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Atrio – Blank – Debütalbum mit dem richtigen Groove – Album Review

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Die mittelhessischen Blues Rocker Atrio wurden 2017 aus der Taufe gehoben. Ihren Wohnsitz haben die Jungs inzwischen in Gießen, genauso wie der Schreiber dieser Rezension. Aber unbemerkt von mir erschien schon im April 2019 das Debütalbum „Blank“, welches in der Obhut von Ulrich Pfannmüller im Ton-Up Studio in Altenstadt (Wetterau) entstanden ist. Erst durch ihre vielen Liveauftritte wurde ich über Freunde auf die junge Truppe aufmerksam. Dabei liegen schon spannende Aktivitäten hinter dem Trio. Nachdem beim Emergenza-Bandcontest – dem weltweit größten Nachwuchsfestival im Bereich Rock-Musik – im Hessenfinale Platz eins erspielt und im Deutschlandfinale, welches im Berliner Club SO36 ausgetragen wurde, Platz sieben belegt werden konnte, sammelte die Band per Crowdfounding das benötigte Budget, um ihr Debütalbum zu finanzieren.

Das bluesige Instumental „This Is Atrio“ eröffnet das Album krachend, bevor der Titeltrack „Blank“ mich mit seinem wuchtigen Groove aufhorchen lässt. Die Nummer ist schön verschachtelt und lädt gleich zum lockeren Durchschwingen der Hüfte ein. Auch „What you want“ ist ein kraftvoller Rocker mit viel Rhythmus im Blut und abwechslungsreichen Gesangslinien. Ein weiteres kurzes Instrumental leitet das ziemlich popige, sehr relaxte „Through The Desert“ ein. Popig im absolut positiven Sinn, denn der Song glänzt durch den ausdrucksstarken Gesang von Lars Gugler, der auch an der Gitarre absolut überzeugende Arbeit leistet. Noch reduzierter im Sound gibt sich das folgende „Lost Again“. Zurück zum bluesigen Sound von Atrio bringt den Hörer ein weiteres Instrumental, „Taste The Blue“ betitelt. „Can You Relate“ schafft mit den pumpenden Bassläufen von Gian-Luca Paris und funky Gitarren noch mehr Abwechslung in die musikalische Ausrichtung des Trios. Beim Songwriting für „Relief“ könnten ZZ-Top Pate gestanden haben. Der R’n’B Rocker strotzt nur so vor knackigen Gitarrenläufen. „Getting Away“ ist wieder so eine kraftvolle rhythmusorientierte Nummer, mit akzentuiertem Drumming von Sascha von Struve hinter den Kesseln, die einen nicht still sitzen lassen will. Mein absoluter Favorit und somit Anspieltipp ist  der Schlusstrack „Pull The Trigger“. Ein satter Riff-Rocker mit enorm viel Groove und Durchschlagskraft, der mich mit seinem fast schon gerappten Refrain an Rage Against The Machine erinnert.

Das Album macht viel Spaß, auch wenn ich gerne ein oder zwei instrumentale Songs weniger, im Austausch mit einem weiteren Song im Stil von „Relief“, „Blank“oder „Pull The Trigger“ gesehen hätte. Wer auf guten, handgemachten Rythm ’n‘ Blues steht, die Rival Sons, Jack Slamer oder auch Audioslave zu seinen Faves zählt, sollte Atrio unbedingt anchecken. Von mir gibt es für das vielversprechende Debütalbum der Hessen krachende 8/10 Bängs.

Das Album ist seit dem 26. April als CD, oder auf den üblichen Streamingdiensten als Download erhältlich. Die CD ist als Self Release nur auf den Konzerten zu bekommen.

Das Trio ist diesen Sommer noch auf ein paar Club– und Festivalbühnen zu sehen und dürfte auch Live eine Menge gute Laune versprühen. Ich werde mir die Jungs am 6. Juli in Wetzlar anschauen und für Rockmagazine darüber berichten.

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Michael

Michael

Baujahr '67. Metalhead seit 1979. Musikalische Vorlieben: NWOBHM, Power Metal, Epic Metal, Bombast Metal, Doom, Melodic Death Metal, Alternative Rock, und alles dazwischen, Hauptsache es ist authentisch! Michael ist unser "wandelndes Musiklexikon". Es gibt nichts, was er nicht weiss. Wahrscheinlich sogar die Anzahl der Leberflecke von Elvis´ verstorbenen Zwillingsbruder Aaron!

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