sowohl jeder von uns persönlich, als auch als Musiker. Die Vorlieben haben sich ziemlich geändert und auch die Vorstellung davon, was ein gut geschriebener Song ist. Früher konnte ein Song für uns nicht komplex und vertrackt genug sein um zu beweisen, dass man gute Musik schreiben kann. Die Wahrheit ist allerdings, dass es schwierig zu hören ist und anstrengend es zu schreiben bzw. zu produzieren. Die Frage, ob man sich inspirieren lässt, kam ja schon auf. Ich bin sicher, dass wir uns einfach über die Jahre der Musik angenähert haben, die wir selbst gern hören. Aber das alles ist ein fließender Prozess und wir legen uns nie auf irgend etwas fest. Wenn wir uns an neue Songs machen, ist das immer eine Momentaufnahme unserer kleinen Welt und es kann alles mögliche dabei heraus kommen.

Patrick (Rockmagazine): Welche Musik hört ihr eigentlich privat?

Markus: Da gehen die Vorlieben ein wenig auseinander, wobei wir uns alle nicht mehr so sehr wie früher vom Metalcore beeindrucken lassen. In dem Genre ist glaub ich alles gesagt und gemacht worden und es gibt wenig platz für Kreativität. Zuletzt waren wir zusammen auf einem Konzert von Don Broco. Das ist definitv eine Band, die uns alle sehr beeindruckt hat.

Patrick (Rockmagazine): Für „Soulmade“ wurden ja aus 30 Ideen die 11 besten herausgepickt. Habt ihr Pläne was mit den restlichen Ideen passieren könnte oder wird für die nächsten Arbeiten wieder alles auf null gesetzt?

Markus: Da lassen wir uns alle Türen offen. Es gibt ein paar Songs, die es definitiv wert wären, sich noch einmal dran zu setzen. Wir werden demnächst wieder mit dem Writing anfangen. Mit einem Jahr abstand zur letzten Songwriting-Phase kann man auf so eine Songidee nochmal etwas unbedarfter herangehen und findet einen Weg diesen Song auf ein ganz anderes Level zu heben. Das muss man aber dann entscheiden, wenn es so weit ist und lässt sich schlecht planen.

Patrick (Rockmagazine): Habt ihr spezielle Ziele für die nächsten fünf Jahre?

Markus: Wir setzten uns wie gesagt möglichst bald an ein neues Album und wollen so viel es geht live spielen. Das sind die groben Ziele. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich immer Möglichkeiten auftun, wo man sie nie erwarten würde und sich oft die besten Chancen für eine Band auf eine Weise ergeben, die man einfach nicht planen kann.

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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