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Atrio – 06.07.2019 Black Pearl, Wetzlar – Feel the Rhythm – Live Review

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Die Gießener Rhythm ’n‘ Blues Rocker Atrio habe ich ja erst vor wenigen Wochen mit ihrem Debütalbum „Blank“ in unseren Album Reviews vorgestellt. Um so erfreuter war ich über die Einladung der Jungs, ihrem Auftritt in der Wetzlarer Musikkneipe Black Pearl beiwohnen zu dürfen. Mit von der Partie sind die Punk Rocker Rotlaut und Devide Me, die ich im Mai im Vorprogramm von April Art schon einmal gesehen habe.

Das Black Pearl befindet sich seit seinem Umzug 2018 auf dem ehemaligen Kasernengelände der Spilburg in Wetzlar in einem Gewerbepark. Auf der integrierten Livebühne finden regelmäßige Konzerte statt. Sie ist inzwischen ein beliebter Auftrittsort für lokale und überregionale Bands geworden. Am heutigen Abend haben sich leider nicht allzu viele Besucher in den Club verirrt, was bei einem Eintrittspreis von gerade einmal 6 € extrem schade ist. Auch die Getränkepreise sind mehr als moderat. Die Kneipe ist gut ausgestattet mit einer schönen Bar, gemütlichen Sitzgelegenheiten, Darts und Tischkickern. Einzig die fehlende Klimatisierung des Raumes macht uns und den auftretenden Musikern heute Abend bei schwülen 27 Grad Außentemperatur und gefühlten 35 Grad vor – und bestimmt nochmal 10 Grad mehr – auf der Bühne, sehr zu schaffen.

Gegen 21:30 Uhr legen Rotlaut mit „Mühsam“ bezeichnend los, denn der Sound klingt erstmal noch unausgewogen, doch das wird von der Crew recht schnell in Ordnung gebracht. Sänger Marc nimmt es locker und nach und nach sorgen die drei Jungs aus Hüttenberg mit unterhaltsamen Songs wie „Nix Dafür“, „Böses Mädchen“ und den neuen Songs „Herr Nachbar“ und „Rebell“ für gute Stimmung. Der Punk Rock mit deutschen Texten des Trios liegt irgendwo in der Schnittmenge von den Toten Hosen und Extrabreit. Mit dem cool interpretierten NDW Klassiker „Major Tom“ von Tom Schilling haben sie sich eine passende Coverversion ins Programm geholt, die perfekt zum Sound von Rotlaut passt.

Danach dürfen die Wetzlarer Lokalmatadoren Devide Me die Bühne entern, um ihre kürzlich erschienene EP „Lie“ mit „Hero For Sale“ als Opener des Sets dem Publikum schmackhaft zu machen. Der Alternative Pop Rock geht gut ins Ohr, Sänger Sergej Feller performt, von der spärlichen Kulisse unbeeindruckt, gestenreich, um die Bandklassiker „Hallow Man“, „Dear Diary“ und „Guide Me“ in Szene zu setzen. Ausgiebig wird er dabei von Gitarrist Silko Harbich mit Backing Vocals unterstützt. Am 20. Juli stehen die Jungs wieder auf der Bühne im Black Pearl, um ihre EP in voller Länge vorzustellen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch die Live Premiere an. Kick off zur Release Party ist 19:30 Uhr.

Mittlerweile ist es Mitternacht, als Atrio das Zepter übernehmen. Der Sound ist augenblicklich satt und druckvoll, als der instrumentale Opener „This is Atrio“ die Marschrichtung vorgibt. Rhythm ’n‘ Blues mit Herz und Leidenschaft, Sänger und Gitarrist Lars bringt die Stücke des im April erschienenen Debütalbums „Blank“ perfekt rüber. Die knackigen Riffs von Abgehnummern wie „What You Want“, „Relief“ oder „Can You Relate“ sorgen für einen rapiden Temeraturanstieg vor und auf der Bühne. Gian Luca am Bass und Schlagwerker Sascha legen einen fetten Rhythmusteppich vor, der für den nötigen Groove sorgt. Erholung bringen nur relaxte Titel wie „Through the Desert“ und ab und an ein großer Schluck aus dem riesigen Bierglas, das von der Black Pearl Crew den Jungs  zum Abkühlen auf der Bühne zur Verfügung gestellt wurde. Die Jungs sind absolute Könner an ihren Instrumenten, das merkt man mit jedem Ton, der da abgefeuert wird. Höhepunkt und eigentlicher Schlusspunkt der knapp einstündigen Show sollte eigentlich das mächtig groovende „Pull The Trigger“ werden, aber das Publikum verlangt nach mehr und so wird mit „Dangerously Calm“ noch ein Non-Album-Track hinterhergeschoben. Danach ist aber wirklich Schluss, die Jungs sind komplett durchgeschwitzt, eine leichte Enttäuschung über die wenigen Zuschauer ist nach der Show in einem kurzen Gespräch mit den Jungs zwar zu hören, Spaß hatten sie an ihrem Auftritt aber sichtlich trotzdem.

Auch meine Begleitung und ich sind von der Live Performace der sympatischen Jungs begeistert, die signierte letzte CD der auf 100 Stück limitierten Erstauflage wird mich und meine Nachbarn mit Sicherheit noch lange auf der heimischen Anlage erfreuen. Unterstützt die kleinen Bands, die sich an jeder Steckdose für kleines Geld den Hintern abspielen! Atrio sind noch weiterhin auf deutschen Bühnen unterwegs, checkt dafür die Bandnews auf ihrer Facebook Seite.

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Michael

Michael

Baujahr '67. Metalhead seit 1979. Musikalische Vorlieben: NWOBHM, Power Metal, Epic Metal, Bombast Metal, Doom, Melodic Death Metal, Alternative Rock, und alles dazwischen, Hauptsache es ist authentisch! Michael ist unser "wandelndes Musiklexikon". Es gibt nichts, was er nicht weiss. Wahrscheinlich sogar die Anzahl der Leberflecke von Elvis´ verstorbenen Zwillingsbruder Aaron!

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