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Breathe Atlantis – Soulmade – Angekommen – CD-Review

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Einen krassen Stilwechsel den die Jungs aus Essen hier vorgenommen haben.
Gut, bereits mit dem Vorgänger „Futurestories“ wurde dieser Umbruch gestartet. Denn während das Debut „Shorelines“ ein Metalcore/Trancecore Album im Stile von Eskimo Callboy war wurde auf „Futurestories“ der Schreigesang schon drastisch reduziert und man war ziemlich progressiv unterwegs (erinnerte mich an die „ruhigeren Momente“ von zum Beispiel Northlane). Diesen Weg hat man aber mit „Soulmade“ wieder verlassen und so steigen die Jungs von Breathe Atlantis wie ein Phönix aus ihrer Asche auf.

Angekommen. Dieses Wort trifft ziemlich gut was ich mir bei diesem Album denke.
„Shorelines“ bot nichts wirklich neues. „Futurestories“ war ein guter Schritt, aber trotzdem wollte der Funke nicht überspringen. Mit Album Nummer 3 revolutionieren sie gewiss auch nicht die deutsche (oder internationale) Rock- und Metalszene aber endlich haben sie ihren Stil gefunden. Und welcher ist das nun? Sehr gitarrenlastiger Alternative Rock würde ich behaupten. Die Ketten vom Metalcore sind endgültig gesprengt und eine neue Seite in der Historie von Breathe Atlantis wird geschrieben.

Den Einstieg macht My Supernova. Ruhiger Einstieg, zerbrechliche Strophe und kraftvoller eingängiger Refrain. Nach und nach wird das Tempo angezogen aber immer wieder auch etwas gedämpft. Schöne Eröffnung und vorallem zum Ende hin sehr starke Drumarbeit.

Mit dem folgenden Cold positonieren die Essener an der zweiten Stelle einen der stärksten Tracks des Albums. Eine Sing-Along Hymne die zum Mitsingen und tanzen animiert und auch ein ordentliches Gitarrensolo beinhaltet. Stimmlich ist das auch der erste Moment in dem ich mich fragte ob das Vic Fuentes, Sänger der Post-Hardcore Band Pierce The Veil, ist. Da der Sänger eine doch relativ hohe Stimme hat, aber auch in den Tiefen zu überzeugen weiß.

„Soulmade“ ist eine kleine Alternative Wundertüte. Das beweist auch Don´t Need You Now.
Beginnt instrumental getragen. Im Hintergrund hört man die geflüsteren Lyrics. Bis der Befreiungsschrei erfolgt. Dieses mal im wahrsten Sinne des Wortes. Nach diesem Schrei wird instrumental mal ordentlich auf den Putz gehauen, erinnert mich auf Anhieb an Alesana zu „A Place Where The Sun Is Silent“ – Zeit. Sehr cool.
Dann zeigt der Sänger wieder seine variable Stimme. Die hier in den Strophen an Trenton Woodley von Hands Like Houses und im Refrain wieder starke Parallelen zu Vic Fuentes aufweist.
Insgesamt ein sehr rauer Track und vermutlich der Härteste des Albums. Ebenfalls auch der Track in dem sogar noch minimal gescreamt wird. Hätte so gemäßigt gern doch noch mehr vertreten sein dürfen.

Nach dem Eröffnungstrio geht es ähnlich, teilweise sogar noch stärker, weiter.
Trotzdem habe ich neben dem oben erwähnten Cold noch die einen oder anderen Favoriten.
So wie At Night, dessen Refrain für mich der Beste der gesamten Band-Geschichte ist und einen immer wiederkehrenden starken Riff beinhaltet. Starkes Teil.
Ebenso wie Fall mit seinen Gangvocals und mit dem an Imminence erinnernden Aufbau.

Doch mein absolutes Highlight ist das vor Emotionen strotzende I Think It Isn´t Fair. Eine im Mid-Tempo angelegte Ballade die, meiner Meinung nach, von einer auseinandergelebte Freundschaft handelt und so auch von den Österreichern From Dawn To Fall hätte sein können. Der Gänsehautmoment des Albums.

Fazit:
Ich denke in den letzten Monaten hat mich kein Album so extrem mitgerissen wie es „Soulmade“ getan hat.
Dieses Album hat einfach keinen einzigen schwachen Song. Selbst der „Schwächste“ ist immer noch sehr gut.

Der wiederholte Stilwechsel hat den Jungs verdammt gut getan.
Angekommen, das sind sie mit „Soulmade“ und müssen sich nicht vor Bands wie Too Close To Touch, Hands Like Houses oder Imminence („This Is Goodbye“ – Ära) verstecken.

Ich traue mich zu behaupten, dass dieses Album auch am Ende des Jahres in meinen persönlichen Top 10 platziert sein wird.

Tolle Leistung von Nico Schiesewitz (Vocals), Joschka Basteck (Guitars), Jan Euler (Bass) und Markus Harazim (Drums). Dafür mehr als verdiente 9 von 10 Bängs.

„Soulmade“ erscheint am 25. Jänner via Arising Empire und wird als Special Edition Box (Limited), CD und als digitales Album erhältlich sein.

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Patrick

Patrick

geb. 1993. Musik-Fan seit 2010. Verlobt Ein Sohn. Bevorzugte Genres: Metalcore, Post-Hardcore, Progressive Metal, Pop-Punk. Neben seiner sozialen Ader ist Patrick auch für feinste Recherche und Tiefe in seinen Reviews und Berichten bekannt.

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